Samstag, 11. März 2017

Wenn plötzlich die Zeit stehen bleibt.....

Viele kennen ihn wohl, diesen Moment wo plötzlich nichts mehr wichtig ist, nichts mehr von Bedeutung. Die Zeit scheint still zu stehen und dennoch dreht sich das Leben schneller weiter, viel schneller als bisher. Gleichzeitig gibt es keine Flucht aus diesem Rad, das sich schneller und schneller zu drehen scheint. Du befindest sich im totalen Chaos und musst einfach hindurch, wissend, dass nach jedem Chaos entsteht eine neue Ordnung....

Ich ging in den letzten Wochen durch ein Chaos, das ich in der Form noch nicht kannte.
Plötzlich erkrankte mein Vater akut und wurde ins Krankenhaus gebracht. Die Erkrankung war sehr ernst und ich wusste, dass ich meinem Vater jeden Beistand geben wollte, der mir in meiner Funktion als Tochter, aber auch als Energetikerin möglich war.

Dazu war es nötig, meine pflegebedürftige Mutter so rasch als möglich gut unterzubringen, da sie seit einigen Monaten vermehrt stürzte und kaum mehr allein gelassen werden konnte.

Ja, mit der Erkrankung meines Vaters stürzte ein schon sehr wackeliges Kartenhaus komplett in sich zusammen. Dieser Einsturz brachte Chaos!

Er hatte meine Mutter weitgehend versorgt und nie gesagt, welche Hilfe er benötigen würde und nun, ganz egal, wie er gesunden würde, eines war klar, so wie es war, würde es nicht mehr weiter gehen und es war nötig Veränderungen durchzuführen.

Über unser Erleben rund um den Krankenhausaufenthalt möchte ich nicht weiter schreiben, nur  soviel, dass in einem Krankenhaus Menschen nur nach ihrem Alter beurteilt werden, ganz egal, welches Leben jemand geführt hat, wie fit jemand war oder sonstiges. Alt scheint schon ein gewisses Urteil zu sein. Es werden fixe Therapiepläne "durchgezogen", ohne dabei irgendwelche Nebenwirkungen zu beachten, ganz egal, ob der Patient diese nun hat oder nicht. 
Aussage einer Ärztin: "Man gibt alten Menschen dieses Präparat." Ein "Warum?" brachte keine Antwort. - Es handelte sich  um ein Antipsychotikum, das Halluzinationen verursachen kann, unter denen mein Vater ganz offenkundig litt und die erwünschte Erholung konnte so auch nicht eintreten.....

Ebenso spart sich unser System kaputt, denn es fehlt überall an Personal, ganz egal ob im Krankenhaus oder im Pflegeheim.

Diese Menschen, die heute als alt aufs Abstellgleis gestellt werden, haben in den Nachkriegsjahren unser Land aufgebaut - mein Vater hat 60ig Stunden in der Woche als Installateur gearbeitet und mitgeholfen, neue Wohnungen zu schaffen. Zudem ist er noch kriegsversehrt * Für diese Generation, der wir im Prinzip heute alles verdanken, gibt es keine ausreichenden Ressourcen  im Pflegebereich!

* am Rande bemerkt: seine jetzige Erkrankung trat genau am 72. Jahrestag seiner Kriegsverwundung auf!

Nun war für uns (mein Bruder, meine Tochter und mich) klar, den Vater so rasch als möglich aus dem Krankenhaus in häusliche Pflege zu übernehmen. Bis wir ihn nachhause nehmen konnten, gab es für mich viel zu beachten und organisieren.....

....Pflegebett, 24h-Betreuung, medizinische Betreuung, das Haus für die 24h-Betreuung putzen und vorbereiten, die Mutter ebenso immer wieder mal besuchen und unterstützen, Wäsche mitnehmen, den Vater so gut es geht stabil halten und mit Energiearbeit seine Selbstheilungskräfte immer wieder anregen, Gespräche mit Ärzten und Schwestern, Sorgen...Pflegegeldtermine etc etc..... also Chaos pur! Ich fühlte mich teilweise ganz hart am Limit!

Nichts zählte mehr, die eigenen Bedürfnisse werden in so einer Krisensituation fast ganz zurück geschraubt - die Nahrungsaufnahme erfolgte eher zwischendurch und wenn möglich versuchte ich mit Spaziergängen etwas Ruhe in mein Inneres zu bekommen. Mir bewusst auch meine Zeit zunehmen und mir Hilfe zu holen. Als eine Bekannte einen Besuch bei meiner Mutter übernahm brachte mir etwas Frieden.....

Langsam kehrt nun Ruhe ein, mein Vater erholt sich recht gut, macht immer wieder große Schritte vorwärts, dann auch mal wieder kleine Rückschritte, aber das darf sein. Er hat auch schon viel erlebt und darf nun ausruhen - was ihm gar nicht leicht fällt.

Mein Bruder, der sich zu allem Überfluss in diesem Chaos das Schlüsselbein gebrochen hat, ist auch sehr für unseren Vater da und die beiden haben nun auch die Chance ihre Beziehung neu auszurichten. Darüber freue ich mich von Herzen.

Ja, in jedem Chaos stecken auch viele neue Chancen, Dinge neu auszurichten. Dieses Kartenhaus musste eines Tages zusammen brechen und befanden wir uns vorher in einer gewissen Starrheit, konnten den Ausweg nicht sehen, so hatte ich nun innerhalb einer Stunde alles organisiert.

Ja, das Chaos zeigt uns unsere Stärken und Potenziale und es brachte eine neue Form des Zusammenhaltens und Zusammenwachsen.

In dem Chaos wurden neue Verbindungen hergestellt und sogar andere aus ihrem Chaos ein wenig befreit.

Mich hat es gelehrt noch mehr meinen alternativen Weg zu gehen, wach zu bleiben, und mir meine eigene Meinung zu bilden, unabhängig sämtlicher Unkenrufe.

Mein Vater wurde 2 Tage nach einer Kinesiologiesitzung mittels Surrogat wieder "wach" und begann wieder zu Schlucken, sodass eine Ernährungssonde vom Tisch war.
(Laut Schulmedizin hätte es noch Monate dauern können)

Hinter jeder Erkrankung liegt eine Ursache, die es zu erkennen gilt.

Wir sind nicht nur unser Körper, sondern Körper - Geist - Seele.

Wenn ein Mensch Willen, Lebensenergie und Kraft hat, dann gilt es für mich, diese zu unterstützen und sich nicht zu begrenzen. Es gibt nichts, was es nicht gibt, außer dort, wo man sich selbst einen Riegel vorschiebt.

Langsam kehrt also wieder Ruhe ein und aus dem Chaos beginnt sich etwas Neues zu bilden....die Wogen beginnen sich langsam zu glätten und ein neuer Frieden kehrt ein.

Mit Hilfe von mir nahe stehenden Menschen, bin ich durch dieses Chaos durchgegangen, aber da war auch etwas, das mir immer wieder ins Ohr flüsterte "Vertraue, alles wird gut!"

So flüstere ich dir ebenso ins Ohr, wenn du mal im Chaos steckst: "Alles wird gut und kommt wie es kommen muss!"


Von 💖 zu 💖










(c) Erika Klann

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