Donnerstag, 14. Januar 2016

Wie viele Lieben kann ein Mensch haben - Frieden mit der Vergangenheit

".... ob dein Schmerz und Kummer enden werden,
hängt davon ab, wie gut du deine Unwissenheit über dein
wahres inneres Selbst überwindest."
(Bhagavad Gita, Weg der Erkenntnis, Jack Hawley)



Über die Feiertage habe ich es mir abends gerne gemütlich gemacht. An manchen Abenden beschäftigte ich mich mit Strickereien und nebenbei lief der Fernseher.

Meine Programmauswahl  reicht  von Komödien, Familiengeschichten und Liebesfilmen, über Dokumentationen (meistens im Gesundheitsbereich) bis hin zu Reiseberichten. Die beiden letzteren erfordern allerdings meine volle Aufmerksamkeit, da geht nebenbei nichts.

Diesmal erschien mir die Auswahlmöglichkeit von neuen Filmen eher gering, sodass ich mir so manche Wiederholung ansah. Ideal, wenn man dabei strickt.

So kam es, dass ich mir nach langer Zeit verschiedenste Teile der Serie"Sex and the City" anschaute.
Ich habe mir diese Serie seinerzeit sehr gern angesehen. Jede der 4 zumeist (Single)-Freundinnen fand und finde ich einzigartig. Wenn man sich nicht von der Mode ablenken lässt, so kann man sehr gut wahrnehmen, dass Jede im Grunde auf der Suche nach Liebe ist.

Selbst die sexsüchtige Samantha begann ab und an ihr Herz für einen Mann zu öffnen und tat sich dabei sehr schwer, weil die Angst vor Verletzung sehr groß war.

Menschen, die sich von einem Sexabenteuer ins nächste stürzen tun dies ja nicht zuletzt um sich selbst wieder zu spüren. Ihr Herz wurde so verletzt, dass sie es so fest verschlossen haben und kaum  Zugang zu ihren (wahren) Gefühlen haben. Wenn sie die Liebe dann wirklich mal "trifft" dann ergreifen sie entweder gleich die Flucht ins nächste Abenteuer, oder öffnen sich im besten Fall ganz langsam.

Dann war da noch Carrie Bradshaw, die in ihrer Kolumne "ihre Geschichten" über Singles und Beziehungen niederschrieb. In einer Folge stellt sich Carrie, da sie gerade Single war und  zwei (großen) Lieben hatte, die Frage - "Wie viele Lieben kann ein Mensch haben" –  ihre Stimmung lag zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit .....

"Wie viele Lieben kann ein Mensch haben?"

Ich glaube, dass die Art zu Lieben sich mit den Jahren verändert. Es gibt wohl Menschen, die uns mehr berühren, als andere, dennoch verändern sich unsere Wertigkeiten. Gleichzeitig haben wir im Laufe der Jahre sehr viel "inneren Müll" angehäuft und wir sind nicht  mehr so frei wie in jungen Jahren. Wir sind ängstlicher, vorsichtiger - sprich geprägter, durch vergangene Erfahrungen.

Erfahrung ist ja grundsätzlich nichts schlechtes, aber wenn wir diesen ganzen (Beziehungs)-Müll nicht entsorgen, so werden wir nie wirklich frei und hingebungsvoll lieben können. Ebenso werden wir gleiche Partner anziehen, die sich auch nicht hingeben können.

Wenn wir uns die Liebe als eine wunderschöne Blume vorstellen, so müssen wir uns überlegen, was eine Blume braucht, um gut gedeihen zu können.

Erstens braucht es einen guten, nahrhaften Boden  und zweitens braucht es einen guten Samen.

Wenn wir uns nun vorstellen, dass ein Partner der Boden ist und ein Partner der Samen, dann kann jeder für sich überprüfen, ob er ein guter Boden oder guter Same wäre.
Was meine ich nun  mit "guter Boden" oder "guter Same"?

Hast du dein Herz geheilt? Bist du in Frieden mit deiner Vergangenheit - bis zurück zur Kindheit?

Kannst du  jemandem dein Herz öffnen ohne nach seinen (äußeren) Fehlern zu suchen. Bist du bereit dich auf einen Menschen einzulassen, wie er ist - mit all seinen Stärken und Schwächen?

Egal ob er groß oder klein ist, dick oder dünn, Falten im Gesicht hat, eine schiefe Nase  oder sonstige körperliche Unebenheiten?

Kannst du dich berühren lassen - sowohl auf geistiger als auch körperlicher Ebene?

Sorge dafür, dass du einen guten Nährboden für die Liebe schaffst, oder ein guter Same bist.

Natürlich ist es möglich, dass zwei zusammen kommen, wo dieses „Entmüllen“  nicht stattgefunden hat, oder nur auf einer Seite, dann braucht es aber ganz viel Dünger und ganz viel Wasser, um diese Pflanze auf Dauer zum Wachsen und Blühen zu bringen. Oft wächst nur etwas in die Höhe, bringt aber keine Blüten oder Früchte hervor. Es wird schwierig, anstrengend und auf Dauer ermüdend. Viele trennen sich dann, oder bleiben aus anderen "verbindenden" Gründen zusammen - meistens aber nicht aus Liebe.

Es ist jedoch nie zu spät, sich den alten Themen und Verletzungen zu stellen. Selbst in einer langfristigen Partnerschaft, die einfach nur noch dahin läuft, bringt das "Entrümpeln" neuen Wind.
Es ist egal, wie viele Lieben ein Mensch haben kann.

Wenn du dir eine wundervolle Liebe wünscht, dann schaffe den geeigneten Boden dafür und öffne dein Herz ganz weit - für DICH - indem du dich liebst und annimmst, so wie du bist -  und für alle Menschen.

 Irgendwann wird dann der/die richtige PartnerIN den Weg zu dir finden.

Von Herz zu Herz

(c) Erika Klann

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