Donnerstag, 27. August 2015

Mensch-l-ICH-keit

Menschen waren immer schon in verschiedenste Gruppen eingeteilt:
Man denke nur kurz an Indien und das Kastensystem…
Reich und Arm ist wohl eine der gravierendsten Unterscheidungen.
Es gibt verschiedene Menschen-Rassen, bzw. Nationen, verschiedene Religionsgemeinschaften. Das kann man runter brechen in Große und Kleine, Wilde und Zahme, Gesunde und Kranke ….
 
....im Moment scheint GUT und BÖSE ziemlich „IN“ zu sein.

Die Welt des Internet ist nahezu „überschwemmt“ von Gut und Böse.

Was mich dann aber zum Nach-Denken angeregt hat, war, dass selbst Menschen die „Ruhe-in-deiner-Mitte“-Seminare anbieten, ganz massiv gegen die BÖSEN posten. Nicht nur einmal um sich vielleicht mal seinen Unmut Luft zu verschaffen, sondern regelrechte  Kampagnen starten und Fans sind natürlich auch rasch gefunden. Ich habe mich dann gefragt, „macht einem so was wirklich zu einem besseren Menschen, oder besteht in Wahrheit zu denen, die diese Menschen ver-/beurteilen dann überhaupt eine Unterscheidung?“ Ist diese Vorgangsweise letztlich nicht die Gleiche, nur auf eine andere, „unterschwellige Art“ und alles im Namen der Menschlichkeit.

 
Menschlichkeit – ja was ist das den eigentlich???

 Ich habe den Begriff gegoogled und dieses Zitat ist eines der Ergebnisse:

 „Menschlichkeit als Aufgabe / Bekenntnis zum Humanismus als ethische Orientierung.“

Ja, so sehen wir uns gern, die wunderbaren, guten Menschen, die nur Frieden halten und allen Menschen helfen. Aber ist das wirklich Menschlichkeit in einer Gesamtheit oder nur ein Wunschgedanke, ein Zerrbild unseres Egos?

Eines meines Lieblingsbücher ist „Gespräche mit Gott“.
Darin sagt Gott, er hat den Menschen geschaffen um sich selbst zu erfahren. Er hat den Menschen als Teil, als Aspekt seiner Selbst erschaffen, um sein wahres ICH zu erkennen, mit allem was ihn ausmacht. Das beinhaltet sowohl das Gute, als auch das Böse.

Menschlichkeit beinhaltet also alles, was wir nun einmal sind und dazu gehören auch Eigenschaften, die wir nicht so gern sehen wollen, oder auch nicht so gern als unsere eigenen Eigenschaften akzeptieren wollen.
 
In jedem von uns steckt jeder Aspekt und so auch:

Eifersucht, Neid, Gier, Scham, (Mord)Lust, Hinterlist, Argwohn, Hass, Unzufriedenheit, Streitsucht, Aggression, Uneinsichtigkeit, Sturheit,  Rachsucht .…..

Sie sind genauso in uns verankert, wie

liebevoll, zärtlich, pflegend, zufrieden, glücklich, herzlich, tolerant, maßvoll, freigiebig, einsichtig, rücksichtsvoll, ehrlich, kooperativ, Brücken bauend, friedliebend, hilfsbereit ..…

Alles gehört zur Menschlichkeit, weil es Eigenschaften sind, die wir Menschen mehr oder weniger AUS-leben.

Machen wir einen kurzen Ausflug in die Tierwelt.

Kennt jemand alle diese „negativen“ Eigenschaften auch bei Tieren, die in der Freiheit leben?

Hat man schon davon gehört oder gelesen, dass die z.B. Elefanten gegen die Löwen mobil machen und quasi in den Krieg ziehen?  Oder andere Tierarten in Herden aufeinander losziehen?  Sich gegenseitig ausrotten ?

Fleischfressende Tiere jagen, wenn sie Hunger haben und fressen zumeist ihre Beute.
Das grasfressende Tier grast, wenn es Hunger hat.

Wie gehen wir zum Beispiel mit Nahrungsbeschaffung um? Wir horten sehr oft oder werfen sehr viel an Nahrung weg. Wie viel ist uns ein Tierleben wert, abgesehen von unseren teilweise über alles geliebten Haustieren? Achten und schätzen wir das Fleisch, dass wir verzehren. Schlachten wir nur die Tiere, die wir auch tatsächlich verspeisen?
 
Wie leben Tiere miteinander oder Pflanzen? Viele bilden Symbiosen und im Großen und Ganzen gilt sehr oft das Prinzip „Leben und Leben lassen“
 
Wie ist das bei uns Menschen ? Bei “der Krönung der Schöpfung“ – als die  wir uns gern sehen.

Ich möchte hier absolut nicht richten, oder etwas ver- oder beurteilen.
Es geht mir nur um Denk-Anstöße zum Thema Menschlichkeit.

Wir alle haben all diese Aspekte in uns und je bewusster wir uns dessen werden, desto einfacher können wir die „negativen“ Aspekte integrieren und uns bewusster den „positiven“ Aspekten zuwenden. Es ist einfach “das Böse“ im Außen zu erkennen, aber es gibt jedem die Chance es im Inneren zu reflektieren.

Darum geht es und das ist es auch worauf es ankommt. Auf das Be-Wusstsein und auf das sich vollkommen so anerkennen, wie man ist und auch die anderen sind. Das bedeutet ja nicht, dass man sich deswegen mit allen Menschen zusammentun muss oder der gleichen Meinung sein. Es bedeutet lediglich –  leben und leben lassen. Jeder soll die Freiheit zur eigenen Meinung haben und auch zur Meinungsänderung.

In Gespräche mit Gott steht auch, dass der Mensch die Freiheit bekommen hat, so zu leben wie er das möchte, aber Freiheit bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen. Voll und ganz.

JETZT ist die beste Zeit, unsere Menschl-ICH-keit*, unser Mensch-sein anzuerkennen, unsere volle Verantwortung zu übernehmen und anderen ihre Verantwortung zu überlassen.
* Mensch-l-ICH – alles was zum Mensch-sein  gehört,  bin ICH

Mit wechselseitigen „An/Be-schuldigen“ ändert sich nichts. Wir suchen so oft nach Gerechtigkeit in der Welt und finden Sie in uns selbst nicht.

Wenn jeder gut auf sich selber achtet und sich selber wertschätzt, dann kann man anderen ihre Anders-Meinungen lassen, ohne daran großen Anstoß zu nehmen.

Das wäre eigentlich die Kunst, jeden Menschen so zu nehmen, wie er ist, und vielleicht sich auch ein wenig einfühlen, warum jemand so sein könnte, ohne es zu bewerten und zu beurteilen – einfach um ein wenig zu verstehen.

Wenn wir aufhören würden, in Gut und Böse, in Positiv und Negativ, zu denken, dann käme es viel mehr vom Ich zum Wir.
 
Mit Selbstachtung, Selbstliebe, Wertschätzung und Liebe für die Welt !




(c) Erika Klann

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