Sonntag, 30. Dezember 2018

....und dann packte ich meinen Koffer - auf ins neue Zuhause


Nun war der er da, der große Tag, an dem ich meine Koffer zu packen begann.

Hinter mir lagen 10 herausfordernde Monate. Eine - für mich - Großbaustelle war zu bewältigen, unter anderem zum Teil mit „Professionisten“, die alles andere als „picobello“ gearbeitet haben. Es gab so vieles zu planen und organisieren. Ich durchlief sämtliche Gefühlslagen, die ein Mensch durchleben kann. Ohne mir selbst professionelle (energetische und mentale) Hilfe zu holen, hätte ich das alles vielleicht gar nicht geschafft.

Mein Leben richtete sich wieder einmal komplett neu aus, weil gerade in so einer Ausnahme-situation zeigt sich ganz genau, wer Freund ist, wer da ist, wenn man Tiefen durchwandert und wer ein „Schönwetterfreund“ ist. Während manche Freundschaften auf einem festen Fundament stehen, sind andere nur auf Treibsand gebaut.

Aber ich hatte es geschafft, ich hatte Wind und Sturm getrotzt und nun war der Tag des Kofferpackens gekommen. Dem Kofferpacken folgte das Möbel tragen. Gott Lob, hatte ich ein paar Erdenengel, die meinen Umzug ins neue Zuhause erleichterten und tatkräftig unterstützten.

Ich ließ aber auch etwas zurück......

Zurück ließ ich ein Zuhause, in das ich vor 19 Jahren und 5 Monaten mit meinen Kindern, damals 6 und 8 Jahre, gezogen war. Die Ehe mit dem Vater meiner Kinder war gescheitert und ich fing in einem neuen Heim ganz neu an. Damals, mit 33 Jahren, war ich voller Träume und Hoffnungen. Es waren Jahre sämtlicher Herausforderungen, die sich einer alleinerziehenden, berufstätigen Mutter so bieten können. Lachen und weinen, Freud und Leid, lagen manchmal ganz nah beieinander. Im Laufe dieser 19 Jahre ist viel passiert.Vieles hat sich verändert, Neues kam und Altes ging. Aus eigener Kraft steckte ich immer wieder viel Herzblut und auch finanzielle Aufwendungen in diese Wohnung, die so viele Jahre mein Zuhause war.

Als mein Vater dann ernsthaft erkrankte, wurde mir das erste Mal klar, dass vielleicht schon sehr viel früher als ich dachte, eine Entscheidung anstehen würde, sein Tod besiegelte dies. Die Menschen, mit denen ich mehr als 19 Jahre unter dem gleichen Dach gelebt habe, haben mir die Entscheidung leicht gemacht, weil ich erkannte, dass wir in verschiedenen Richtungen denken und fühlen. Es ist scheinbar einfacher gemeinsam gegen etwas zu sein, als gemeinsam für etwas, noch dazu wenn es einem nicht persönlich betrifft. So verließ ich dieses Zuhause, in dem ich die längste Zeit meines Lebens verbracht habe, ohne einen Hauch von Wehmut oder Traurigkeit.

Es war gut so und es ist gut so!

Die erste Nacht im neuen Zuhause verbrachte ich just in der Nacht zur Wintersonnenwende und an dem 92. Geburtstag meines Vaters. Dies hatte ich weder so geplant, noch beabsichtigt, das Leben brachte es so. So traurig und schmerzvoll es ist, einen geliebten Menschen gehen zu lassen und sein Gehen anzunehmen, so freudvoll darf auch ein Neuanfang sein. Das Heim, das mein Vater in den 70iger Jahren geschaffen hat, habe ich nun im 2018er Jahr upgegradet (um es auf neudeutsch auszudrücken). Er hat den Grundstein gelegt, ich habe ihn erweitert.

So bin ich nun an dem Ort angekommen, den ich schon als kleines Mädchen mit ca. 3 Jahren durch ein Loch im Gartenzaun erkundet habe. Wir lebten damals zur Miete im Nachbarhaus. In einem unbeobachteten Moment schlüpfte ich durch dieses Loch im Zaun und erkundete das Nachbargrundstück, das mir so geheimnisvoll erschien. Ich erinnere mich noch gut, als ich zwischen den Johannisbeerstauden in Nachbars Garten herumspazierte. Diese waren damals höher als ich mit meinen 3 Jahren.

Seit damals ist viel passiert, auf diesem Grundstück, in meiner Familie, in meinem Leben.

All dies gehört der Vergangenheit an. Nun darf Neues entstehen. Stück für Stück.

Einige Klienten waren schon in meiner neuen Praxis, um sich auf Ihrem Weg zu einem glücklicheren Leben unterstützen zu lassen und es ist nun wieder Platz um mich auch meiner zweiten Leidenschaft, dem Schreiben, zu widmen.
Ich freue mich auf alles was nun neu entstehen wird.

Die Wintersonnenwende bringt nun das Licht wieder zurück, die Tage werden wieder länger und ein neuer Abschnitt im Kreislauf des Lebens hat längst begonnen.

Die Wohnung, mein altes Zuhause, ist geräumt und geputzt und bereit neuen Menschen ein neues Zuhause zu geben. Meine  Koffer sind ausgepackt, ich bin angekommen und so gehe ich morgen voller Vorfreude ins kommende Jahr 2019!

Ein glückliches, fröhliches Jahr, sowie Frieden im Herzen, wünsche ich allen Menschen auf Erden.

Von 💖 zu 💖






(c) Erika Klann

Freitag, 30. November 2018

Die Zeit danach - oder dann war das 1. Trauerjahr vorbei



Letztes Jahr im November schloss mein lieber Papa für immer die Augen. Sein Ende kam nicht überraschend, denn wir hatten 9 Monate Zeit uns auf diesen Moment vorzubereiten. Neun Monate Kämpfe gegen das unwiderruflich Festgeschriebene, Kämpfe gegen die Zeit, die abgelaufen war.

Selbst wenn ich mich innerlich darauf vorbereiten konnte, oder die Vernunft sagte, dass er doch immerhin fast 91 Jahre wurde, dass der Tod nicht das Ende ist, so ist es letztlich immer zu früh.

Vielleicht ist man ein wenig dankbarer, dass man diese Person so lange an seiner Seite haben konnte, aber wenn man dann wieder andere sieht, die mit beispielsweise 95 Jahren noch immer fit sind, dann kommt auch dieses Gefühl von "Warum nicht er, wo er sich doch immer so fit gehalten hat" Warum nicht? Weil seine Zeit einfach vorbei war und er ein Recht hatte, zu gehen.

Nur langsam findet in der Trauer die vollkommene Akzeptanz ihren Platz, sodass die Trauer mit der Zeit sich in liebevolle Erinnerung wandeln kann.

Anfangs habe ich so sehr geweint, wenn ich Bilder meiner Kindheit mit meinem Vater sah, oder andere Bilder von ihm aus längst vergangenen Zeiten. Aber das war töricht, denn diese Vergangenheit war ohnehin längst vorbei. Die Zeit geht vorwärts - immerzu. Es ist Unsinn eine Zeit zu betrauern, die 30, 40 oder gar 50  Jahre zurück liegt, denn auch wenn mein Vater noch am Leben wäre, diese Zeit wäre dennoch vorbei.

Mein Vater hat sich immer um das Grab seiner Eltern gekümmert und nun kümmere ich mich um dieses Grab, das nun auch seines geworden ist. Tröstlich waren die Besuche dort kaum, im Gegenteil, zumeist verließ ich mit Tränen in den Augen diese Stätte, war aufgewühlt, voller Trauer und das Vermissen war groß. 

Zu nahe waren noch die Erinnerungen, wenn wir gemeinsam das Grab besuchten, oder aber auch der Gedanke, dass dort unten nun sein Körper ruht, der Körper, denn ich so lange kannte und den ich nie mehr wieder sehen oder gar seine Stimme hören würde.
Andererseits spüre ich meinen Papa sehr oft in meiner Nähe, aber eben auf einer ganz anderen Ebene - nicht auf jener, die wir Menschen im Allgemeinen gewohnt sind.

Friedhöfe sind aber auch Orte der Begegnung, denn so traf ich beim Gießen der Blumen so manche Personen, die ich sonst eher weniger sehe und es ergaben sich so manche Plaudereien.
Vielleicht ist auch das der tiefere Sinn eines Friedhofes, dass sich im Gedenken der Toten, die Lebenden näher kommen.

Jemand sagte zu mir, dass das 1. Jahr das Schlimmste ist, weil alles zum ersten Mal ohne diese Person statt findet. So erlebte ich im Dezember das erste Mal seinen Geburtstag ohne ihn, danach Weihnachten, Neujahr, den Frühling, Ostern, den Sommer, meinen Geburtstag und letztlich seinen 1. Todestag. War der 22. November 2017 ein sonniger, heller Tag, so war der heurige 22. November ein trüber, typisch grauer Novembertag. Oft musste ich an das Jahr zuvor denken, in dem mein Vater schon pflegebedürftig war und nicht mehr der über die Felder radelnde oder marschierende Mann.

In diesem Jahr ist so viel passiert, dass ich oft das Gefühl habe, dass kein Stein auf dem anderen geblieben ist. Es war ein Jahr des "sich lösens" von vielem, dessen Zeit genauso abgelaufen ist.

Das Leben stellt uns manchmal vor Herausforderungen, die uns zu übermannen drohen und es ist leicht gesagt, dass nach dem Chaos wieder eine neue Ordnung kommt, wenn man sich gerade mitten im Chaos befindet. Dennoch, findet jedes Chaos ein Ende. Schritt für Schritt vorwärts gehen und sich entsprechend Hilfe und Unterstützung holen.

Nach dem 1. Trauerjahr hat sich ein fast tägliches Meer von Tränen mittlerweile in zeitweilige Bächlein verwandelt und es ist gut. Trauer darf sein, Trauer soll sogar ausgelebt und raus gelassen werden, sonst kommt sie in ganz anderer Form zu einer ganz anderen Zeit hervor.
Trauer darf kommen und gehen, sie ist menschlich. Darin ein zuhause zu finden und zu verweilen ist weder im Sinn unserer lieben von uns Gegangenen, noch kann es der Sinn des Lebens sein.

Ich glaube, ich habe noch nie so viele Tränen vergossen, wie in diesem Jahr, aber mittlerweile lächle ich das Bild meines Vaters schon an und bin dankbar, dass er mein lieber Papa war, wir uns hatten und füreinander da waren.

Wenn du traurig bist, dann weine und wenn du glücklich bist, dann lache!

Erlaube dir stets so zu sein, wie dir ums Herze ist, alles andere wäre ein Verrat deiner Selbst!

Von 💗 zu 💗











(c) Erika Klann

Freitag, 12. Oktober 2018

und dann ließ ich los.....


Soweit ich weiß, konnte ich schon relativ früh Fahrrad fahren.
Irgendwann war ich dem Dreirad entwachsen und der Trittroller, wie man in den 60iger, 70iger Jahre bei uns noch sagte, war auch nicht sooo reizvoll. Stützräder hatte ich keine, also hieß es ran, wenn ich Fahrrad fahren wollte.

In meiner Kindheit und Jugendzeit war ich sehr viel mit dem Fahrrad unterwegs. Freihändig zu fahren, war fast normal und manchmal machten wir unsere Kunststücke auf den Rädern.

Nicht immer ging alles gut. So erinnere ich mich daran, dass ich einmal ungebremst in ein parkendes Auto fuhr. Dabei hatte ich den Blick nach rückwärts gerichtet und ganz viel Glück gehabt. Noch heute wundere ich mich, dass ich dabei keine Schramme abgekriegt habe.
Ein weiteres Mal fädelte mein Vorderrad in die Eisenbahnschienen ein, als ich diese überqueren wollte. Damals überschlug ich mich, kam aber auch da mit dem Schrecken davon. Ich gestehe, seit dem Eisenbahnkreuzungen immer besonders achtsam zu überqueren.

Ich glaube irgendwann in dieser Zeit habe ich wohl das freihändige Fahrrad fahren aufgeben....

Mein letzter und doch sehr markanter Sturz mit dem Fahrrad liegt erst 6-7 Jahre zurück. Damals fuhr ich unaufmerksam und kam dabei zu nahe an die Bordsteinkante, sodass ich strauchelte und stürzte.

Das Fahrrad fahren habe ich dennoch nicht aufgegeben.

Dieser Tage, interessanterweise zu  Neumond, war ich wieder mit dem Fahrrad auf den Feldwegen unterwegs und siehe da, ich folgte dem plötzlichen Impuls, die Hände von der Lenkstange los zu lassen. Anfangs war ich noch unsicher, aber es war ein Wahnsinnsgefühl. 

Das kleine Mädchen in mir jubelte!

Immer und immer wieder löste ich meine Hände von der Lenkstange und fühlte diese Freiheit, die Freiheit loszulassen. Nicht festhalten, vertrauen und meine eigenen Schwächen erkennen, entsprechend reagieren und ausbalancieren.

Nicht nur, dass ich überrascht war, freihändig zu fahren (ich fuhr nur dort so, wo außer mir niemand war), sondern auch überhaupt auf die Idee gekommen zu sein, so wurde ich immer kühner und meine Strecken wurden immer länger. Ich fühlte mich fast wieder so unbekümmert wie damals in meiner Kindheit.

Alles was wir  je konnten, es ist immer da in uns. Es liegt nur an uns, wie und wohin wir unsere Energie lenken und wofür wir uns entscheiden.

Das freihändige Fahren steht hier in erster Linie für Etwas - für die Freiheit sich von alten
Mustern, Ängsten oder Prägungen zu verabschieden.

Ein Sprichwort sagt: "Ein gebranntes Kind scheut das Feuer"
Nun ist aber Feuer doch etwas Gutes, es liegt an jedem für sich zu entscheiden, wie achtsam er damit umgeht!

Von 💗 zu 💗









(c) Erika Klann

Samstag, 22. September 2018

Zeitenwechsel - vorbei ist vorbei



Die heurige Badesaison endete für mich schon durch einen Schlechtwettereinbruch im August und es war auch gut so. Es gab ohnehin anderes zu tun. Dann aber brachte der September noch ziemlich heiße Tage und im Radio wurde die letzte Sommerwoche und das Ende der heißen Tage mit 21. September verkündet.

Eigentlich hatte ich für diesen Tag andere Pläne, aber dann dachte ich bei mir: "Ach was, gönn' dir doch noch eine kleine Auszeit am See......" So war mein Freitagnachmittagsplan noch einmal an den See zu fahren und dort noch einmal in diesem Jahr dem süßen Nichtstun bei Sonne und Wasser zu fröhnen.

Es kam anders! Ein spontaner, aber doch sehr wichtiger Termin am Vormittag verzögerte alles und so erreichte ich  nach einigen Überlegungen doch noch mit einer gehörigen Verspätung den See. Es waren nicht sehr viele Leute dort und ich fand einen netten Platz auf der Liegewiese. Den Müßiggang und die gewünschte Entspannung fand ich jedoch nicht, denn es war sehr windig, gar nicht so angenehm warm und unruhig. Später legte sich wohl der Wind,  wurde aber durch eine leicht herbstliche Kühle ersetzt.

Trotz aller Widrigkeiten versuchte ich zumindest den letzten Sommersonnenuntergang zugedeckt zu genießen. Er war wie üblich wunderschön. Das rasche Hereinbrechen der Dunkelheit brachte noch mehr kühle Luft, was mich dazu veranlasste, rasch meine Heimfahrt anzutreten.

Auf der Fahrt dachte ich über diesen doch etwas missglückten Badetag nach. Energetisch hatte ich "meinen" Sommer schon im August beendet, aber ein anderer Teil von mir, wollte noch daran fest halten. Wie oft gibt es Dinge, die schon lange der Vergangenheit angehören, unsere Kindheit beispielsweise, Abschiede, Trennungen oder wenn jemand, der uns nahe ist, stirbt. Während der eine gegangen ist, stecken wir oft noch dort fest, in einer Zeit, die längst vorbei ist. Wir möchten etwas festhalten, was nicht mehr festzuhalten ist. Die Uhr des Lebens dreht sich weiter, so wie der Sommer in den Herbst über geht.

Wenn wir dies er- bzw. anerkennen, dann können wir bemerken, dass dieses Neue eine Vielzahl neuer Möglichkeiten bringt. Für mich wird dieser Herbst eine Art Korridor, einiges wird noch abzuschließen sein, bevor ich mich Neuem ganz und gar widmen kann. Die  Weichen dazu sind allemal gestellt und ich freue mich schon sehr darauf, eine für mich noch sehr neue Welt zu betreten.

Kennst du das auch von deinem Leben, dass du die Vergangenheit glorifizierst oder dich gar zurück sehnst? Erkennst du aber auch, dass du dich dadurch neuen Möglichkeiten entziehen könntest. Es ist leichter gesagt, als getan und manchmal braucht es dazu mehr als bloß die Erkenntnis. Energetische Hilfestellungen können dabei eine wundervolle Unterstützung sein um wieder "ganz" zu werden. Alles beginnt mit dem 1. Schritt, dem Schritt auf dem Weg zu dir selbst. Hast du dich einmal auf dem Weg begeben, wird die Verlockung größer, weiter zu gehen.

Von 💓 zu 💓

sunset 21.09.2018








(c) Erika Klann

Sonntag, 16. September 2018

Singen und Glaubenssätze 🎼 🎶🎶



Bis zu meinem 5. Lebensjahr lebten meine Eltern und ich in einem kleinem Häuschen. Im Garten befanden sich einige Bäume, darunter ein großer, mächtiger Nussbaum. An einem seiner starken Äste hatte mein Vater eine Kinderschaukel befestigt. Es war eine Schaukel aus Holz.

Stundenlang schaukelte ich im Garten und sang laut vor mich hin. Als kleines Mädchen träumte ich davon, eine große Sängerin zu werden. Die Menschen würden begeistert sein, von meinem Gesang. Kühn waren meine Träume, laut und voller Inbrunst mein Gesang. Bis meine Mutter aus dem Haus kam und mir erklärte, dass ich falsch singe und nicht singen kann.

Ich weiß noch, wie ich dachte, dass es mir egal ist, was meine  Mutter sagt, aber ich weiß auch noch, dass ich nicht mehr mit der gleichen Energie und Freude sang, als bisher. Ich wusste ja jetzt , dass ich nicht singen kann und so wurde aus meiner früheren Freude Scham.
Ja, ich schämte mich zu singen.

Ich sang also wenn, dann nur noch für mich allein. Vor anderen, wie in der Schule zu singen, war mir peinlich. Allerhöchstens sang ich in einer Gruppe mit, aber auch da kam eine immer größere Scheue, denn in meinem Hinterkopf schwang immer der Gedanke mit, dass ich ja nicht singen kann und auf jeden Fall falsch singe. 

Später sang ich mit meinen Kindern beim Auto fahren, aber sogar zu Weihnachten drehte ich lieber eine Platte auf, als selbst zu singen. Der Gedanke nicht singen zu können, hatte sich mit den Jahren ziemlich verfestigt. Um so mehr hatte und habe ich die allergrößte Hochachtung vor Menschen, die singen können und noch viel mehr für ganz besondere Stimmtalente.

Irgendwann in den letzten Jahren hörte oder las ich einmal, dass jeder singen kann, nur käme es darauf an, seine Stimme entsprechend zu stärken und schulen. Neue Hoffnung keimte in mir auf, vielleicht doch noch eines Tages "richtig" singen zu können und es wuchs auch der Wunsch, etwas mit meiner Stimme tun zu wollen. Das Schicksal wollte es, dass ich über den Flyer einer Musikpädagogin stolperte, die noch dazu ganz in meiner Nähe Unterricht gibt.
Nach einiger "Bedenkzeit" stellte ich mich der Herausforderung und mittlerweile habe ich meine erste Schnupperstunde absolviert. Die große Überraschung war, dass ich dabei erfuhr, eine gute kräftige Stimme mit einer nicht ganz unbeachtlichen Bandbreite zu haben.

Nach dieser ersten Stunde war es, als würde ein Panzer von mir abfallen und ich fühlte mich plötzlich frei wie nie. Nicht, dass ich jetzt eine Karriere als Sängerin anstrebe, aber schon allein das Wissen, dass ich Stimme habe, gab mir einen immensen Auftrieb. Wenn ich  jetzt im Auto singe, singe ich mit einer ganz anderen Energie, größer, stärker und selbstbewusster und mit einem breiten Lächeln 😃💞

Diese Geschichte soll zeigen, wie sehr uns Glaubenssätze beeinträchtigen und hemmen können. Solche Glaubenssätze entstehen zumeist in unserer Kindheit. Unsere Eltern sind  unsere Helden und Vorbilder. Ihre Wahrheit ist oft auch unsere, bis uns das Leben etwas anderes zeigt. Eltern sind auch "nur" Menschen mit ihren Glaubenssätzen und Geschichten, nur merkt "Kind" das in der Regel erst viel später.

Kennst du diese Gedanken, die dich hemmen und zurück halten?
Wo du denkst, "weil das so ist, kannst ich nicht....."
nicht gut genug zu sein, schön genug, passend.....
Bist du dir aber auch ganz sicher, dass das stimmt?

Wenn du voll und ganz die Verantwortung für dein Leben übernimmst und dich von deinen bisherigen, festgefahrenen Glaubenssätzen löst, wirst du entdecken, dass das Leben eine Vielzahl von Möglichkeiten für dich bereit hält! Du bist der Herr deiner Gedanken, Kapitän über dein Leben!

Aber nur dann, wenn du dazu bereit bist!

Von 💖 zu 💖







(c) Erika Klann

Sonntag, 9. September 2018

Kann man aus Schwarz Weiß machen?


So wie jeden Morgen die Sonne auf geht, geht sie jeden Abend unter.
Ein Reifen ist rund, andernfalls würde er sich nicht drehen.
Es gibt Regen und Sonnenschein.
Wenn etwas kaputt ist, sollte es repariert oder ersetzt werden.
Am Ende eines Zyklus steht das Sterben.

Ich glaube das Wetter ist eines der Dinge, worüber sich die Menschen am allermeisten aufregen, obwohl wir dagegen nichts tun können. Wir beklagen die Hitze ebenso wie die Kälte.

Es gibt Dinge, die einfach so sind wie sie sind, ganz egal wie wir uns darüber beklagen oder uns dagegen wehren. Unser Wohlbefinden gestalten wir mit unseren Gedanken.

Auch Menschen sind wie sie sind. Jeder ist ein ganz eigenes Universum. Nicht nur im körperlichen Sinn. Wir alle haben unsere ganz eigenen individuellen Geschichten mit allen persönlichen Erfahrungen oder von den Ahnen übernommenen Prägungen.  Daraus ergibt sich eine so große Vielfalt, sodass manche Menschen sich überhaupt nicht verstehen, trotzdem sie die gleiche Sprache sprechen.

Es ist wohl möglich sich zu erklären, bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass das Gegenüber es auch verstehen kann/will, weil ansonsten müsste es seine Gedankenwelt und Glaubenssätze überdenken und gegebenenfalls etwas verändern.

Schmerzhaft wird dies bei Menschen, die uns nahe stehen, Eltern, Geschwistern, Kindern, Partnern, Freunden, Kollegen oder anderen sozialen Kontakten. Gerade wenn Ungerechtigkeiten entstehen, kann ein großes Gefühl von Unverstandenheit und Machtlosigkeit aufkeimen. Oft haben wir eine Vorstellung von einem Miteinander, das sich als Enttäuschung herausstellt, weil die Realität von unseren Erwartungen all zu sehr abweicht. Aber wer gibt die Maßstäbe vor? Wie gesagt, wir alle sind  ganz eigene Universen und letztendlich liegt es bei uns selbst, wie wir mit verschiedenen Situationen umgehen.

Aus Schwarz Weiß machen zu wollen, wird schwer gelingen und auch umgekehrt.
Wie viel weiße Farbe braucht es wohl, bis aus Schwarz Weiß wird, falls sich das Schwarz mit dem Weiß überhaupt verbindet. Du kannst auf etwas Schwarzes ein Weiß drauf legen, aber darunter wird immer noch das Schwarz sein.  Wie sehr man es auch versucht, der Versuch wird nicht leicht gelingen und letztlich ermüden. Schwach machen. Wut und Zorn können sich aufstauen.

Du kannst dich zurück ziehen, deine Lehren daraus ziehen, um deine eigene Gedankenwelt für dich zu verändern und zwar in Frieden. Es geht nicht darum, sich Feindbilder aufzubauen, sondern egal wie groß die Stürme von außen herein prasseln, sich mit seinem Herzen verbinden und erkennen, dass du von dem Universum des anderen in Wahrheit NICHT abhängig bist.

Der einzige Mensch, bei dem du es tatsächlich in der Hand hast, wie er ist, wofür er steht, was er braucht, das bist einzig und allein DU selbst. Du hast es in der Hand DICH zu heilen, wenn du Heilung brauchst. Du kannst Dinge in dein Herz nehmen und nachfühlen, wo es dich berührt. Immer nur DU.

Dann wird sich sehr viel verändern können und aus Schwarz/Weiß wird vielleicht ein Regenbogen - DEIN Regenbogen. 🌈

Manche Menschen werden dann in deinem Leben keine so große Rolle mehr spielen, selbst wenn es sich um Blutsverwandte handelt, dafür werden andere hinzu kommen. Nämlich Menschen, die dich so sehen und lieben, wie du bist und gemeint bist. Das ist Leben! 

Der heutige Tag ist morgen auch schon Vergangenheit. Jeden Tag erleben wir einen Abschied und jeden Morgen einen Neuanfang.

Schwarz ist schwarz, weiß ist weiß - sei einfach DU, sei BUNT.

von 💖 zu 💖











(c) Erika Klann

Sonntag, 19. August 2018

Die eigenwillige Funkuhr 😉


Seit einigen Jahren besitze ich sie, eine Funkuhr, genauer gesagt handelt es sich dabei um einen Funkwecker. Ich glaube, dass ich ihn einmal für eines meiner Kinder angeschafft habe, weiß es aber nicht mehr genau. Jedenfalls erschien es mir immer ganz gut zu sein, eine Funkuhr zu besitzen, da diese doch - soweit meine Annahme - die Uhrzeit ganz genau anzeigt.

Ja, das tut sich auch - die/ihre Uhrzeit ganz genau anzeigen, wobei die Betonung ausdrücklich auf IHRE liegt. 

Meine Funkuhr hatte im Wohnzimmer ihren Platz und vor dem letzten Vollmond bemerkte ich zum ersten Mal, dass ihre Zeit so gar nicht stimmte. Zuerst dachte ich, dass wohl die Batterie leer sein  müsse und nahm die bestehende kurz einmal raus. Die Zeiger drehten sich, blieben hängen, drehten sich. Die Uhr schien regelrecht "durchzudrehen". Ich nahm die Batterie eine Zeit lang raus und versuchte es aufs Neue. Die Uhr stellte "eine" Uhrzeit ein, die sich der Normalzeit in etwa annäherte, aber eben nur in etwa. So tauschte ich dann doch die Batterie, was gar keine Veränderung brachte.

Nun steht die Gute in der Küche und ich überprüfe immer wieder mal ihre Zeitangaben.
Dabei stelle ich fest, dass sie offenbar ihre ganz eigene Zeitvorstellung hat. Einmal ist sie um ca. 15 Minuten später dran, dann holt sie wieder ein oder überholt die Normalzeit. 
Wenn sie Lust und Laune hat, dann ertönt sogar alle paar Wochen das Wecksignal. Wobei sie auch dabei ganz individuell abends oder morgens "weckt", wie immer es ihr beliebt.

Es amüsiert mich, denn auch mein Radiowecker geht grundsätzlich eine halbe Stunde voraus, ganz egal, ob ich ihn zurück stelle. Er entscheidet manchmal sogar spontan mich via CD zu wecken, anstatt via Radio. 😅

Natürlich lassen meine Uhren jede Menge Spielraum für Interpretationen und ich habe meine ganz persönliche gefunden:

Willst du glücklich sein, dann lebe den Moment und sei individuell - bleib DU selbst!
Lebe aus dem Herzen, in Selbstliebe und Liebe dem Leben gegenüber. 🍀🍀

Von 💖zu 💖





















(c) Erika Klann  

Freitag, 3. August 2018

Sommerregen - wenn Erinnerungen geweckt werden 💥💦😍


Nach einigen sehr heißen Badetagen, wurde mein heutiger Badeausflug jäh durch Regen und Gewitter unterbrochen. Am Nachhauseweg machte ich einen Abstecher in den Garten.

Der Regen begleitete mich auf meiner Heimfahrt und so begann es beim Aussteigen aus dem Auto zu tröpfeln. Dies hinderte mich nicht, mich im Garten umzusehen und Verschiedenes zu machen, wie beispielsweise Schnittlauch abzuschneiden.

Angesichts der Hitze trug ich ein Trägertop und so spürte ich die warmen Regentropfen angenehm auf meiner Haut. Der Geruch des warmen Sommerregens erinnerte mich prompt an ein Bild aus meinen Kindertagen:

Ich war ungefähr 3 - 4 Jahre alt, als an einem sonnigen Sommertag der Regen einsetzte. Im Sand konnte man die Tropfen des Regens sehen, die rasch mehr wurden. Es war warm und der Geruch des Sommers lag in der Luft. Als der Regen wieder vorbei war, war es wieder sonnig und warm und ich konnte weiter im Freien spielen.

Mir scheint, dass der Regen in der heutigen Zeit fast immer Abkühlung bringt.

Dieses Bild hat sich damals ganz fest in mir verankert und heute im Garten kam dieses Gefühl von damals in mir hoch. Die warme Luft, der warme Regen, das wäre DIE Gelegenheit gewesen, im Regen zu tanzen. Nach Tanzen war mir zwar nicht, jedoch nach genießen.
Nach diesen sehr warmen Tagen war diese warme Naturdusche wie ein Streicheln. Ein Streicheln im Innen und im Außen. Ein wärmendes, nährendes und glückliches Gefühl machte sich in mir breit.

Wie dankbar bin ich doch, dass sich dieser wundervolle Moment damals in meiner Kinderseele so gut verankert hat, dass er mir auch heute nach Jahrzehnten diesen schönen Moment bei Regen beschert hat.

Genauso wie sich die schönen Dinge in unserem Leben verankern, passiert dies auch mit den weniger schönen Dingen, die uns genauso fürs Leben prägen und für Krankheiten empfänglich machen. Als Chef deines Lebens liegt es an dir, wohin du deinen Fokus richtest.

Bist du bereit alte Glaubenssätze, schmerzliche Erfahrungen, oder Mangeldenken hinter dir zu lassen und dich für diese wundervollen, zauberhaften Momente zu öffnen? Das Schlimmste, das dir dabei passieren kann ist, dass du das Leben aus einer anderen Perspektive kennen lernst. 😉😉

Von 💖 zu 💖









(c) Erika Klann

Freitag, 20. Juli 2018

eine (späte) Erkenntnis - sind Wespen Feinde?


Seit ich mich in diesem Jahr intensiv mit Haus und Garten beschäftige, beginnt mich auch immer mehr ein Insekt zu beschäftigen - die Wespe. 🐝 Der Grund liegt darin, dass die Tierchen immer wieder an den verschiedensten Plätzen mit dem Nestbau beginnen.

Weil ich jedoch den gestreiften Zeitgenossen gegenüber gewisse Vorurteile hege, entferne ich ihre Gebilde jedes Mal aufs Neue. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass ich auch Wespen gegenüber kein Vorrecht habe, so sag ich ihnen immer: "Liebe Tierchen, baut doch euer Nest wo anders....." Selbst WENN sie meinem Wunsch entsprechen würden, würde das aber nicht bedeuten, dass mein Garten wespenfrei bleibt... und warum eigentlich soll mein Garten wespenfrei bleiben? Genau, wegen meiner Vorurteile diesen Insekten gegenüber.

Wespen stechen, Wespen könnten aggressiv sein, können beim Essen stören und und und..

Wespen sind also eine Art Bedrohung (in meiner Gedankenwelt); Dabei bin ich nicht einmal allergisch, oder zumindest ist es mir nicht bekannt und wenn ich ganz genau darüber nachdenke, so fällt mir nicht einmal ein, ob ich überhaupt jemals von einer Wespe gestochen wurde.  Von Bienen schon!

Bienen muss man schützen, Wesepen sind Feinde!

Zumindest meiner Prägung und meiner bisherigen Gedankenwelt nach.
Aber stimmt das überhaupt?

Ich weiß, dass es Menschen gibt, die schon allergische Schocks erlebt haben, weiß, dass ich selbst früher überaus panisch reagiert habe, wenn nur eine Wespe in meiner Nähe war, habe auch schon gesehen, dass sie einfach stechen, aber ist das echt Grund genug sie zu meinem Feindbild zu erklären???

Während einer Autofahrt mit meinem Sohn denke ich laut darüber nach und frage ihn, ob er im www nachsehen kann, welche natürlichen Feinde die Wespe hat. Die Antwort macht mich nicht zufrieden. Also bitte ich ihn nachzusehen, welchen Nutzen eine Wespe hat und siehe da.....

Originalzitat lt. Anfrage im WWW:
Dabei tun Wespen, die zu den Hautflüglern gehören, im Garten nützliche Dienste. Genauso wie Bienen und Hummeln bestäuben sie Blüten und tragen damit zu einer reichen Obsternte bei. Außerdem vertilgen sie eine Menge Insekten und helfen dem Menschen dabei, die Schädlinge im Garten einzudämmen.

In mir wird es ruhig und ich fange NEU zu denken an. Wieder einmal vergleiche ich dieses Erlebnis mit dem Leben. Wie oft ver- oder beurteilen wir Menschen oder Situationen, ohne sie zu überprüfen. Jemand erzählt uns etwas, was er vielleicht selbst nur gehört hat und wenn uns das Gehörte erzürnt, dann fällen wir sofort unser Urteil und schubladisieren.
Global gesehen fällen wir unsere Urteile sogar über ganze Menschengruppen. Das beginnt ja schon bei unserer Denkweise über Männer oder Frauen, die vielleicht gar nicht ihren Ursprung in unserer eigenen Erfahrung hat, sondern dort was wir von unseren AhnInnen darüber gehört oder gesehen haben. 

Jeder hat sie, seine Schattenseiten. Überall lässt sich etwas aufspüren, wenn man danach sucht. Wem ist damit geholfen? Würde es nicht mehr Sinn und Freude bereiten, wenn wir überall das Gute, Schöne und Freudvolle in den Vordergrund holen?
Die Wespe ist also ein Nutztier. Mit dem Wissen, werde ich sie in Zukunft weiter bauen lassen, aber ihr dennoch mit einem gewissen Respekt begegnen.
Leben und Leben lassen und sich auf das Gute besinnen, das ist meine Wahl.
Was wählst du ?

Von 💖 zu 💖













(c) Erika Klann

Sonntag, 8. Juli 2018

Die Geschichte von der Amsel mit einem Bein


Schon seit einiger Zeit bemerkte ich im Garten eine männliche Amsel, mit nur einem Bein.
Sie bzw. Er war sehr zutraulich. Hüpfte immer wieder im Garten herum, ja selbst die Anwesenheit mehrerer Leute störte ihn nicht. So hüpfte er durch den Garten um Futter zu suchen und schwang sich in die Lüfte. Ich freute mich darüber, so einen besonderen Gast im Garten zu haben.

Amselmann "Hansi" - so will ich ihn kurz nennen.

Eines Abends als ich den Garten gießen wollte, flogen sämtliche Amseln weg, nur eine blieb und hüpfte hinter den Rosenstöcken vor dem Wasserstrahl davon. Ich wunderte mich schon, warum diese Amsel gar so zutraulich war. Bald musste ich aber bemerken, dass ihr ein Flügel fehlte. Beim näheren Hinsehen bemerkte ich, dass es Hansi war. Hansi, der Amselmann mit einem Beinchen, hatte nun auch nur noch einen Flügel. Die Schwanzfedern waren ebenso teilweise nicht mehr da.

Ein Vogel, der nicht fliegen kann! Wie furchtbar, vor allem war er nun ungeschützt sämtlichen Räubern am Boden und aus der Luft ausgesetzt.

Guter Rat war teuer, aber ein Flügel konnte nicht nachwachsen, die Federn mit der Zeit, aber würde Hansi soviel Zeit haben? Er schien nicht mehr ganz jung, sein Flügelkleid war teilweise schon grau. Einfangen ließ er sich auch nicht.

Ich überlegte. Wildtierhilfe? Aber was könnte man dort tun und was würde das für Hansi, die Amsel, die die Freiheit gewohnt war, bedeuten?

Ich entschied mich, schweren Herzens, der Natur ihren Lauf zu lassen und als ich den Garten verließ, blickte ich noch Mal zurück, in der Meinung, es wäre das letzte Mal, dass ich ihn lebend sehen würde.

Ich sollte mich jedoch irren! Am nächsten Tag fand ich Hansi wieder im Garten vor. Er hatte die Nacht überlebt, er war klug, wusste wohl sich zu verstecken. Bei näherer Betrachtung konnte ich erkennen, dass ihm nicht der ganze Flügel fehlte. Ich schöpfte Hoffnung....

So vergingen einige Tage. Der Amselmann hüfte durch den ganzen Garten. Ein paar Sprünge auf seinem Bein und wenn er zu viel Schwung hatte, balancierte er sich mit dem gesunden Flügel aus. In der Wiese fand er ausreichend Futter und er trank bereit gestelltes Wasser.
Manchmal hatte er Besuch von einer Amselfrau und einem anderen Amselmann. Er schien mit der neuen Situation ganz gut zurecht zu kommen.

Man muss sich einmal vorstellen, ein Vogel, der es gewohnt ist, sich über der Erde zu bewegen, einfach in die Lüfte zu schwingen, ist mit einem Mal auf dem Boden gefangen, noch dazu, mit nur einem Bein. Aber Hansi war tapfer und passte sich mit einer für mich bewundernswerten Art und Weise an.  Er war zutraulich, wenn ich ihm jedoch zu nahe kam, suchte er das Weite.

Als sich ein Unwetter ankündigte, baute ich dem Amselmann einen Unterschlupf, wo er auch vor nächtlichen Räubern sicher sein konnte. Ich versuchte ihn noch dorthin zu scheuchen. Wenn ich mit ihm sprach, sah er mich so interessiert und neugierig an.

Am Tag nach dem Regen, hatte ich wieder in der Baustelle zu tun und während ich auf einen der Arbeiter wartete, suchte ich Hansi im Garten, konnte ihn aber nirgendwo erblicken. Ich erzählte dem Arbeiter von dem Amselmann mit dem einen Bein und dieser konnte mir gleich eine Geschichte berichten. Nämlich, dass Hansi sich während der Pause zu ihnen gesellte und mit ihnen mit aß. Nun lag er aber tot hinten im Garten, erzählte mir der Mann.

Nun lag er da, der tapfere Vogel, das Flügelkleid durchnässt, leblos war sein Blick. Es war nicht eindeutig erkennbar, ob er von einem Tier getötet worden war, oder einfach dort gestorben ist. Später grub ich ihn neben einer meiner Lieblingsblumen ein.

Was können wir von dem Leben dieser kleinen Amsel lernen und mitnehmen?
Ganz egal, wie widrig die Umstände auch sein mögen, und wie aussichtslos, es gibt immer wieder Möglichkeiten das Beste draus zu machen.

Hansi hätte sich auch einfach in eine Ecke setzen können, aber er hüpfte durch den ganzen Garten und machte das Beste aus seiner Situation. Als er das Wasser in der Sonne trank und seinen kleinen Kopf nach oben reckte, schien er dies zu genießen und einmal hatte er ein Stück zum Fressen im Schnabel, dass er vor dem Wasserstrahl beim Giessen unbedingt retten wollte. Es war sein Stück und ohne diesem im Schnabel hüpfte er nicht weiter.

Der kleine Amselmann ist nun nicht mehr. Er wird mir fehlen und wohl unvergessen bleiben und auch vielleicht sogar ein Vorbild sein!

Von 💖zu 💖



RIP Hansi



(c) Erika Klann