Freitag, 3. Mai 2019

Grenzen erkennen, begreifen und annehmen


Es war ein strahlender, aber windiger Sonnentag, an dem ich mich entschieden hatte mit meinen Walking Stöcken übers Land zu gehen.

Wie schon so oft entdeckte ich hier und dort Dinge in der Natur, die dort eigentlich nicht hingehören. Plastikteilchen, Verpackungen von verschiedenen süßen Snacks usw.

Es tut mir weh und ich kann es nicht verstehen, warum Menschen mit ihrer Heimat, der Erde, so achtlos umgehen. Letztens entdeckte ich mitten im Wald zwei leere Getränkedosen, konnte sie nicht mitnehmen, weil ich nichts zum Reinpacken dabei hatte.

Diesmal, an jenem sonnigen Tag, hatte ich ein kleines Säckchen bei mir und so hob ich die verschiedensten Teile auf, um sie dann zuhause in den Müll zu geben.

Für größere Teile, reichte mein Säckchen leider nicht.
Ich erkannte wieder einmal, dass manche Plastikteile schon richtig in die Erde eingewachsen waren. Mir ist auch schon aufgefallen, dass sich nach den jährlichen Flurreinigungen auch immer wieder Plastikteilchen auf den Feldern oder Windschutzgürteln befinden.
Vielleicht haben wir Menschen schon eine gewisse Sensibilität verloren und haben uns schon an ein gewisses Maß an Müll gewöhnt?

Ich weiß es nicht!

Ich kann mich noch gut erinnern, als wir seinerzeit, ich glaube es war in den 90igern, so richtig intensiv zum Mülltrennen begonnen haben. Heute weiß ich, dass dies nicht überall üblich ist und ich weiß noch, welchen Stress ich mit den Pflegerinnen meiner Eltern hatte, die das Mülltrennen eher als meine Macke ansahen, als einen wichtigen Beitrag für die Umwelt.

Nun, um auf jenen Tag zurück zu kommen.... ich hatte schon einiges eingesammelt und überlegte, wie und ob man Menschen dafür sensibilisieren kann, den Müll auch als solchen zu erkennen, in Schulen vielleicht, so wie meine Mutter als Kind mit der Schule auf die Felder Kartoffelkäfer klauben ging....

Da sah ich einen Zigarettenstummel am Feldweg und packte mein Säckchen aus um ihn einzusammeln. Mit einem Mal erfasste eine Windböe meinen Beutel und ich konnte nur noch zusehen, wie er über die Landschaft geweht wurde. Er drehte sich im Wind, so dass die Teilchen alle wieder heraus fielen. Anfangs wollte ich noch hinterher laufen. Schnell wurde mir klar, dass ich machtlos war. Ich erstarrte! Große Traurigkeit und Ohnmacht machten sich in mir breit. Nach ein paar Sekunden war meine Müllsammeltüte  aus meinem Blick verschwunden.

Warum?! Was sollte mir diese Gegebenheit sagen?

Ich erkannte für mich, dass es offenbar nicht meine Aufgabe ist, "Müllpolizei zu spielen".

Die Erde ist unser aller Heimat, aber ich kann die Welt SO nicht retten.
Was ich tun kann ist, mich selbst immer wieder neu auszurichten in dem was ich kaufe und konsumiere. Wenn das nicht gelingt, dann zumindest meinen Mist auf den dafür vorgesehenen Platz zu geben.

Wir leben in einer Verpackungswelt und es ist nicht einfach ihr ganz zu entkommen.
Jedoch ist es ein Anfang, darüber nachzudenken, wo man was verändern kann.

Die Erde ist unser Zuhause, so wie unsere Häuser oder Wohnungen unser Zuhause sind.
Wenn Menschen ihre Wohnungen zumüllen, dann sind wir ganz erstaunt und verwundert, zeigen mit dem Finger.... aber ganz ehrlich, wer sein Zeugs einfach achtlos zu Boden fallen lässt, tut genau genommen nichts anderes und letztlich hat es mit Wert zu tun.

Bist du es dir wert, in einem sauberen Zuhause zu leben? 

Von 💖 zu 💖









(c) Erika Klann

Keine Kommentare:

Kommentar posten