Freitag, 12. August 2016

Belinda, Rambo und ich - drei Seelen im Umbruch


Rambo ist nun schon seit 3 Wochen bei uns. Langsam hat er sich eingewöhnt und versteckt sich nun auch nicht mehr, wenn ich die Eingangstür aufschließe. Im Gegenteil, er kommt mich nun sogar schon begrüßen.

Er ist wirklich ein ganz lieber, entzückender und braver Kater.

Das ist allerdings meine Sicht. Vor allem habe ICH Rambo ausgesucht.
Es war auch meine Wahrnehmung, dass Belinda, seit sie allein war, weniger gefressen hat und viel mehr unterwegs war, als früher.

Belinda, die durch den Neuzugang zwangsbeglückt wurde, ist weniger begeistert.

Seit Rambo da war, war sie noch weniger zuhause. Sie hat ihn meistens angeknurrt, bzw. tut es noch immer. So kam  sie nachhause, fraß und schon war sie wieder weg. Möglichst nicht mit ihm zusammen kommen - so wirkte es zumindest. Es ging sogar so weit, dass sie gleich 2 Tage gar nicht nachhause kam und ich mir dachte, dass sie nun ganz ausgewandert wäre. War sie glücklicherweise nicht, ich entdeckte sie am Nachbargrundstück neben einem Busch. Von dort kam sie aufgrund meiner Rufe miauend nachhause. Das war vor 3 Tagen. Nun sitzt sie abends, sobald ich es mir im Wohnzimmer gemütlich mache, auf mir. Es ist gefühlsmäßig ähnlich einer Belagerung. Dabei ist ihr ganz egal, was ich mache, sie breitet sich einfach auf mir aus. Wenn ich sie runter geben möchte, dann protestiert sie.

Rambo, beobachtet sie von der Ferne und verkriecht sich bei Bedarf wieder in der Wohnlandschaft. Er versucht sich ihr immer wieder zu nähern, macht aber auch immer wieder einen Rückzieher. Wenn sie von draußen kommt, dann begrüßt er sie (er traut sich noch nicht hinaus), sie beschnuppern sich, aber dann, nach kurzer "Wiedersehensfreude" fremdeln sie sich wieder an.

Damit sie sich mehr aneinander gewöhnen, lasse ich sie seit ihrem Ausriss, weniger hinaus.

Langsam haben sich die Dinge verändert:
Lag sie gestern noch am Bücherschrank zum Schlafen, liegt sie jetzt in einer der Höhlen am Boden.
Er beschnuppert alles, wo sie gesessen ist und am Morgen fressen sie nun seit 2 Tagen nebeneinander. Belinda scheint aber nun das Fressen für sich entdeckt zu haben, da sie, sobald er den Fressnapf verlässt, aus seinem Napf weiter frisst. Ihre Reste verzehrt er dann kurz drauf.
Ihr Hunger ist also mehr als 100 % wieder zurück.

Heute hat sie, als er neben ihr fraß, an seiner Hinterseite gerochen. Er blickte nur kurz auf und fraß unbeirrt weiter. Als sie nach 2 Tagen wieder nachhause kam, lief er ihr hinterher und roch an ihrer Hinterseite. Nach meiner Beobachtung, scheint das Riechen dort, eine Art Erkennungszeichen. (hab aber nicht darüber recherchiert)

Rambo wirkt manchmal ein wenig verloren und traurig, oder es scheint ihm langweilig zu sein. Fressen würde er ständig und vom Streicheln kann er ebenfalls nie genug bekommen.
Er bemüht sich um Belinda, läuft ihr immer wieder entgegen, geht aber auch gleich wieder, wenn er merkt, dass sie noch immer spinnt.
Er hat sein altes Leben komplett verloren  und ist wirklich sehr tapfer.

Belinda, unsere Prinzessin, muss wohl ihr Revier verteidigen, gleichzeitig, war sie von Ihrer Geburt bis zu Romeos Verschwinden noch nie allein und hat ihren Bruder seinerzeit oft bemuttert. Der wieder hat des Öfteren den Macho raushängen lassen.
(Ich habe einmal einen Blog darüber geschrieben)

Ich bin zuversichtlich, dass sich die beiden weiterhin annähern.

Mir fällt aber auf, dass wir Menschen doch oft sehr ähnlich reagieren.

Wie oft kann man DAS Schöne nicht nehmen, weil "Danke, ist doch gar nicht notwendig."
Oder  in einer Partnerschaft - wie oft kann man beobachten, dass Menschen einen Partner anziehen, der sie nicht wertschätzt und findet sich dann jemand, der sie wertschätzen würde, dann können sie nicht damit umgehen. Lieber wendet man sich dem "Bekannten", "Vertrauten" zu, wenn es auch nicht sooo optimal (oder schlimmer) ist, als dem "Unbekannten" anzunähern.

Wenn ich meine beiden Süßen so beobachte, wie sie einander umkreisen, dann muss ich schon immer wieder schmunzeln, wie "menschlich" Katzen doch sind. Er nähert sich ihr immer, um dann aber doch wieder wegzulaufen. Ihr lässt die Situation aber auch keine Ruhe und verfolgt sie ihn mit ihren Blicken. Dann versteckt er sich wieder, um dann wieder vor ihrer Nase herum zu springen. Sie versucht nahezu zwanghaft ihren Platz bei mir zu behaupten und frisst sich voll, wie nie zuvor.

Wie leicht es die beiden doch haben könnten, wenn sie einander einfach nur akzeptieren würden.

Kennst du aus deinem Leben Situationen, in denen du es dir unnötig schwer gemacht hast, obwohl es leichter hätte sein können? Das Glück stand praktisch schon vor dir und du hast nicht gewagt, es anzunehmen?

Belinda blieb lieber zwei Tage von ihrem zuhause weg, als diesen lieben Kerl zu akzeptieren.

Was nehmen wir Menschen nicht alles in Kauf, und sabotieren uns selbst?

Der Weg zum Glücklichsein ist gar nicht so weit, wie du denkst!

Lebe so, als hättest du keine Geschichte, liebe, lache, tanze, sei glücklich! 

Du darfst es dir wert sein!


Von Herz zu Herz








(c) Erika Klann

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