Samstag, 16. April 2016

Selbstliebe versus Ego; oder anders: ist Angst ein guter Berater?

Als ich vor Jahren mit der Ausbildung zur Kinesiologin begann, begegnete mir zum ersten Mal bewusst der Ausdruck "Selbstliebe".
Anfangs war mir nicht so recht klar, was denn genau damit gemeint sein kann.
Selbstliebe. Aber ich liebe mich eh selbst...?
Ist Selbstliebe so etwas wie Egoismus? Oder anders gesagt, wo ist die Grenze zwischen Selbstliebe und Egoismus?
Ich habe für mich eine Definition gefunden:
Selbstliebe bedeutet, gut auf sich zu schauen, einen guten Platz im Leben finden, sich als Gesamtes in Form von Körper-Geist-Seele annehmen und wertschätzen.
Jemand der in Selbstliebe ist, achtet aber darauf, wie er mit anderen Menschen umgeht. Manchmal bleiben bei möglichen Trennungen Verletzungen nicht aus, aber es kommt immer auf das WIE an.
Egoismus kümmert sich nicht um die Belange anderer, sondern versucht einzig seine eigenen Bedürfnisse und Belange zu befriedigen. Egal ob im privaten oder geschäftlichen Bereich.
Wenn man gibt, dann in erster Linie um zu....gefallen, etwas  zurück zu bekommen usw.
Diese Menschen haben oft sehr wenig Selbstwert und dieser Mangel lässt die Angst wachsen.
Angst, nicht gut genug zu sein und nicht zuletzt auch die Angst, nicht genug zu haben.
Diese Angst macht aber auch blind. Blind für soviel Schönes, was kommen könnte.
Ich möchte dir dazu eine Geschichte erzählen:
Ich habe mir vor einiger Zeit eine Rückführungssitzung gegönnt, weil ich etwas in meinem Leben näher anschauen und auch mal den Blick in frühere Leben wenden wollte.
In einem dieser Leben war ich ein Mann und Stammesoberhaupt eines Ureinwohnerstammes.
Ich war mit meinen Männern im Urwald unterwegs und es drohte uns Gefahr. In unserer Angst näherten wir uns immer mehr einer Schlucht und aufgrund eines Felsabbruches stürzten wir alle in die Tiefe.
Alle waren tot – so mein empfinden  - und zunächst wollte ich gar nicht wahrhaben, dass ich der einzige Überlebende war. Ich fühlte mich schuldig, verantwortlich für den Tod meiner Männer. Vor lauter Scham und Schuldigkeit vergrub ich mich an einer anderen Seite des Urwaldes und kehrte nicht zu meinem Stamm zurück. Ich hatte Angst, dass mich alle verurteilen würden, außerdem war das Gefühl der Schuld übermächtig.
Ich hatte zwar einen Unterstand aus Blättern, aber in Wahrheit war ich mit meinen Männern gestorben.....letztendlich starb ich den Hungertod.....
Es hätte auch anderes ausgehen können.
Wenn ich meine Angst überwunden hätte und zu meinem Stamm zurück gekehrt wäre...
Nicht nur, dass ich für den Rest des Stammes da sein hätte können, wie es mir als Oberhaupt zustand und es auch meine Aufgabe gewesen wäre, habe ich auch meine Frau und meine Kinder zurück gelassen.
Ich hätte  noch ein gutes, friedliches, glückliches Leben haben können.
Wie oft hast du schon Dinge nicht getan, weil du Angst hattest, dass......
Wie oft hast du Situationen zugelassen, die nicht in Ordnung waren und bist trotzdem darin verblieben - aus Angst, vor.....
Wie oft hast du Mitmenschen auf eine Art und Weise behandelt, wie es nicht angebracht war, aus Angst vor .......
Selbstliebe ist, wenn du erkennst, was du brauchst, was dir gut tut, wobei dein Herz zu singen beginnt. Du wirst dich  Situationen, die dir nicht gut tun automatisch nicht auf längere Zeit ausliefern,  weil du weißt, dass das Leben viele andere Wege bereit hält.
Du wirst immer mehr lernen, zu dem zu stehen, wer du bist und was dich ausmacht. Du brauchst nicht vorgeben, jemand zu sein, der du nicht bist, weil du weißt, dass du so wie du bist, richtig bist.
Du wirst auch erkennen, wann Zeit ist auszuruhen, nichts zu tun - nur zu sein. Genießen. 
Nichts kann dich mehr treiben - du kannst immer wählen, ob du in Aktion trittst oder ruhst.
Selbstliebe bedeutet auch Freiheit - die Freiheit des SEINS.
Von Herz zu Herz
(c) Erika Klann




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