Donnerstag, 10. September 2015

ich geh mal kurz die Welt retten.....


In einer Zeit der Arbeitslosigkeit wurde mir bewusst, dass ich in meiner bisherigen Tätigkeit in Wahrheit keine Zufriedenheit erlangte. Ich wollte etwas mit Menschen tun, etwas was (für mich) Sinn macht und etwas Positives bewirkt.

So fand ich meinen Weg zur Kinesiologie. Im Prinzip wusste ich vorher gar nicht genau worauf ich mich da einließ, aber es zog mich einfach an und ich wollte diese Ausbildung unbedingt machen.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich beim Aufnahmegespräch gefragt wurde, ob ich zur Selbsterfahrung bereit wäre. Oh, wie ich mich drauf freute, was sollte schon passieren, es geht ja um mich, egal was sich zeigen würde. Wenn etwas kommen würde, was mir nicht so gut gefällt, dann hätte ich zumindest die Chance, dies zu ändern.

Es folgte eine spannende Zeit und es eröffneten sich mir neue Welten. Ich war vorher wenig mit Methoden der „alternativen Medizin“ vertraut. Hatte wohl schon osteopathische Hilfestellung in Anspruch genommen, auch Akkupunktmassage und Akkupunktur probierte ich aus. Ein bisschen beschäftigte ich mich auch mit Heilsteinen oder Homöopathie, aber sonst war ich der herkömmlichen Medizin „verschrieben“.

Als wir dann von Glaubenssätzen, Sabotageprogrammen und vielen mehr erfuhren, war es echt eine neue Welt für mich. Der Muskeltest ist einfach genial und es kam mir alles vor, als wäre das Erfahrene eine komplett neue Errungenschaft.* Wie leicht würde es doch gehen, den Menschen eine Hilfestellung zu einer besseren Gesundheit zu geben.
*dabei gibt es Kinesiologie schon sehr lange

Durch den Umstand, dass wir auch ständig Sitzungen untereinander durchführten, bzw. selbst Sitzungen bei erfahrenen Kinesiologen(innen) machen mussten (durften), zeigte sich auch, wie sich viele Krusten Schritt für Schritt lösten. Wie sich durch die 2 Jahre die ganze Ausbildungsgruppe veränderte.

„Juhuuu, wenn ich fertig bin, dann werde ich die Welt retten !“
 (so sang es in mir)

Ich war voller Euphorie !

Ich landete ziemlich hart! - als ich nämlich erkannte, dass die Welt ja gar nicht gerettet werden will!

Ich war der Meinung, dass ich all meinen Freunden, Bekannten, der Familie zu einem besseren, glücklicheren Leben verhelfen konnte und stellte fest, dass es für viele gar nicht so leicht ist, sich neuen Möglichkeiten zu öffnen.

Viele vertrauen gar nicht der Möglichkeit der Selbstheilung oder möchten gar nicht wissen, wo ihre Urverletzungen statt gefunden haben. Man unterdrückt Ängste und Schmerzen lieber mit Chemie. Kurzfristig mag es  seine Berechtigung haben, aber ist es langfristig wirklich gut, Dinge die sich körperlich zeigen, chemisch zu unterdrücken? Zumeist melden sich dann an einer anderen Stelle „neue“ Symptome, denn unsere Seele lässt sich nicht „unter“-drücken.

Da ist der Bekannte, der von vornherein sagt: „Bei mir hilft das nicht, weil ich nicht daran glaube.“ – Lieber Schmerzen und Ängste – ist das wirklich die Alternative? Was hält jemanden davon ab, etwas auszuprobieren, was man gar nicht kennt – mit der Möglichkeit zu einem besseren Leben? – wieder die Angst und vor allem, wodurch definiert man sich dann, wenn man nicht über dies und jenes klagen kann?

Da ist die Frau die gute Fortschritte gemacht hat und sich dann doch entscheidet, dass eine Unbefindlichkeit lieber zu ihrem Leben gehört, als sich so manchen Dingen der Vergangenheit zu stellen, die sich auch schon deutlich gezeigt haben. Sie sagte auch ganz klar: „Da will ich nicht mehr hinsehen.“ Die Option auf ein „anderes, leichteres“ Leben wird lieber unterdrückt.

Da ist auch die Frau, die sich so gern als Opfer des Lebens sieht und immer vor dem Alleinsein flüchtet… nach einer Sitzung zeigt und bewegt sich etwas, aber dann entscheidet sie sich doch lieber für die Flucht ins Außen.

Ja, was wäre man dann, wenn man nicht mehr Opfer ist und man plötzlich die Verantwortung eines Erwachsenen übernehmen würde? Wer und was bin ich dann? Die Möglichkeit glücklich und zufrieden zu sein scheint nicht für jedermann sehr erstrebenswert.

Da ist dann noch die Frau, die meine Mutter ist – die seit Jahrzehnten an einer Krankheit leidet, „gegen die einfach nichts hilft“- „niemand weiß, wie das bei ihr ist“*
(*Worte meiner Mutter)

Selbst als der Arzt zu ihr sagt, dass er mit seiner Medikamententherapie nicht mehr machen kann, als ihr die Tabletten zu geben, die sie bereits seit Jahren erhält, aber zugeben muss, dass (m)eine Cranio Sacral Therapie positiv für sie wäre, und sie diese Ressource nutzen soll, hat sie doch kein Interesse auf Besserung. Sie interpretiert es mit „der Arzt hat gesagt, er kann mir auch nicht helfen.“ – „nichts kann mir helfen.“ –
(nach einigen Cranio Sacral Sitzungen konnte man sehr wohl das Gegenteil von ihren festen Glaubenssätzen erkennen.)

Aber so hält sie eben die ganze Familie in Schach, je nach Befindlichkeit und übergibt (unbewusst) die Verantwortung für ihr Leben. Natürlich geht es ihr nicht gut und ich bedaure das wirklich sehr – gleichzeitig ist es aber auch ihre Wahl. Es gibt immer eine Wahl und es ist auch eine Wahl nichts zu verändern, weiter zu „leiden“ bzw. zu „er-tragen“.

Das kleine Mädchen in mir, würde wieder und wieder versuchen sie doch noch zu bewegen, sich helfen zu lassen – die erwachsene Frau in mir, nimmt ihre Wahl zur Kenntnis.

Es ist nicht meine Aufgabe und schon gar nicht meine Verantwortung.

Gleichzeitig ist sie mir aber eine große Lehrerin, denn ich selbst bin durch viele Krisen gegangen und habe mich immer fürs Leben entschieden – für die Selbstbestimmung und fürs Vorwärtsgehen.

Meine Mutter hat mir gezeigt, dass man die Welt nicht retten kann, nur den, der sich für eine positive Veränderung entscheidet.

So wie mein Sohn, der zwar nicht dran „glaubt“, aber dennoch, wenn der Leidensdruck zu groß ist, den Weg zur Therapieliege nimmt und dann mit unterdrückter Freude vom schmerzfreien Gehen erzählt…….und natürlich alle Klienten/innen, die gern energetische Hilfestellung in Anspruch nehmen um sich dem Neuen zu öffnen.

Wenn du für dich selbst leuchtest – ohne die Welt retten zu wollen – dann werden sich ganz von selbst, viele Lichter an deinem Licht entzünden – um dann zusammen ein großes Lichtermeer zu ergeben !


(c) Erika Klann

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