Freitag, 27. November 2020

Herbst - wenn der Neubeginn vor der Tür steht



Das heurige Gartenjahr  war für mich irgendwie durchwachsen. Immer wieder entdeckte ich Engerlinge, die die Wurzeln meiner Pflanzen fraßen. Egal, ob in neuer oder ältere Erde gesetzt. Manches Mal war es echt zum Haare raufen. Auch beim Umgraben eines Wiesenstücks kamen immer wieder diese Fresslinge zum Vorschein. Auch sonst hatte ich eher den Eindruck, dass einiges nur verhalten wachsen zu wollte. Meine 2019 angepflanzte Hainbuchenhecke erweckte nicht den Anschein, als wollte sie tatsächlich zur Hecke heranwachsen. Trotz Dünger!

Dafür machten mir die umgepflanzten Rosen große Freude, weil sie den "Umzug" für so manche  nach Jahrzehnten ausgesprochen gut überstanden haben. Dass es  nach dem Umsetzen viel geregnet hat, half den Rosen sich  wieder gut und neu zu verwurzeln. Auch der Lavendel wuchs und blühte, dass es eine Freude war.

Meine Tomaten scheinen heuer überhaupt nicht gewusst zu haben, dass es auch die Möglichkeit zum wachsen gibt. Der Feigenbaum trägt jetzt - ein wenig zu spät, wie mir scheint.

Wie  gesagt, es war und ist durchwachsen.

Den größten Teil der Sommerblumen habe ich mittlerweile hinein gebracht, ein paar Pflanzen blühen jetzt mehr als den ganzen Sommer über, andere wieder haben ihre Blätter verfärbt, oder abgeworfen.

Schon vor ein paar Wochen bemerkte ich, dass die Blätter der Schneeglöckchen und Krokusse herausgewachsen sind, mittlerweile entdeckte ich, dass meine neu gepflanzten Obstbäume sich in nur einem Monat wunderbar "eingelebt" haben, weil sie frische Knospen tragen. Auch die Forsythie, ist schon voller neuer Knospen, sowie die Hainbuchen und Hortensien.

Allesamt warten sie auf den kommenden Frühling, wenn sie ihre Knospen zum Erblühen bringen.

Genau betrachtet, ist der Herbst es, der vieles neu macht und vorbereitet - Winter  und Frühling machen dies dann sichtbar.

Die Natur unterliegt einem steten Kreislauf, wie wir Menschen auch. Meist haben wir dies vergessen und versuchen uns die Natur Untertan zu machen anstatt uns dem Jahreskreis anzupassen.

Es wäre doch einfach nur herrlich, wenn die Menschen im Frühling 2021 ein neues Bewusstsein zum Erblühen bringen. Das Bewusstsein, dass wir alle aus einer Quelle entspringen und Jede/r ein Teil des großen Ganzen ist.

Von 💖 zu 💖










 

 

 

 

 

 


(c) Erika Klann

Sonntag, 15. November 2020

Wir sind VIELES oder das Erbe der Ahnen


Schon seit vielen Jahren beschäftige ich mich immer wieder  mit Ahnenforschung und habe dabei schon allerlei in Erfahrung bringen können. Seit viele Kirchenbücher online verfügbar sind, ist das Forschen sehr viel einfacher geworden.

 

In jüngster Vergangenheit widmete ich meine Aufmerksamkeit der Vorfahren der Mutter meines Vaters. In kurzer Zeit entdeckte ich so manche Tragödie schon bei meinen Urgroßeltern. So wurde mein Urgroßvater schon in ganz jungen Jahren Witwer und heiratete als Vater einer Einjährigen meine Urgroßmutter, die wieder mit 39 Jahren im Jahre 1910 Witwe wurde. Sie hatte 5 Kinder geboren, 4 davon erreichten das Erwachsenenalter. Als mein Urgroßvater mit 40 Jahren starb, war das jüngste Kind gerade einmal 2 Jahre. 1910, eine verwitwete Frau mit einer Schar von Kindern! Meine Urgroßmutter erlebte beide Weltkriege, bevor sie 1951, mit 80 Jahren starb.

 

Über dieses schwere Schicksal wurde nie geredet. Von meinem Vater wusste ich nur, dass sein Opa schon jung gestorben war. Für Gefühle hatten die Menschen damals keine Zeit. Das Leben verlangte wohl andere Dinge von ihnen ab. Als ich das Schicksal meiner Urgroßmutter machte mich sehr demütig.

 

Ich blieb natürlich nicht bei meinen Urgroßeltern stehen, sondern bewegte mich noch einige Generationen zurück. So entdeckte ich, dass ein Teil meiner Ahnen in der näheren Umgebung "herumwanderte", während ein anderer Teil aus einem anderen Teil des Landes zuzog. Je weiter man zurück geht, desto mehrere Ahnen tun sich auf.  Jeder hat wieder ein Elternpaar, das wieder ein Elternpaar hat. Kurz gesagt bedeutet das, wenn man die Linie eines Elternteils zurück verfolgt, so hat man

   1 Elternteil

   2 Großeltern (Opa und Opa)

   4  Urgroßeltern

   8  Ur urgroßeltern

 16  Ur ur urgroßeltern

 32  Ur ur ur urgroßeltern

 64  Ur ur ur ur urgroßeltern

128 Ur ur ur ur ur urgroßeltern  

 

Das sind 256 Vorfahren in direkter Linie bei 8 Generationen. Die meisten hatten Geschwister, die wieder Kinder  hatten usw. Wenn die Vorfahren aus der Umgebung stammten, ist die Chance ziemlich groß, dass sich deren Nachkommen  in der Nähe befinden. Das Wissen um diese Verwandtschaft ist meist über die Generationen verloren gegangen. Fakt ist, dass wir zum Teil die gleiche Genetik in uns tragen und über diese miteinander verbunden sind.

 

Noch mehr verbunden sind wir allerdings mit unseren direkten Vorfahren, denn all ihre Erfahrungen, ihre Tragödien, Kummer und Leid, Verluste sind in unseren Zellen abgespeichert. Natürlich auch das Freudvolle und Schöne. Das Leben früher war jedoch oft hart. Es gab weder fließendes Wasser, es gab keine Bäder und auch kein Wasserklosett, keine Heizung oder sonst welchen Luxus, der uns heute wichtig und nötig erscheint. Die Menschen kämpften zum Teil ums nackte Überleben. Die Geschichten unserer Ahnen sind also in unseren Zellen abgespeichert und nehmen mehr oder weniger Einfluss auf unser heutiges Leben.

 

Wer erlaubt sich den schon ein freies, glückliches, sorgloses Leben. Nach wie vor streben die meisten Menschen nach etwas. So mancher schuftet bis zum Umfallen, fühlt sich hier und dort verpflichtet. Hält sich selbst in so mancherlei Hinsicht gefangen. Erlaubt sich nicht.....

 

Schwer schleppen wir an den Lasten unserer Ahnen. Aber warum?  Das irdische Leben unserer Vorfahren ist längst vorbei. Das übernommene Leid hilft niemanden, im Gegenteil, es hindert unsere Kinder und Kindeskinder sogar am Glücklichsein. Abgesehen davon, kann ich mir nicht vorstellen, dass unsere Ahnen sich die Schwere für uns wünschen.

 

Natürlich sind wir nicht nur die Summe unserer Ahnen, ebenfalls geprägt durch unsere eigenen Erfahrungen, sowie den Energien aus dem Kollektiv und nicht zuletzt  stehen wir unter einem nicht unerheblichen  Einfluss der Medien.

 

So ganz nebenbei haben wir den Kontakt zu uns selbst verloren, zu unserer innersten Essenz, zu unserem Herzen und Gefühlen. Wir haben vergessen, worauf es tatsächlich ankommt.

Wir lassen uns hinreißen zu werten und andere zu bewerten.

Mehr denn je ist es wichtig Verantwortung für unsere Befindlichkeiten zu übernehmen, uns gewahr werden, wie viel doch jeder Einzelne ist. Es wird Zeit unsere Herzen zu öffnen. Für uns selbst und die Menschen um uns.

 

Wenn wir anfangen uns im anderen zuerkennen, könnte dies der 1. Schritt zu einer liebevolleren Welt sein.

 

Die größte Kraft auf Erden ist die Liebe - ohne sie wären wir alle nicht hier. 💞💞

 

Von 💖 zu 💖

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(c) Erika Klann

Sonntag, 20. September 2020

Das Hufeisen - den eigenen Weg finden 🍀🍀🍀

Vor einiger Zeit bekam ich ein Hufeisen geschenkt. Da in unseren Breiten das Hufeisen als Glückssymbol gilt, habe ich mich über das „geschenkte“ Glück sehr gefreut.

Als ich es aufhängen wollte, stand ich zunächst vor der Frage nach dem WIE. Mir wurde gesagt, dass man es mit den Enden nach oben aufhängen muss, damit das Glück nicht herausfallen kann. Manche sprechen von einem Hufeisen mit den Enden nach oben von Teufelshörnern. Ich befragte das allwissende „www“, aber auch da stellte ich nur fest, dass keine Einigkeit darüber herrscht, wie man es „richtig“ anbringt. Nun war guter Rat teuer….

Ich fühlte nach, wählte meinen Weg und hängte es einfach seitlich auf.

Das Glück kann nun nicht mehr herausfallen und falls es sich um Teufelshörner handeln sollte, dann liegt der Teufel und schläft. Also ist keine Gefahr fürs Glück zu befürchten.

Ich habe meinen ganz persönlichen Weg gewählt, das Glück einzuladen und zu bleiben. Das fühlt sich für mich sehr gut und stimmig an. Schon allein, wenn ich das Hufeisen sehe, macht es mich glücklich. 😃🍀🍀🍀

Genau darum geht es  dieser kleinen Geschichte. Gerade jetzt in der Zeit, der großen Unruhe ist es für jeden Einzelnen von großer Wichtigkeit,  seinen eigenen Weg zu finden. Nach-Fühlen was man selbst als stimmig erachtet, ohne zu urteilen. In Liebe, Wertschätzung, und voller Mitgefühl. 💕💕

Ich habe mein Hufeisen vor die Tür zu meiner Praxis angebracht. Möge es alle Menschen  glücklich machen und ihnen Glück bringen.


Von 💝 zu 💝 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 (c) Erika Klann

Montag, 3. August 2020

Dem Herzen folgen - einfach da sein 💗💗

  
Es ist noch nicht lange her, da war ich der absolute "Begräbnismuffel". Bis auf wenige Ausnahmefälle fand ich für mich immer eine Entschuldigung um nicht bei solchen "Feierlichkeiten" teilnehmen zu müssen: 
"Derjenige hätte ja ohnehin nichts mehr davon"
"Verabschieden kann ich mich ja auch später allein"

Erst als mein Vater seinen Weg angetreten hatte, erkannte ich als trauernde Hinterbliebene, wie gut Beileidsbekundungen tun können. Gerade von jenen, die es tun, nicht weil sie sich verpflichtet fühlen und denken, zu müssen, sondern von jenen, denen es ein echtes Bedürfnis ist.

Als mich vor Kurzem die Nachricht vom plötzlichen Ableben eines Cousins einen Tag vor seinem 50igsten Geburtstag erreichte, gab es für mich keinen Zweifel, dass ich bei seiner Verabschiedung dabei sein wollte. Nicht, weil wir uns so nahe standen, das Gegenteil war eher der Fall.  Wenn ich an ihn denke, dann sehe ich ihn als Kind vor mir, wenn wir bei unseren Großeltern zusammen kamen. Der Erwachsene blieb mir fast zur Gänze fremd. Es gab kaum Berührungspunkte.

Er war ein Teil meiner Kindheit. Spannend, dass ich gerade in den letzten Monaten öfters an ihn dachte.

Meine Cousine, seine jüngere Schwester, hatte in den letzten 9 Jahren mit ihm 5 ihrer nächsten Verwandten verabschieden müssen. Grund genug, dem dringenden Bedürfnis nachkommen zu wollen, an diesem Tag bei ihr zu sein.

Beschäftigt hat es mich dennoch im Vorfeld und um ein Haar wäre mein Vorhaben aufgrund
technischer Probleme verhindert worden. Als ich angekommen war, nahm mich meine Cousine zunächst gar nicht richtig wahr, obwohl ich sie angesprochen hatte. Wahrscheinlich hatte sie mich mit einer anderen Haarfarbe in Erinnerung und der Mund-Nasen-Schutz tat sein Übriges.

Ich setzte mich also hinter sie. Außer ihr kannte ich niemand der Anwesenden. Seine Witwe hatte ich wohl schon 1-2 Mal flüchtig gesehen, hätte sie aber nicht erkannt.
Am Ende der Trauerfeier verabschiedete ich mich von meiner weinenden Cousine und wir
umarmten uns mit ein paar Worten.  Die Zukunft wird zeigen, ob neue Bande wachsen oder nicht.

Am Heimweg wollte ich endlich die Grabstätte meiner/unserer Großeltern besuchen um eine Kerze anzuzünden. Ein Vorhaben, dass ich schon längere Zeit vor mir herschiebe. Dabei änderte ich meine Route und fuhr eine Straße entlang, in der sie früher gelebt haben und wo  für mich der Verbindungspunkt zu meinem Cousin lag. Einen Teil des Weges legten wir früher zurück, wenn wir die Großeltern besuchten, es war auch Teil des Weges, den meine Oma zu bewältigen hatte, wenn sie einkaufen ging. Viel hat sich verändert. Wo einst Felder und Gärten waren, sind jetzt neue Straßen entstanden. Ein kleiner Hauch von Nostalgie und Erinnerung streifte mich.

Das Leben geht vorwärts - unaufhaltsam! Hier war es ganz deutlich sichtbar.

Obwohl ich mir nicht sicher war, ob ich die richtige Abzweigung zum Friedhof finden würde, befand ich mich auf Anhieb auf dem richtigen Weg. Schon war ich am Parkplatz angelangt. Am Grab meiner Großeltern zündete ich eine Kerze an. Sie teilen ihre letzte Ruhestätte nunmehr mit zwei meiner Cousinen, meiner Tante und ihrem Mann. 

Das Leben ringt uns manches Mal ziemlich viel ab. In diesem Fall ganz schön viel von meiner Cousine, die einzige noch Lebende aus dieser Familie. Noch dazu hat sie die Verantwortung für die  Tochter ihrer mit 30ig Jahren  verstorbenen Schwester übernommen hat.

Demut - Betroffenheit! Einfach da sein! Nicht müssen, sondern einem Gefühl, meinem Herzen folgend habe ich mich letztlich selbst beschenkt.

Ruhe in Frieden, "kleiner" Cousin - als Erwachsene blieben wir uns nahezu fremd, aber der kleine, blonde Knirps wird unvergessen in meinem Herzen bleiben.
  

Von 💗 zu 💗





(c) erika.klann

Sonntag, 26. April 2020

Der Lindenbaum 🌳 und die Liebe ❤️❤️


Schon einmal habe ich vom alten, stolzen Lindenbaum geschrieben.

Sein Stamm ist so dick, dass es mindestens zwei Personen braucht, ihn umfassen zu können.
Vor einigen Jahren noch hatte er eine stolze, mächtige, wunderschöne Krone, die wundervollen Schatten spendete.


Bestimmt ist er schon einige hundert Jahre alt. Was er wohl alles erlebt und überstanden hat?
Unzählige Winter, Stürme, Unwetter und Hitze, Kriege…. Allem hat er getrotzt und stand gehalten.
Wer weiß, wie vielen Menschen er Schutz geboten hat mit seinem Blätterdach. Schutz vor Regen 🌧 und Hitze.🌞

Dann kamen jene Menschen die seine wunderschöne Krone zersägten. Aber auch dem trotzte er und trieb wieder neue Blätter aus. Wohl war seine Krone nicht mehr so wunderschön und prächtig. Kaum konnte er angenehmen Schatten spenden, aber er gab was er konnte.

Dann kam wieder der Mensch und schnitt seine Kinder 🌱🌱🌱🌱weg, die ihn schon seit Jahren umringten und am Fuße seines Stammes wuchsen…..

Er trotze auch dem zum Teil, denn nun dürfte eine Hälfte von ihm abgestorben sein, denn dort blieb es heuer kahl. Keine Triebe, keine Blätter, nichts was noch Schatten spenden könnte, nur kahle, tote Äste.

Nichtsdestotrotz schickt uns der Lindenbaum von jenem Teil, der noch am Leben ist, ein Herz!
💙💚💛💜

Schau genau und erkenne:
Ganz egal, wann und wo dich jemand verletzt, verraten, enttäuscht, gedemütigt, betrogen, belogen (usw.) hat, gib Hass keinen Raum.
Bedenke, dass jeder Hass, jeder Neid, jede Rache oder Eifersucht DICH zuerst trifft.
Liebe ist die Antwort.

Du brauchst nicht über andere zu richten, denn das Leben selbst schafft Ausgleich.

Wenn du Liebe säst, dann wird sie dich erkennen und wiederfinden.

Mach es wie der Lindenbaum – schenke der Welt (d)ein Herz!
❤️💛💜 💙💚

Nicht, weil du etwas davon erhoffst, sondern weil es deine Natur ist. 💚

Von  💚 zu  💚































(c) Erika Klann

Montag, 13. April 2020

Eine kleine Ostergeschichte 🐇🐓🐔🐇🐓🐔🐇



Vor einigen Tagen begegneten mir bei einem Waldspaziergang unter anderem drei Kinder. Ein größeres Mädchen und zwei wesentlich kleinere Kinder. Während die Große sprach, hingen die beiden Kleinen gebannt an ihren Lippen….. eine Erinnerung wurde wach…


Vor vielen, vielen Jahren, ich denke ich war ca. 8 bis 10 Jahre alt, fand das alljährliche Osterfamilientreffen bei meinen Großeltern statt. Im Laufe des Nachmittags brachen wir zu einem Spaziergang auf. Mit dabei meine  Cousine und mein Cousin, beide um einiges jünger als ich.
Wir gingen in einigem Abstand vor den Erwachsenen. Die grünen Felder und die herum hoppelnden
Feldhasen 🐇🐇🐇🐇🐇 inspirierten meine kindliche Seele dazu, den Kleinen eine Osterhasengeschichte zu erzählen. Ich glaube, es ging dabei um das Geheimnis des Osterhasen.

Interessiert lauschten die beiden meiner Erzählung. Dies wieder beflügelte mich geradezu, weiter und weiter zu erzählen. Was genau ich von mir gab, kann ich heute nicht mehr sagen. Jedenfalls hatten wir drei Spaß und ich kann mich noch gut an das Gefühl erinnern, den beiden eine Freude gemacht zu haben, was mich wieder freute.

Mittlerweile sind wir erwachsen geworden, haben kaum Kontakt und ich weiß gar nicht, ob sich die beiden an diesen Nachmittag erinnern können, und letztlich ist es auch  nicht wichtig. Sobald ich im Frühling das erste satte Grün der Felder sehe, erinnere ich immer gern an jenen Familienspaziergang.

Dieses Ostern gab es keine Besuche, kein familiäres Beisammensein im herkömmlichen Sinn.
Doch das soll kein Grund sein, sich keine schönen Erinnerungen zu zaubern.

Zunächst habe ich mir selbst eine Freude gemacht, in dem ich für mich eine Mehlspeise gebacken und sogar ein paar Eier gefärbt habe, zumal ich noch Natureierfarbe zuhause hatte. Ich habe für mich ein leckeres Sonntagsessen gekocht und im Garten bei Sonnenschein die Jause genossen. Dank der heutigen Technik war ich mit vielen Menschen, die meinem Herzen nah sind, verbunden.

So wie ich zunächst mir, aber auch anderen Freude bereitet habe, kam Freude wieder zurück. 🌞

Das Leben hat immer wieder schöne Momente parat, für die meisten sind wir selbst verantwortlich.

Von 💖 zu 💖 







(c) Erika Klann

Dienstag, 31. März 2020

Quarantäne 1972 und heute – Kinder 👧👦 und Alte 👵👴


Im zarten Alter von gerade einmal 5 Jahren erkrankte ich im Februar 1972 an Scharlach. Einer laut Internetrecherche hochansteckenden Erkrankung. Deshalb war damals ein Krankenhausaufenthalt unerlässlich. In einem Schlafsaal mit ca. 10-12 anderen Kindern verbrachte ich die Quarantäne.

Die meiste Zeit mussten wir in unseren Betten bleiben, was für mich als 5jährige ziemlich langweilig war. Die Tage zogen sich dahin. Besuche durften wir natürlich keine bekommen. Nur durch die Fensterscheiben, die in den umliegenden Park reichten, durften unsere Angehörigen uns zuwinken. Das war es auch schon. Der Trennungsschmerz war groß.

Rückblickend war ich gefühlte 6 Wochen im Krankenhaus, tatsächlich waren es zwei und danach musste ich noch in häuslicher Pflege bleiben.

Trotz hoher Ansteckungsgefahr hat sich Scharlach als Krankheit nicht so richtig durchgesetzt, denn heute hört man kaum etwas davon. Es war dazu nicht einmal ein Impfstoff vonnöten….

Wie auch immer, ich weiß wie es damals war und dass das Abgetrenntsein einer der größten Knackpunkte für mich war.

Heute zählt die Generation 65+ zu einer Risikogruppe, die wir isolieren um sie zu schützen.

Großeltern dürfen nicht besucht werden, sie sollen nicht raus gehen usw. Wer hat jedoch eine Ahnung davon wie sich das anfühlt? Es ist leicht gesagt, „bleib zu hause“, aber es macht auch einen Unterschied, in welchem Alter man das durchlebt. Eine betagte Dame sagte zu mir: „Jetzt haben wir eh nur noch ein paar Jahre...und dann das.“

Die größte Traurigkeit entwickelte mein Vater als er nach einer Erkrankung allein gelassen worden war, weil er kaum noch soziale Kontakte hatte. Seine früheren Freunde, Sportkameraden oder auch Familienmitglieder ließen sich kaum bis gar nicht mehr sehen. Die seltenen Besucher versanken eher in MITLEID, als in MITGEFÜHL. Mittrauern um das was nicht mehr war, anstatt zu motivieren.

In den letzten Tagen suchte ich telefonische Kontakte zu älteren, isolierten, mir bekannten Personen um sie zu motivieren und ihnen eine kleine Abwechslung in dieser für alle herausfordernden Situation zu geben. Meine Mutter ist im Pflegeheim zum Glück gut versorgt und nicht allein. Sie versteht auch, warum sie derzeit keinen Besuch bekommen darf und es geht ihr gut.

Aber diejenigen die zuhause in ihren Wohnungen sitzen und vielleicht noch Angst haben, die brauchen ganz besonders unsere Hilfe.

So mancher Tag an dem wir beschäftigt sind, erscheint uns oft viel zu kurz, aber ein Tag, an dem man darauf wartet, dass er schnell vorbei gehen möge, kann ganz schön lange werden. Darin liegt nicht der Sinn unseres Lebens - darauf zu warten, bis es vergeht.

Wenn du darüber unzufrieden oder traurig bist, was du gerade jetzt nicht machen darfst, dann denke daran, dass du vermutlich mehr hast, als eine großer Anteil der Bevölkerung – der Generation vor uns. Natürlich hat jeder sein eigenes Schicksal zu tragen, manchmal kann ein Blick auf die Seite wohltuend sein. Niemand steht für sich allein in dieser Welt, jeder ist ein Teil des Ganzen.

Mitgefühl mit unseren Mitmenschen wäre schon ein erster Schritt zu einer Veränderung auf dieser Welt. 🌞

Von 💖 zu 💖








(c) Erika Klann

Dienstag, 24. März 2020

März 2017 und März 2020 – ein Déjà-vu ?

In diesen Tagen steht die Welt Kopf. Trotz Stillstand des gesamten gesellschaftlichen Lebens, herrscht doch darunter das totale Chaos.

Vor einigen Tagen spazierte ich wie so oft durch meinen Garten und freute mich an den vielen Blüten, die das warme Wetter hervorgebracht hatte. Meine Gedanken führten mich zurück zum März 2017, als ich mich im totalen Chaos befand. Die, die meine Blogs oder mich kennen, werden wahrscheinlich sofort wissen, was gemeint ist.

Es ging damals um meinen Vater, der eine wesentliche Säule in meiner Familie war und von heute auf morgen zum Pflegefall wurde. Kein Stein blieb auf dem anderen, denn es gab vieles neu zu organisieren. Ich war gefordert, mich um sämtliche Belange meiner Eltern zu kümmern. So wie wenn man von jetzt auf gleich in einer Firma das Steuer übernimmt, ohne das nötige Hintergrund-wissen, vor allem im Bezug auf finanzielle Dinge. Dazu kam natürlich die persönliche Sorge um das Wohl meines Vaters und die große Hoffnung, dass er sich wieder erholen würde. So kämpfte ich um etwas, was ohnehin längst vorbei war. Mein Vater war im Gehen, seine Zeit war gekommen, aber das konnte ich nicht sehen, wollte festhalten, klammerte mich an jeden Strohhalm. Jeden Tag kämpfte ich, erschöpfte mich, war müde, ausgelaugt und manchmal auch wütend und zornig. Am liebsten wollte ich aussteigen, weg fliegen, irgendwohin, ganz weit weg und dann wäre alles wieder so, wie es vorher war. Alles wäre wieder gut. Aber war es das??

Jetzt im März 2020 scheint es mir, als wäre die Welt in einem ähnlichen, jedoch weit größeren Chaos. Jeder hofft und wünscht sich, dass alles schnell wieder so sein wird, wie es war, dass die Normalität wieder zurück kehrt. ABER war es tatsächlich gut so, wie es gewesen ist? Waren so manche Strukturen nicht ein ähnliches Kartenhaus, wie es bei mir 2017 gewesen ist. Immer mehr Menschen gingen weit über ihre Grenzen, Burnout hier und da. Druck von allen Seiten. Alles wurde mehr, mehr und immer mehr. Die Welt wurde lauter und unruhiger. Scheinbare Sicherheiten zeigen jetzt ihre Fragilität. Nichts hält, gar nichts. Und von heute auf morgen, kann alles anders sein.

Was kommt, können wir heute noch nicht genau sagen. Wie lange es dauern wird, ebenso wenig.
Dass etwas anderes kommen wird, ist gewiss, denn auf Chaos folgt immer eine Veränderung, andernfalls wäre das Chaos nicht notwendig gewesen. Wenn ich in meinem Leben eines erkannt habe, dass Nichts ohne Grund passiert und sich alles fügt, wenn die Zeit gekommen ist. Alles ergibt Sinn, jede Trauer und Trennung, Kummer, Schmerz, jede Liebe und Freude, jede Einsamkeit und vor allem jedes Durcheinander.

Mit dieser „Sintflut“ des 21. Jahrhundert hat die Menschheit eine große Chance erhalten. Wahre Werte des Miteinanders, abseits des Ego-Getues zu erkennen und zu leben. Wertschätzend aufeinander schauen. Neue Wege finden. Vor allem darauf, dass in Zukunft kein Lebewesen gegen seine Natur lebt.

Mein persönliches, privates Chaos war wohl das Training dafür, jetzt in dieser global aufregenden Zeit bei mir zu bleiben, mich vertrauensvoll dem Fluss des Lebens hinzugeben. Je friedlicher wir uns von den alten Strukturen und Mustern verabschieden, desto leichter wird der Weg, der noch vor uns liegt.

Bleibt zu hoffen, dass wir Menschen wieder zu unserer wahren Natur zurück finden.

Von 💖zu 💖











(c) Erika Klann



Montag, 9. März 2020

Vom Hasen der einfach darauf los lief 🐇


Vor einiger Zeit wanderte ich wie so oft durch die Natur. Auf meinem Weg überquerte ich eine Wiese mit verschiedenen Gruppen von Sträuchern.

Plötzlich schreckte aus Büschen zu meiner Rechten, die noch gut 3 – 4 Meter entfernt waren, ein Hase auf. Blind vor Angst lief er einfach darauf los.

Er rannte und rannte geradewegs auf die nahe Landesstraße zu. Die Straße war ziemlich stark befahren. 🚗 🚐 🚌🚙 🚚 🚌 Mir stockte der Atem. Der Hase lief voller Todesangst weiter, immer weiter direkt auf die Gefahr zu. Ich sah noch, wie er auf die Straße lief. Knapp vor ein Fahrzeug. 🚗  Aus meiner Perspektive konnte ich nicht erkennen, ob er davon erfasst wurde.

Als ich kurz darauf jene Stelle passierte, sah ich nirgendwo einen toten oder verletzten Hasen. Er hatte wohl Glück gehabt.🍀

Auf der anderen Seite der Straße leben jedoch Menschen, ist ein Spielplatz, Parkplätze und kleine Gärten. Das Tier musste also irgendwann wieder zurück, d.h. er hat sich in seiner unbegründeten Angst gleich zwei Mal der Gefahr überfahren zu werden ausgesetzt. Dabei hatte ich ihn in den Stauden gar nicht gesehen.

Was könnte uns diese Geschichte sagen?

Das Tier folgte einfach seinen natürlichen Fluchtinstinkt. Es ist nicht in der Lage darüber nachzudenken, ob es nun sinnvoll ist, davon zu laufen, oder sich lieber zu ducken. 🐇

Wie sieht es mit uns Menschen aus? Machen wir es wie der Hase und riskieren Kopf und Kragen, weil….. ? Ist diese Art zu Handeln wirklich sinnvoll? Wurde uns der Verstand nicht dafür geschenkt, um ihn bei Bedarf einzusetzen? Nachzudenken und Nachzufühlen was stimmig ist?

Alle Gefühle, die wir fühlen, haben ihre Berechtigung, denn sie sind ein Teil unseres Menschseins. Auch die Angst. Es liegt aber an uns, wie viel Macht wir diesem Gefühl geben.

Du kannst mit deiner Angst in Kontakt treten und sie genauer anschauen.
Wenn du es allein nicht schaffst, dann gibt es Menschen oder Methoden, die dich dabei unterstützen können, sie los zu lassen

Große Angst ist kein guter Berater, vor allem macht sie unser Leben nicht zu dem, was es sein soll. Fröhlich, leicht, ausgelassen, besonnen und vor allem frei. 🌞

Von 💖 zu 💖














(c) Erika Klann

Dienstag, 3. März 2020

Geschenke der Natur

Am 1. März erblühte zu meiner großen Freude eine Amaryllis, die schon seit einigen Jahren nicht mehr geblüht hat. Ich halte nicht viel davon, Blumen nach Ablauf einer Saison zu entsorgen. All meine Pflanzen bekommen die Chance über das Übliche weiterzuleben. So überwintere ich auch scheinbar "einjährige" Pflanzen und nicht selten zeigt sich, dass sie ja doch mehrjährig sind.
So hatte ich auch die Zwiebel jenes Rittersterns im Dunkeln aufbewahrt und im Dezember ins Licht gestellt. Ich war gespannt, ob er diesmal wieder nur Blätter bekommen würde. Ich hoffte natürlich sehr, dass er  blühen würde. In freudiger Erwartung beobachtete ich den Wachstum der Pflanze und siehe da, bald wuchs ein Stiel mit einer Blütenknolle drauf. Wow!!! Groß war meine Freude! Endlich würde sie wieder blühen.

Ich liebe diese wunderschönen Blume!

Als ich dann über einige Tage beinahe stündlich zusehen konnte, wie sich die vier Blüten nach und nach entfalteten, fühlte ich mich dankbar und beseelt.

Vor lauter Freude habe ich eine weitere Amarylliszwiebel aus dem Dunkeln geholt und zu gießen begonnen. Diese Zwiebel wirkte schon irgendwie sehr verdorrt und hat sicher 2-3 Jahre nicht geblüht, aber der Erfolg der anderen Pflanze spornte mich an. Einen Tag nachdem ich sie zu gießen begonnen habe, zeigte sie schon die erste Spitze eines Blattes (mittlerweile sind es zwei).
Ist das nicht herrlich?! Ich kann gar nicht ausdrücken, wie sehr ich mich darüber freue!

Für mich ist es ein wunderbares Geschenk, dass die Amaryllis vollkommen unverhofft und unerwartet doch noch blüht. 

Ich freue mich auch darüber, dass mein Weihnachts-/Osterkaktus innerhalb von 2 Monaten nun zum zweiten Mal blüht, dass im Garten die Krokusse nach und nach aufgehen, sich Veilchen zeigen, zwischen den Schneeglöckchen sogar Frühlingsknotenblumen zu finden sind, die mir im Garten bisher noch nie aufgefallen sind, eine „alte“ Schneerose blüht auch wieder, Tulpen zeigen sich und Primeln, eine Anemone, der Marillenbaum steht kurz vor der Blüte…………von den Nelken, die den Winter „durchgemacht“ haben, ganz zu schweigen.
Diese Geschenke der Natur und sind für mich mit nichts aufzuwiegen.

Gerade in der heutigen Zeit, in der Materielles oftmals mehr zählt, als alles andere, in der scheinbar nur gut ist, was viel gekostet hat, wäre ein Rückbesinnen auf die Schönheit und Werte unserer Heimat Erde gar nicht so schlecht.

Freilich soll man groß träumen, große Wünsche und Visionen haben. Von der Natur kann man jedoch lernen, den Blick für das Wesentliche zu schärfen.

Wenn du das nächste Mal draußen spazieren gehst, dann schau dich doch einmal um, welche Geschenke du entdecken kannst.

Von 💖 zu 💖











(c) Erika Klann