Sonntag, 16. September 2018

Singen und GlaubenssĂ€tze đŸŽŒ đŸŽ¶đŸŽ¶



Bis zu meinem 5. Lebensjahr lebten meine Eltern und ich in einem kleinem HĂ€uschen. Im Garten befanden sich einige BĂ€ume, darunter ein großer, mĂ€chtiger Nussbaum. An einem seiner starken Äste hatte mein Vater eine Kinderschaukel befestigt. Es war eine Schaukel aus Holz.

Stundenlang schaukelte ich im Garten und sang laut vor mich hin. Als kleines MĂ€dchen trĂ€umte ich davon, eine große SĂ€ngerin zu werden. Die Menschen wĂŒrden begeistert sein, von meinem Gesang. KĂŒhn waren meine TrĂ€ume, laut und voller Inbrunst mein Gesang. Bis meine Mutter aus dem Haus kam und mir erklĂ€rte, dass ich falsch singe und nicht singen kann.

Ich weiß noch, wie ich dachte, dass es mir egal ist, was meine  Mutter sagt, aber ich weiß auch noch, dass ich nicht mehr mit der gleichen Energie und Freude sang, als bisher. Ich wusste ja jetzt , dass ich nicht singen kann und so wurde aus meiner frĂŒheren Freude Scham.
Ja, ich schÀmte mich zu singen.

Ich sang also wenn, dann nur noch fĂŒr mich allein. Vor anderen, wie in der Schule zu singen, war mir peinlich. Allerhöchstens sang ich in einer Gruppe mit, aber auch da kam eine immer grĂ¶ĂŸere Scheue, denn in meinem Hinterkopf schwang immer der Gedanke mit, dass ich ja nicht singen kann und auf jeden Fall falsch singe. 

SpĂ€ter sang ich mit meinen Kindern beim Auto fahren, aber sogar zu Weihnachten drehte ich lieber eine Platte auf, als selbst zu singen. Der Gedanke nicht singen zu können, hatte sich mit den Jahren ziemlich verfestigt. Um so mehr hatte und habe ich die allergrĂ¶ĂŸte Hochachtung vor Menschen, die singen können und noch viel mehr fĂŒr ganz besondere Stimmtalente.

Irgendwann in den letzten Jahren hörte oder las ich einmal, dass jeder singen kann, nur kĂ€me es darauf an, seine Stimme entsprechend zu stĂ€rken und schulen. Neue Hoffnung keimte in mir auf, vielleicht doch noch eines Tages "richtig" singen zu können und es wuchs auch der Wunsch, etwas mit meiner Stimme tun zu wollen. Das Schicksal wollte es, dass ich ĂŒber den Flyer einer MusikpĂ€dagogin stolperte, die noch dazu ganz in meiner NĂ€he Unterricht gibt.
Nach einiger "Bedenkzeit" stellte ich mich der Herausforderung und mittlerweile habe ich meine erste Schnupperstunde absolviert. Die große Überraschung war, dass ich dabei erfuhr, eine gute krĂ€ftige Stimme mit einer nicht ganz unbeachtlichen Bandbreite zu haben.

Nach dieser ersten Stunde war es, als wĂŒrde ein Panzer von mir abfallen und ich fĂŒhlte mich plötzlich frei wie nie. Nicht, dass ich jetzt eine Karriere als SĂ€ngerin anstrebe, aber schon allein das Wissen, dass ich Stimme habe, gab mir einen immensen Auftrieb. Wenn ich  jetzt im Auto singe, singe ich mit einer ganz anderen Energie, grĂ¶ĂŸer, stĂ€rker und selbstbewusster und mit einem breiten LĂ€cheln 😃💞

Diese Geschichte soll zeigen, wie sehr uns GlaubenssĂ€tze beeintrĂ€chtigen und hemmen können. Solche GlaubenssĂ€tze entstehen zumeist in unserer Kindheit. Unsere Eltern sind  unsere Helden und Vorbilder. Ihre Wahrheit ist oft auch unsere, bis uns das Leben etwas anderes zeigt. Eltern sind auch "nur" Menschen mit ihren GlaubenssĂ€tzen und Geschichten, nur merkt "Kind" das in der Regel erst viel spĂ€ter.

Kennst du diese Gedanken, die dich hemmen und zurĂŒck halten?
Wo du denkst, "weil das so ist, kannst ich nicht....."
nicht gut genug zu sein, schön genug, passend.....
Bist du dir aber auch ganz sicher, dass das stimmt?

Wenn du voll und ganz die Verantwortung fĂŒr dein Leben ĂŒbernimmst und dich von deinen bisherigen, festgefahrenen GlaubenssĂ€tzen löst, wirst du entdecken, dass das Leben eine Vielzahl von Möglichkeiten fĂŒr dich bereit hĂ€lt! Du bist der Herr deiner Gedanken, KapitĂ€n ĂŒber dein Leben!

Aber nur dann, wenn du dazu bereit bist!

Von 💖 zu 💖







(c) Erika Klann

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