Sonntag, 15. November 2020

Wir sind VIELES oder das Erbe der Ahnen


Schon seit vielen Jahren beschäftige ich mich immer wieder  mit Ahnenforschung und habe dabei schon allerlei in Erfahrung bringen können. Seit viele Kirchenbücher online verfügbar sind, ist das Forschen sehr viel einfacher geworden.

 

In jüngster Vergangenheit widmete ich meine Aufmerksamkeit der Vorfahren der Mutter meines Vaters. In kurzer Zeit entdeckte ich so manche Tragödie schon bei meinen Urgroßeltern. So wurde mein Urgroßvater schon in ganz jungen Jahren Witwer und heiratete als Vater einer Einjährigen meine Urgroßmutter, die wieder mit 39 Jahren im Jahre 1910 Witwe wurde. Sie hatte 5 Kinder geboren, 4 davon erreichten das Erwachsenenalter. Als mein Urgroßvater mit 40 Jahren starb, war das jüngste Kind gerade einmal 2 Jahre. 1910, eine verwitwete Frau mit einer Schar von Kindern! Meine Urgroßmutter erlebte beide Weltkriege, bevor sie 1951, mit 80 Jahren starb.

 

Über dieses schwere Schicksal wurde nie geredet. Von meinem Vater wusste ich nur, dass sein Opa schon jung gestorben war. Für Gefühle hatten die Menschen damals keine Zeit. Das Leben verlangte wohl andere Dinge von ihnen ab. Als ich das Schicksal meiner Urgroßmutter machte mich sehr demütig.

 

Ich blieb natürlich nicht bei meinen Urgroßeltern stehen, sondern bewegte mich noch einige Generationen zurück. So entdeckte ich, dass ein Teil meiner Ahnen in der näheren Umgebung "herumwanderte", während ein anderer Teil aus einem anderen Teil des Landes zuzog. Je weiter man zurück geht, desto mehrere Ahnen tun sich auf.  Jeder hat wieder ein Elternpaar, das wieder ein Elternpaar hat. Kurz gesagt bedeutet das, wenn man die Linie eines Elternteils zurück verfolgt, so hat man

   1 Elternteil

   2 Großeltern (Opa und Opa)

   4  Urgroßeltern

   8  Ur urgroßeltern

 16  Ur ur urgroßeltern

 32  Ur ur ur urgroßeltern

 64  Ur ur ur ur urgroßeltern

128 Ur ur ur ur ur urgroßeltern  

 

Das sind 256 Vorfahren in direkter Linie bei 8 Generationen. Die meisten hatten Geschwister, die wieder Kinder  hatten usw. Wenn die Vorfahren aus der Umgebung stammten, ist die Chance ziemlich groß, dass sich deren Nachkommen  in der Nähe befinden. Das Wissen um diese Verwandtschaft ist meist über die Generationen verloren gegangen. Fakt ist, dass wir zum Teil die gleiche Genetik in uns tragen und über diese miteinander verbunden sind.

 

Noch mehr verbunden sind wir allerdings mit unseren direkten Vorfahren, denn all ihre Erfahrungen, ihre Tragödien, Kummer und Leid, Verluste sind in unseren Zellen abgespeichert. Natürlich auch das Freudvolle und Schöne. Das Leben früher war jedoch oft hart. Es gab weder fließendes Wasser, es gab keine Bäder und auch kein Wasserklosett, keine Heizung oder sonst welchen Luxus, der uns heute wichtig und nötig erscheint. Die Menschen kämpften zum Teil ums nackte Überleben. Die Geschichten unserer Ahnen sind also in unseren Zellen abgespeichert und nehmen mehr oder weniger Einfluss auf unser heutiges Leben.

 

Wer erlaubt sich den schon ein freies, glückliches, sorgloses Leben. Nach wie vor streben die meisten Menschen nach etwas. So mancher schuftet bis zum Umfallen, fühlt sich hier und dort verpflichtet. Hält sich selbst in so mancherlei Hinsicht gefangen. Erlaubt sich nicht.....

 

Schwer schleppen wir an den Lasten unserer Ahnen. Aber warum?  Das irdische Leben unserer Vorfahren ist längst vorbei. Das übernommene Leid hilft niemanden, im Gegenteil, es hindert unsere Kinder und Kindeskinder sogar am Glücklichsein. Abgesehen davon, kann ich mir nicht vorstellen, dass unsere Ahnen sich die Schwere für uns wünschen.

 

Natürlich sind wir nicht nur die Summe unserer Ahnen, ebenfalls geprägt durch unsere eigenen Erfahrungen, sowie den Energien aus dem Kollektiv und nicht zuletzt  stehen wir unter einem nicht unerheblichen  Einfluss der Medien.

 

So ganz nebenbei haben wir den Kontakt zu uns selbst verloren, zu unserer innersten Essenz, zu unserem Herzen und Gefühlen. Wir haben vergessen, worauf es tatsächlich ankommt.

Wir lassen uns hinreißen zu werten und andere zu bewerten.

Mehr denn je ist es wichtig Verantwortung für unsere Befindlichkeiten zu übernehmen, uns gewahr werden, wie viel doch jeder Einzelne ist. Es wird Zeit unsere Herzen zu öffnen. Für uns selbst und die Menschen um uns.

 

Wenn wir anfangen uns im anderen zuerkennen, könnte dies der 1. Schritt zu einer liebevolleren Welt sein.

 

Die größte Kraft auf Erden ist die Liebe - ohne sie wären wir alle nicht hier. 💞💞

 

Von 💖 zu 💖

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(c) Erika Klann

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