Samstag, 31. März 2018

Wie viele Feinde braucht der Mensch?



Vor Kurzem stieß ich auf einen Artikel in dem darauf hingewiesen wird, dass es ein neues Raubtier gibt, dass wenn es sich weiter vermehrt eine echte Gefahr darstellt.
Es ging auch darum, wie viele Junge dieses Tier im Jahr bekommt und sich diese Jungen wieder vermehren usw. Größte Gefahr für die Singvögel wurde in dem Artikel gewittert und ja das Schlimme ist das Häufchen, in das man im eigenen Garten steigen könnte! Igggitttt!
Lieber ein Garten mit Eidechsen, Siebenschläfern und natürlich Vögel, als mit einer.....

....Katze!! (so der Verfasser des Artikels) Ja, der große auserwählte Feind war in dem Artikel die Katze, die die Natur empfindlich stören könnte, weil sie ein Jäger ist und neben Mäusen auch oben genannte Tierchen fängt und  DIE große Gefahr für die Singvögel ist!

Einen gesunden Vogel wird eine Katze kaum fangen und jene kleinen, die aus dem Nest fallen, sind auch ohne Katze zum Tode verurteilt, abgesehen davon, dass sogar Siebenschläfer kleine Vögel fressen. Eidechsen fressen alles was fliegt (zumindest laut meinen Recherchen) und wer sagt denn nicht, dass da nicht auch Bienchen dabei sein könnten?  

Ja, das Katzengacksi ist nichts Feines in der Wiese. Ich verfalle auch nicht in einen Freudentanz, wenn ich mit dem Rasenmäher über jene Fäkalien fahre. Jeder der einmal einen Siebenschläfer unter seinem Dach hatte, der sich gefräßig durch die Wärmeisolierung gefuttert hat, würde vermutlich das Katzengacksi bevorzugen, oder sollte ich mich da irren?

Apropos Fäkalien - was passiert eigentlich mit unseren, menschlichen Fäkalien - weltweit betrachtet? Werden diese überall geklärt, selbst auf noch so einsamen, winzigkleinen Inseln? Oder dürfen sich gar hier oder dort verschiedenste Tierchen über unsere menschlichen Ausscheidungen erfreuen?

Der Mensch sucht sich allzu gern einen Feind in der Natur und fühlt sich berufen auf seine Art einzugreifen. Aber wie kommen wir eigentlich dazu? Was wäre, wenn sich alle Tiere der Welt verbünden würden und würden uns Menschen nach belieben sterilisieren, damit wir uns nur ja nicht mehr vermehren?

Ja freilich habe ich auch meine Katzen sterilisieren lassen, da ich keine weiteren Jungtiere wollte, aber sollte das nicht jedem einzelnen Katzenbesitzer überlassen bleiben. Brauchen wir dazu ein Gesetz? Ein Gesetz um die Welt vor dem gefährlichen Räuber Katze zu schützen...

...aber Katzen sind auch einer der wenigen natürlichen Feinde der Marder (sie jagen die Jungtiere). Wer freut sich schon darüber, wenn seine Autoverkabelung angebissen ist?
Zu den Singvögel sei gesagt, dass auch größere Vögel die Kleineren fressen.

So ist die Natur - fressen und gefressen werden. Ganz deutlich habe ich dies letztes Jahr am Wattenmeer erfahren. Im Meer wird auch munter durch die Gegend gefuttert. Man frisst, was man findet, nur eines tun die Tiere nicht, ihre Nahrung unter widrigsten Verhältnissen in Käfigen solange "lagern" bis sie sie fressen - wir Menschen tun das aber schon und zwar in Form von Massentierhaltung.

Der Mensch scheint irgendwie zu meinen, dass nur ER das größte Anrecht auf die Erde und die Natur hat. Die Tiere haben zu weichen bzw. sich anzupassen. Dort der Biber, hier die Katze, zu viele Rehe oder was auch immer. Wir breiten uns aus wie es uns gefällt. Mit jeder "Baugrube" die wir graben, nehmen wir einem Lebewesen einen Lebensraum - wenn man es nun ganz genau betrachtet, ganz zu schweigen von der Umweltverschmutzung, die wir hurtig vorantreiben, in dem wir Waren mittels stinkender LKWs von A nach B transportieren.

Meine Absicht ist hier nicht zu richten, sondern einfach nachzudenken und nicht immer einen Feind im Außen zu suchen.

Der größte, gefährlichste Räuber ist ganz genau genommen, der Mensch, nicht nur der Natur und den Tieren gegenüber, sondern und das ist das noch viel Traurigere - sich selbst gegenüber!

Glücklicherweise ist der Mensch kreativ genug, von dieser Tatsache durch irgendwelche anderen Dinge abzulenken. Irgendein Sündenbock findet sich bestimmt.

Zitat  "Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss verschmutzt,
wird der Mensch Ruhe geben, sofern er es überlebt!"


Gegen irgendein Lebewesen zu hetzen um im speziellen Fall Katzenhasser "aufzuwecken" bringt letztlich gar nichts.

Anfangen können wir nur im Kleinen, in dem wir schauen, dass wir mit der Umwelt und uns im Einklang leben.


Von 💗 zu 💗



(c) Erika Klann

Wechselbeschwerden - Schicksal der Frauen?


Eine Frau weiß, dass ihr Körper in der Regel im Alter von  +/- 50 in den sogenannten "Wechsel" oder auch Menopause genannt, übertritt. Im Groben ausgedrückt bedeutet das soviel  wie die Menstruation wird zunächst unregelmäßig bis sie ganz aufhört,  die Produktion der Eierstöcke lässt nach und die Hormone verändern sich. Dieser Vorgang kann bei jeder Frau ganz individuell vonstatten gehen. Grundsätzlich eine ganz natürliche Sache.

Warum kämpfen dann so viele Frauen mit diesem Wechsel?

Jede Frau empfindet das Älterwerden auf einer ganz individuellen, persönliche Ebene. 
Für Manche ist, wenn auch zumeist unbewusst, das Ende der Gebärfähigkeit mitunter als das Ende ihres Frauseins, nicht mehr vollwertig oder wertvoll zu sein. Für Manche wieder bedeutet die Menopause das endgültige Aus noch ein Kind zu bekommen. Ängste vor dem was kommen wird, können auch einer von vielen persönlichen Auslösern für Wechselbeschwerden sein.

Frau hat vermutlich auch schon andere Frauen, allen voran die eigene Mutter, dabei erlebt, wenn sie diese Lebensphase erreicht hat und spätestens dann die ersten Glaubensätze übernommen und wurde so schon auf diese zu erwartenden Hitzewallungen vorbereitet.

Ja und dann gibt es noch diese kollektiven Denkmuster und Prägungen, die kaum eine Frau von diesen zu erwartenden Beschwerden entrinnen lassen.

Außer Frau denkt anders und macht sich frei von all den einengenden Gedanken und geht einen anderen Weg, ihren eigenen! Nimmt die Natürlichkeit des Frauseins ganz an, stellt sich möglichen persönlichen Themen und erkennt die neue Freiheit, die die Menopause mit sich bringt.

Wenn man bedenkt, dass die Lebenserwartung zunehmend steigt und 90ig Jahre keine Seltenheit mehr sind, dann ist man mit Fünfzig +/- noch lange nicht alt und nichts mehr wert. Den Wert gibt man sich immer selbst und der hängt nicht davon ab, ob man noch ein Kind gebären könnte oder nicht.

Die Überenergie, die sich aus meiner Sicht in Form von Hitzewallungen und Schlafstörungen zeigt, lässt sich  beispielsweise mittels Cranio Sacral Behandlungen wieder ganz wunderbar in Einklang bringen. Was es dazu braucht ist die Bereitschaft, nicht nach diesen übernommen Glaubensmustern leben zu wollen, sondern frei und glücklich.
Mittels Kinesiologie kann man zusätzlich auf Ursachenforschung gehen und den dahinter liegenden Stress löschen.

Du bist was du denkst!


Wechselbeschwerden sind somit kein Schicksal der Frauen - sie sind, sofern sie sich zeigen, eine Chance, sich als Frau neu zu entdecken und sich mehr Zeit für die Seele zu gönnen, denn dann geht es auch dem Körper gut. 





(c) Erika Klann

Freitag, 16. März 2018

Die Weidenkätzchen und der (Selbst)Wert



Es ist schon eine Zeitlang her, als ich bei einer meiner Walkingtouren an zwei Weidenkätzchenbüschen vorbei kam. Ich war bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschlossen, ob ich in diesem Jahr meine Wohnung mit Palmkätzchen dekorieren wollte.

Nun war mir mit einem Mal diese Entscheidung abgenommen worden, denn rund um diese beiden sehr hoch gewachsenen Büsche lagen am Boden verstreut abgeschnittene Zweige. Es waren hauptsächlich kleinere Zweiglein und es schien, als wären diese entweder übersehen worden oder  einfach nicht perfekt genug um was auch immer zu schmücken.

Ich war eine Weile damit beschäftigt, all die Ästlein aufzuheben und fühlte mich in diesem Moment, trotz der Achtlosigkeit mit der man die Zweige liegen gelassen hatte, tief beschenkt.

Es dauert nun nicht mehr lange bis zum Osterfest und so habe ich heute die Palmkätzchen vom Balkon in die Wohnung gebracht und fein dekoriert. Meine Freude war groß und achtsam hängte ich Ei für Ei drauf. Mit den kleineren Zweigen konnte ich sogar noch einen zweiten "Osterbaum" für den Tisch gestalten.

Ich konnte nicht umhin mich zu fragen, wenn Menschen diese Zweige liegen gelassen haben, weil sie nicht schön/perfekt/gut genug waren, wie gehen diese Menschen mit sich selbst um?
Wie hoch sind die eigenen Perfektionsansprüche? Wie sehr liebt man sich selbst, trotz dem einen oder anderen "Mangel", der nicht der allgemein gültigen Wertvorstellung entspricht?
Wie sehr kann Mensch SICH annehmen, wenn er nicht einmal eine unperfekte Deko annehmen kann und das, trotzdem man weiß, dass Weidenkätzchen eines der ersten Bienenfutter im Jahr sind? Kann jemand der keine Achtsamkeit für die Natur hat, Achtsamkeit für sich selbst aufbringen?

Mir geht es auch nicht darum, jemand zu bewerten, sondern einfach darum, ein wenig zum Nach-Denken anzuregen.

Wie achtsam gehst DU mit der Natur, aber auch mit DIR selbst um?

Reflektiere und spüre in dich hinein. Wenn du merkst, dass es vielleicht etwas zu verändern gäbe, dann hast du jetzt und in Zukunft die Chance dazu!

Von 💖 zu 💖





































(c) Erika Klann

Samstag, 3. März 2018

Das alte Bild - eine schöne Erinnerung 💞👵👴


Jeder Mensch hat seinen ganz individuellen Zugang zu dem Thema "Entrümpeln". Während die einen ihr Herz an nahezu nichts hängen, horten andere dafür sogar ihren Müll. 
Ja, so krass können Gegensätze sein!

Ich glaube, ich habe einen für mich ganz guten Weg gefunden, manche Dinge aufzuheben, andere wieder nicht, bzw. bin ich immer wieder dabei "zu lernen", auszusortieren, auszulichten und los zu lassen.

Das Räumen eines Elternhauses bringt in dieser Hinsicht wieder ganz neue Erfahrungen und Einsichten. Dabei geht es nicht bloß um das Weggeben alter Gegenstände, sondern ebenso um das Weggeben von persönlichen (Familien)Geschichten. Dies kann mehr oder weniger emotional ausfallen. Lustig, überraschend, verwirrend, aber eben auch sehr emotional, ja sogar voller neuer Erkenntnisse.

Angefangen vom Lieblingshobby von Mutter/Vater bis hin zum 4. Kaffeeservice, zum uralten Bügeleisen aus Großvaters Schneiderzeiten, zur 2. Trockenhaube, den Dias der Kindheit, Bücher und Zeitschriften aus den 20/30/40/50iger Jahren, alten Plastikschüsseln /Töpfe/ Essbestecke, vergilbte Tischtücher, Lampen, Polster, Stofftiere, Spielsachen und und und

Man packt und räumt. Teilweise funktioniert man eher nur, um sich auch ein wenig selbst zu schützen und abzugrenzen. Doch dann ganz plötzlich habe ich es in der Hand, das alte Bild!

Laut Widmung war es ein Weihnachtsgeschenk an meine Großeltern von ihren Kindern, Schwieger- und Enkelkindern im Jahr 1965. Kein Wunder, dass es in meiner Erinnerung schon von je her da war. Hing es früher im Wohnzimmer meiner Großeltern, so hing es später in unserem Wohnzimmer, über dem Sofa, das mir lange Zeit als Schlafstätte diente. Oft habe ich es betrachtet und bin darin versunken, in dem Wald und der Lichtung, hab mir vorgestellt, wohin der Weg wohl führen mag und wie schön es wohl auf dieser Lichtung wäre.

Irgendwann haben meine Eltern dieses Bild durch ein anderes ersetzt und es entschwand meinem Blick und auch meiner Aufmerksamkeit. Ich hätte gar nicht gewusst, ob es noch da ist, bis ich es vor einigen Tagen plötzlich am Dachboden entdeckte.

Lange habe ich es nicht gesehen und auch nicht wirklich daran gedacht und nun, war es, als wäre es erst gestern gewesen. Ein Erinnerungsstück meiner Kindheit und eines der wenigen Dinge, die noch von den Großeltern da sind, ist für mich wieder aufgetaucht. Es wird ganz still in mir. Was mach ich nur mit diesem Bild, das noch verstaubt und irgendwie auch schon verblasst vor mir steht? Der goldene Rahmen schon abgeschlagen und von einer dicken Staubschicht verhüllt. Könnte ich es weggeben? Wo könnte ich es hinhängen? Kann ich mir vorstellen, es in meinen Wohnraum zu integrieren? Nein, ich muss es jetzt nicht entscheiden, aber ich muss es auch nicht weggeben.

Ich denke, meinen Vater muss es wohl ähnlich gegangen sein und wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich ihm in diesem Fall sogar sehr dankbar dafür.

Es gibt zweifelsfrei schönere und wertvollere Bilder. Dieses Bild jedoch hat einen anderen Wert, einen Wert der aus dem Herzen kommt.

Gib weg was dich behindert und runterzieht, aber behalte dir Gegenstände, die dich von Herzen erfreuen und in dir gute, positive Gefühle erzeugen.

Von 💖 zu 💖





(c) Erika Klann

Samstag, 17. Februar 2018

Kennst du deinen dunklen Fleck? 👥

Viele Menschen haben ihn, diesen dunklen Fleck auf ihrer Seele, der oft sogar unentdeckt ist. Mit dem Ausdruck "dunklen Fleck" meine ich eine frühe Prägung/Verletzung in unserer Kindheit zumeist durch unsere Eltern, die in den meisten Fällen die ersten Erwachsenen in unserem Leben waren.

Die ersten Erwachsenen, deren Wahrheit sehr oft die unsere wurde, zumindest bis wir alt genug waren unsere eigene Persönlichkeit zu entdecken und zu entwickeln.

Manche Menschen erzählen von den Geschichten mit ihren Eltern, die sie prägten und ihnen nach wie vor Schmerz bedeuten, andere wieder schweigen.
"Jetzt ist man ja Erwachsen und naja Vater/Mutter konnte es eben nicht anders," so tröstet man sich darüber hinweg. "Die Zeiten waren halt so..."

Das stimmt natürlich und es geht hier auch gar nicht darum Schuldige zu suchen oder zu finden, oder gar anzuklagen. Es geht hier lediglich darum hinzusehen, sich dem Schmerz auch tatsächlich einzugestehen und in Frieden mit der Vergangenheit zu kommen.

Mit "sie konnten ja nicht anders" verhält es sich aus meiner Sicht ähnlich, als würde man einfach etwas zudecken. Etwas zudecken, bedeutet jedoch NICHT, dass es weg ist. Es ist da, wartet, lauert fast darauf bei der nächsten Gelegenheit wieder unter der Decke hervorzukommen und die Wut oder das Gefühl der Ungerechtigkeit wächst weiter.

Nicht nur, dass wir mit Vater/Mutter keinen inneren Frieden finden, so strahlen wir diese Energien aus. Durch das Gesetz der Anziehung ziehen wir immer wieder Menschen an, die uns Ähnliches präsentieren. Meistens merken wir gar nicht, dass es sich bei diesen Menschen um die selben Eigenschaften handelt, die wir schon von Kindesbeinen an sehr gut bei unseren Eltern kennen gelernt haben.

Ich selbst habe sehr lange gebraucht, dass ich eine bestimmte Eigenschaft, die ich bei anderen nicht sehr schätzte, schon sehr früh bei meiner Mutter erfahren habe -> Sprunghaftigkeit. 
So "verkaufte sie mir meinen Vater sehr oft als "böse"und beklagte sich. Wenn ICH dann mal sagte, sie wären nicht gut verheiratet, dann sagte sie: "Was du immer hast, in jeder Ehe kommt etwas vor." Dies ging soweit, dass sie die eingereichte Scheidung nicht durchzog und ihre offizielle Erklärung war, dass ICH (das Kind) die Scheidung wollte - sie eh nicht.

Oder bei einem Einkauf in einem Großmarkt: "Na, komm ich kaufe dir ein neues Fahrrad."... Sie überredete mich solange bis wir das Fahrrad kauften. Bis wir die ca. 30 km mit dem Auto nachhause zurück gelegt hatten, war es nicht mehr mein Fahrrad, sondern ihres. Ich würde ein anderes Mal eines bekommen....

Bei meiner Mutter hat sich dies zu einer handfesten psychischen Erkrankung ausgewachsen, die für alle Beteiligten schwer zu (er)tragen war, allen voran für meinen Vater.
(Die obigen Beispiele waren  nahezu Kleinigkeiten, im Vergleich zu dem was noch kam.)
So sagte ich mir auch immer: "Sie konnte nicht anders."
Ich gestand mir sehr lange nicht ein, dass sie mich in Wahrheit tief verletzt hat und ihr handeln nicht länger entschuldigen kann und will - auch nicht unter dem Aspekt, dass sie ja krank ist.

Erst als ich mir den Schmerz eingestand, erkannte ich die Muster in meinem Leben und logischerweise habe ich auch etwas von ihrer Sprunghaftigkeit übernommen, vorzugsweise dann, wenn ich "Gefahr witterte".

Manche bezeichnen Sprunghaftigkeit als flexibel, aber das kann ich  nur bedingt nachvollziehen. Seine Meinung zu ändern, neu zu denken ist eine Sache, Menschen vor den Kopf stoßen eine andere.

Ich zog auch immer wieder Menschen in mein Leben, die ähnlich sprunghaft wie meine Mutter waren, nur kamen mir damals die Ähnlichkeiten nicht in den Sinn. Ich habe mich über die eine oder andere Begebenheit sehr gewundert.

Man sollte Vater/Mutter nicht hassen, sie aber auch nicht (ver)ehren, wenn es nicht stimmig ist, denn beides bedeutet wieder eine Decke über etwas zu geben, das in Wahrheit (noch) nicht in Frieden ist. Wenn sie noch am Leben sind, ist es einfach wichtig seine persönliche Grenze zu ziehen und nicht gegen sich selbst zu leben. Selbstliebe hat oberste Priorität im Leben - nicht Selbstaufgabe!

Egal ob sie noch am Leben sind oder nicht,  Frieden in sich schaffen, scheint mir ebenso unumgänglich. Immerhin verdankt man ihnen sein Leben. Andernfalls bleibt möglicherweise das Muster bestehen, dass schon sehr früh in dir angelegt wurde und dir vielleicht immer wieder Probleme und Unfrieden bereitet, letztendlich trägt eine unausgeglichene Seele nicht unbedingt zur Gesundheit bei.

Jede Erkrankung bietet somit auch die Chance etwas zu erkennen, zu lösen und sein zu lassen.
Im Kindesalter waren deine Eltern oder andere Erziehungsberechtigte für dich zuständig, im Erwachsenenalter bist du es SELBST!

Finde deinen dunklen Fleck und erlaube dir einen Weißen, sprich eine Ressource daraus zu  machen 
😊😊😊

Von 💖 zu 💖








(c) Erika Klann

Sonntag, 4. Februar 2018

Was bleibt, wenn wir gehen?

Vor einiger Zeit war ich in einem Geschäft in dem mein verstorbener Vater Stammkunde war.  Im Gespräch mit der Angestellten in diesem Geschäft stellte sich heraus, dass auch Ihre Mutter vor Kurzem gestorben war. Beide hatten wir Tränen in den Augen, als sich unser Gespräch letztlich um die Dinge drehte, die uns nach dem Tod unserer geliebten Angehörigen beschäftigen. Dabei sagte sie einen Satz, den ich schon in ähnlicher Form vor einem Jahr in einem Blog nieder geschrieben hatte.

Zitat
"Man selbst hat das Gefühl, als würde die Zeit stehen bleiben, aber wenn man raus geht, dann hat sich nichts verändert, alles läuft weiter wie bisher....."

Diese Erkenntnis hat mich schon im zarten Alter von 20 Jahren getroffen, als vollkommen unerwartet ein mir lieber, noch sehr junger Mensch verstarb. Zu dieser Zeit veröffentlichte Reinhard Fendrich ein Lied mit einer Textpassage:

"Erinnerung ist nur eine Reifenspur im Sand,
der Wind weht's zu, oft viel zu früh, hast es nicht mehr in der Hand"
(Original im Wiener Dialekt)

Diese Textpassage hat mir damals sehr zu denken gegeben, denn sie trifft es genau auf den Punkt.

Für die Welt ist jeder Mensch, ja jedes Lebewesen vergleichbar mit einem Sandkorn,
egal ob du ein einfacher, unbekannter Mensch irgendwo im Urwald bist, oder eine bekannte, beliebte Persönlichkeit, wenn du diese Erde verlässt, wird alles genau so weiter gehen wie bisher. Die Sonne wird genauso jeden Morgen aufgehen, wie sie jeden Abend unter geht. Die Sonne wird scheinen, es wird regnen, schneien, Stürme werden wehen....

Was aber zurück bleibt ist das Gute, das du in den Herzen der Menschen bewirkt hast, egal wer du bist, denn viele Tropfen ergeben das Meer!

Natürlich bleibt auch das weniger Gute zurück, aber es ist unsere Wahl, wohin wir unsere Aufmerksamkeit wenden. Wollen wir uns ewig in alten, dunklen Energien suhlen, die niemandem gut tun, oder wollen wir uns dem Sonnenlicht zuwenden?

Ich bin für die Sonne und das Licht, denn sie wärmt und nährt mich. Genau dieses Licht von meinem Papa lebt in mir weiter und wenn sie es wollen, in  meinen Kindern und in allen, die es für sich zulassen.

Die Dame in dem Geschäft und ich, wir haben uns sehr herzlich voneinander verabschiedet und in diesem Moment der Verbundenheit haben wir uns trotz der Trauer dennoch ein Licht geschenkt.


Von 💖 zu 💖










(c) Erika Klann

Sonntag, 14. Januar 2018

Mittendrin' - zwischen den Zeiten

Nun ist schon wieder fast der halbe Jänner vorüber und ich habe in diesem Jahr noch keine einzige Nach-Denk-Geschichte niedergeschrieben. Nichts von dem, das sich zeigte, war präsent genug, dass es mich drängte, es auf zuschreiben.

Da wurde mir bewusst, dass ich gerade zwischen den Zeiten lebe:
Zum Einen gebe ich der Vergangenheit den Raum, den sie braucht um sich nach und nach zu lösen. So fielen mir gestern die Krankenhausbefunde meines Vaters in die Hände und später die alten Fotoalben meines Großvaters und Vaters. Ich kenne diese Fotos schon seit Jahrzehnten, aber gestern war etwas anders. Ich betrachtete sie aus einem vollkommen neuen Blickwinkel und erkannte so Manches neu. Viele Tränen durften da fließen, aber ich hatte das Gefühl, dass diese Tränen nicht (nur) meine waren, sondern die Tränen eines ganzen Familiensystems, einer ganzen Zeitepoche. Oh nein, die Menschen sahen meist gar nicht traurig aus, ganz im Gegenteil und dennoch ist es ein Stück Zeitgeschichte, das längst vorbei ist.

Schade, dass ich mich an meinen Großvater so gut wie nicht mehr erinnern kann, nur sein letzter Tag ist mir noch im Gedächtnis, obwohl ich damals erst 6 1/2 Jahre war.
Er stürzte damals und in seinem Gesicht waren Blutspuren, er diskutierte noch mit einem Gendarmen vor der Wohnungstür* bevor er sich im Wohnzimmer hin legte, ich spielte daneben am Boden und plötzlich bemerkte ich, dass er nicht mehr schnarchte - und mein Opa schnarchte üblicherweise seeeeeeehrrrrrr laut - .... mein Opa war ganz ruhig für immer eingeschlafen.
*(Wir wohnten nach dem Tod meiner Oma bei meinem Opa)

Wären die Fotos aus alten Zeiten nicht, so hätte ich so gut wie keine Erinnerung an meine Großeltern väterlicherseits. Heute sah ich die beiden auf den Fotos ganz neu und so viele Fragen tauchten auf, aber mein Papa ist nicht mehr da und ich  kann niemand fragen. Andererseits ist es auch nicht mehr wichtig, denn es ist Vergangenheit. Meine Großeltern sind vor über vierzig Jahren gestorben, ich habe die Freiheit mir das zu bewahren, was ich möchte.

Natürlich lebe ich auch in der Gegenwart. Im Hier und Jetzt, mit allen Freuden und Heraus-forderungen, die sich täglich zeigen. Meine Arbeit mit Klienten, die mir große Freude bereitet, ein Seminar ist auch schon gebucht und endlich gönnte ich mir eine Sitzung zur integrativen Sehtherapie. Sehr spannend war das. 😊 Es gilt aber nun auch meine pflegebedürftige Mutter gut zu versorgen und auch hier neue Wege zu gehen und Entscheidungen zu treffen.

Dies hat natürlich zur Folge mich auch schon in der Zukunft zu bewegen. Dinge, die im letzten Jahr ihren Anfang nahmen, werden mit aller größter Wahrscheinlichkeit 2018 einige Veränderungen nach sich ziehen. Vieles wird es weiterhin gelten neu zu ordnen, los zu lassen, einfach sein zu lassen und gleichzeitig Neues zu beginnen. Menschen, Orte, Dinge, Strukturen, Gedanken.....

Leben ist immer wieder Veränderung. Ich bewege mich auf dieser Welle der Veränderung mehr denn je. Überlege, plane, gehe es an, Schritt für Schritt, ganz ohne Eile, aber voller Zuversicht und Neugier. 😃

Es ist alles gut wie es ist. Das Leben ist - ich bin!

Wenn du dich auch einmal in einer Neuausrichtung befindest, sei gut zu dir, nimm dich zurück, wenn es nötig ist, vergiss nicht, dass du dir selbst der/die Nächste bist!


Von 💖 zu 💖









(c) Erika Klann

Samstag, 30. Dezember 2017

2017 - was für ein Jahr!

Das Jahres-Ende ist immer ein guter Zeitpunkt das Vergangene noch einmal Revue passieren zu lassen. Anzuschauen, was passiert ist, was man davon gelernt hat und mitnehmen kann.

Für mich war das Jahr 2017 auf seine Art ganz besonders herausfordernd.

Natürlich war die Erkrankung meines Vaters und die darauf folgenden Monate, mit allen Herausforderungen, allen Höhen und Tiefen eines der massivsten Themen in diesem Jahr.
Nicht zuletzt, weil der Kampf um seine Rehabilitation eines Tages verloren war und er dieses Leben für immer verlassen hat.

Ja, das war schon eine sehr schwierige Zeit, aber auch eine sehr lehrreiche. Lehrreich nicht nur im Bezug auf andere Menschen oder das ganze Drumherum, sich in einem System zu befinden, sondern auch auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten, denn bei aller Liebe und bei allem Wollen, so ist es dennoch wichtig, sich selbst nicht zu vergessen.

Ich habe im Jahr 2017 viele Menschen (Nachbarn, Verwandte, Freunde) auf eine andere Art und Weise kennen gelernt wie bisher und habe gelernt, noch mehr zu mir zu stehen, für das einzustehen, was ich bin und was mich ausmacht. Und ja, ich habe auch gesehen, wer da ist, wenn es drauf ankommt! Manches was ich in unmittelbarer Umgebung erlebt habe, hat mich sogar tief entsetzt.

Das gab mir allerdings eine neue Freiheit, denn ich muss nicht um die "Liebe" und "Anerkennung" anderer buhlen und mich dabei selbst verraten. Ich bin frei mich dort hinzuwenden, wo ich mich hinwenden will.

Besonders berührt hat mich, dass anlässlich des Ablebens meines Vaters sämtliche Freundinnen meines Lebens (auch meiner Kindheit und Jugend), egal ob noch in Kontakt oder lange nicht mehr, ihr Beileid zum Ausdruck gebracht haben.*
(*ich persönlich war in dieser Hinsicht eher nachlässig)

Das Jahr 2017 brachte mir auch eine ganz besondere Liebe - die Liebe zur Nordsee und ich hoffe, dass ich bald wieder dorthin zurückkehren werde. Diese wunderbare Landschaft hat mich verzaubert und mich mitten im "Geschehen" rund um meinen Vater doch einigermaßen runter kommen lassen.

Ich durfte viele (neue) KlientInnen begrüßen, wundervolle Stunden der Heilung verbringen und tiefes Vertrauen erleben. Das gab mir Kraft !!!

Auch sonst gab es viele neue Menschen, die ich kennen gelernt habe, interessante Gespräche, neue Erkenntnisse, die ich erlangt habe, neue Türen die sich geöffnet haben, neue Aussichten und Einsichten die mein Leben voller und spannender gemacht haben.

Manches ist noch zu erledigen im neuen Jahr, aber das meiste ist schon auf Schiene gebracht und wartet nur darauf, losfahren zu können.

Letztendlich war es ein Jahr des Los-Lassens und in gewisser Weise schon des Neu-Anfanges.
Sich lösen von bisherigen Glaubensmustern, die einem nicht mehr gut tun. Sich lösen von Gedanken und Meinungen, die nur runter ziehen. Sich lösen von alten Anhaftungen oder übernommenen Energien. Aber auch lösen von Menschen und Orten.

Sich lösen von allem, dessen Zeit schon abgelaufen ist, um sich dann dem Schönen, Neuen, Bereichernden, Glücklichmachenden zuzuwenden.

Wenn du zurück blickst auf das vergangene Jahr, ganz egal was dabei passiert ist, so war auch ganz bestimmt etwas Gutes dabei. Lass das alte, ausgelaufene hinter dir und nimm das Gute mit, drück es an dein Herz und erlaube dir das Glück!

Glück kannst du nicht kaufen, du findest es nur in dir selbst - nämlich dann, wenn du dich der vielen guten, wunderschönen Dinge in DIR klar wirst.

Und sagt man immer so schön, dass nach jedem Tunnel wieder Licht kommt, so kann ich dir weiß Gott sagen - JA, das stimmt. Im Laufe meines Lebens habe ich schon so manchen Tunnel durchquert, aber nie fühlte ich mich dem Silberstreifen so nahe.

Wenn du das Gefühl hast, festzustecken, dann erlaube dir Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wir sind Menschen, die hier menschliche Erfahrungen machen und es gibt Situationen, wo man mitunter das Gefühl hat, dass es nicht weiter geht. Ich selbst habe mir im vergangenen Jahr immer wieder Hilfe gesucht, weil die Herausforderungen manchmal einfach zu  heftig waren und weil ich nicht darin versinken wollte. Abgesehen davon arbeite ich selbst mit Menschen und wie könnte ich begleiten, wenn ich selbst nicht gut auf mich achte? Das Leben bewegt sich stets vorwärts und wir entscheiden, ob wir uns unseren Themen und Ängsten stellen, oder vor ihnen davon laufen. Davon laufen funktioniert aber nur bedingt.  😉

Es ist auch kein Zeichen von Schwäche Unterstützung anzunehmen, sondern ein Zeichen von Stärke, dir selbst der/die beste Freund/IN zu sein und gut auf dich achten.

Frei bist du dann, wenn du dich auch tatsächlich frei machst, nicht im Außen, sondern in deinem Inneren.

So danke ich heute jenen die meine Zeilen immer wieder lesen von Herzen für euer Interesse an  meinen Nach-Denk-Geschichten und wünsche euch von 💖 ein segensreiches, glückliches und  gesundes Jahr 2018!

von 💝 zu 💝







(c) Erika Klann

Samstag, 23. Dezember 2017

Der 91igste Geburtstag - der Trauer Raum geben


Gestern, einen Tag nach der Wintersonnenwende hätte mein lieber Vater seinen 91igsten Geburtstag gefeiert. Er wurde am 22. Dezember 1926 zur Kaffeezeit als drittes Kind geboren, in einer Zeit wo noch Pferdekutschen fuhren, es kaum Elektrizität gab, man eine Garnitur Sommer- und eine Garnitur Winterkleidung hatte....

Seinen 91igsten Geburtstag hat mein Papa aber nicht mehr in seinem Körper feiern können, da er diesen schon genau einen Monat zuvor verlassen hat.

Zumal wir Körper-Geist-Seele-Wesen sind, weiß meine Seele, dass es der Seele meines Vaters jetzt gut geht und auch, dass es der Kreislauf des Lebens ist, eines Tages wieder dorthin zurück zu kehren, woher wir gekommen sind. Jeder in seiner Zeit.

Auf der anderen Seite bin ich die Tochter, die auf der physischen Ebene nun keinen Vater mehr hat, die weiß, dass unsere gemeinsame Zeit auf Erden in diesem Leben endgültig vorbei ist. Das ist es was die Trauer ausmacht und gleichzeitig das Wissen nun in ein neues, anderes Leben zu gehen - in ein Leben ohne ihn. Nichts wird mehr sein wie es war, aber das heißt nicht, dass es schlechter sein wird - anders wird es werden.

Manche mögen vielleicht meinen, es wäre ein Trost, dass er fast 91ig geworden ist - nein, dies ist kein Trost, denn der Abschied wird dadurch nicht leichter. Die Dankbarkeit mag wohl größer sein, Dankbarkeit für all die Jahre, die wir hatten und die ich von ihm lernen durfte. Ja, ich konnte viel von ihm lernen, bis zu seinem letzten Atemzug, aber leichter ist es deshalb definitiv nicht.

In meinem Vorzimmer liegt seine Weste, die ich in der Nacht seines Gehens mitgenommen habe, weil sie nach ihm roch. Wenn ich traurig bin, dann drücke ich sie manchmal ganz fest an meine Nase und versuche seinen väterlichen Geruch hier auf Erden einzufangen, einzuatmen und vielleicht noch ein wenig festzuhalten. Langsam wird dieser Geruch weniger, aber er gibt mir auch Kraft, Kraft mein Leben voll und ganz anzunehmen, meinen Weg weiter zu gehen und langsam los zu lassen, so wie der Geruch langsam schwindet.

Morgen ist Heiliger Abend, der Erste an dem mein Papa nicht mehr physisch bei uns sein wird, niemand wird mehr ungeduldig anrufen und fragen: "Können wir schon kommen?“ und ich werde auch nicht genervt Dinge sagen wie: "Noch nicht, ich brauch noch ein bissl, lass dir Zeit.“*

(*Mein Papa war immer ungeduldig und überpünktlich - das habe ich definitiv nicht von ihm 😉)

Ich bin nun 51 Jahre und wenn ich zurück blicke, dann waren es maximal 5 Heilige Abende, wenn überhaupt, in denen mein Papa nicht dabei war. Er war hier auf Erden mein längster Wegbegleiter. Dankbarkeit gepaart mit Tränen mischen sich gleich wieder bei diesen Gedanken.

Morgen feiere ich mit meinen Kindern Weihnachten (für sie ist es das erste ohne Opa), wir werden es so gestalten, wie uns gerade ums Herz ist. Die Seele meines Vaters wird bei uns sein, vor allem in unseren Herzen und wir werden ein Licht für ihn anzünden - sein Licht. 
  
Wenn ich traurig bin, dann habe ich das Gefühl, als sagte mir seine Seele: "Mädchen, es ist alles gut“ und ich habe das Bild vor mir, das ich in der Nacht vor seinem Gehen im Traum hatte. Er saß mit anderen Männern an einem Tisch, in seinem Pyjama (den er letzte Weihnachten von mir bekommen hat), strahlte mich an und sagte: "Es geht mir wieder gut!"  Er strahlte dabei so glücklich wie lange nicht! 😍

Trauer ist ein wichtiger Teil, des sich Verabschiedens und des Neuanfanges. Es ist gut, in seiner Zeit. Wenn du dir darüber klar bist, dass wir Körper-Geist-Seele-Wesen sind, dann wird dir auch bewusst, dass du die Vergangenheit betrauerst und diese wäre ohnehin längst vorbei und vielleicht betrauerst du auch ein wenig die Angst vor der Zukunft.

Die Seelen derer die gegangen sind, wünschen sich das für dich nicht, dass du traurig und unglücklich bist und keine Freude mehr findest.

Sie wünschen dir Freude, Friede, Liebe und Glücklich-Sein! Das ist unsere Natur, deshalb sind wir hier!


Von  💖 zu 💖   - Namasté

Mein Papa und ich, 1968
Als wir vor einiger Zeit die alten Dias anschauten sagte er bei diesem Bild: "Na, da schauen wir  aber alle 2 zwider." 😂


(c) Erika Klann

Samstag, 9. Dezember 2017

Die zweite Chance, oder Dezember ist's

Als mein Vater vergangenen Februar im Krankenhaus lag und sich sein Zustand täglich verschlechterte, er kaum reagierte, saß ich weinend an seinem Krankenbett und hielt seine Hand. Vom Krankenhauspersonal war immer nur  zu hören "Ist schon alt", "kein Reha-Potential", "so wie er war wird er nicht mehr...."

Papa war vor dem Krankenhausaufenthalt für seine 90ig Jahre sehr fit und deshalb ließ ich "alt" nicht gelten.  Ich betete zu Gott, er möge ihm doch noch ein paar glückliche Jahre geben.
Es war alles für eine 24h-Pflege vorbereitet und er würde sich nicht mehr um meine Mutter kümmern müssen...ich tat was ich auf energetischer Ebene tun konnte und ja, mein Vater wurde wieder wach und schluckte. Gerade noch rechtzeitig, bevor man ihm eine Ernährungssonde verpassen wollte...

Zuhause war alles vorbereitet und so übernahmen wir ihn so rasch es ging in häusliche Pflege.

Mein Vater hatte seine zweite Chance bekommen!

Zuhause jedoch konnte er keine Freude finden:
Ging ich mit ihm spazieren, so beklagte er, dass er noch vor kurzer Zeit viel weiter gegangen war. Mein Hinweis, dass er trotz Hirnblutung und 90 Jahren eine Strecke von 2 km zu Fuß zurück legen konnte, interessierte ihn nicht wirklich. Es verging auch kein Tag an dem er sich nicht über das Essen der Pflegerinnen beschwerte. Ja, er hatte so verschiedenste "Probleme" an denen er sich mit aller Konsequenz festkrallte. Das Schöne und Gute vermochte er nicht zu sehen.

- Oft fragten wir ihn, ob er wisse, welchen Monat wir haben, worauf er spontan "Dezember" sagte. "Aber Vater, schau doch, wie schön die Blumen blühen, wie alles sprießt und gedeiht. Kann es wirklich Dezember sein?" Darauf erwiderte er nichts.
- Dass ich Holzdekor in die Rosenbeete streute, um zu raschen Unkrautwuchs zu verhindern, bemerkte er sehr wohl, aber nicht im positiven Sinn, denn es gefiel ihm nicht.
- War ich mit ihm im Wald, damit er Waldluft atmen konnte, wollte er nachhause um sich hin  zulegen.
- Gingen meine Tochter und ich mit ihm Eis essen, das er früher immer sehr mochte, war es ihm zu kalt.
Egal wie wir ihn zu motivieren versuchten, wir scheiterten.

So ließ er sich immer mehr und mehr in jene Energie aus dem Krankenhaus fallen "alt" und "kein Rehapotential" -  "Ich bin schon fast 100", keifte er mir einmal entgegen, als ich ihn zum Rausgehen motivieren wollte.

Seine Konsequenz machte sich mit der Zeit bezahlt, denn sein Zustand wurde immer schlechter und er wurde auch immer schwacher, trotz bester Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel und energetischer Behandlungen.
Träumte er zwar noch vom Autofahren oder seinem Hobby als Sportschütze, so zeigte er in Wahrheit keinerlei Anstalten dorthin zu gelangen. Er konzentrierte sich auf alles Negative, wollte sich nicht einmal mehr selbst rasieren. "Dazu sind ja die Pflegerinnen da."
Nur meine Tochter die einen besonderen Zugang zu ihm hatte, konnte ihn ab und an motivieren. Ich glaube, dass er dies mehr ihr zu liebe tat.

Nach 9 Monaten in einer sternklaren Nacht, genau einen Monat vor seinem 91. Geburtstag tat mein lieber Papa seinen letzten Atemzug. Danach strahlte er einen ganz besonderen Frieden aus, bis seine Energie und seine Seele ganz seinen Körper verlassen hatten.
Drei Stunden später sah ich eine Sternschnuppe am klaren Nachthimmel dieses 22. Novembers und bei mir zuhause blühte während dieser letzten Stunden seines irdischen Lebens eine Orchidee auf.

In dem Moment, in dem wir aus unserem Körper gehen, ist alles egal, jeder Kampf, jedes Streben nach...., alles Materielle was wir je angehäuft haben, jede Sorge. Nichts ist mehr wichtig! Alles ist in Frieden.

Nun ist es Dezember geworden. Draußen ist es nebelig und grau. Ab der Wintersonnenwende werden die Tage wieder länger und ein neuer Zyklus kann beginnen.
Mein Vater kam zur Wintersonnenwende am 22. Dezember 1926 zur Welt und sein Zyklus schloss sich einen Monat vorher.

Ich kann mir gut vorstellen, dass unsere Seele mit ihrer Inkarnation auch die Zeitspange ihres Lebens festlegt. Wie wir jedoch damit umgehen und was wir daraus machen unterliegt dann unserem freien Willen.

Wir können unsere Lernaufgaben lösen und glücklich sein, oder uns auf all das Negative besinnen, dass uns so im Laufe des Lebens begegnet. Ich selbst versuche die Dinge immer von allen Seiten zu betrachten, weil es genauso "ungesund" ist, sich alles nur schön zu reden. Es ist wichtig, diesen Emotionen Raum zu geben und sie anzusehen.

Dennoch! Um glücklich zu sein, muss man bereit sein, auch das Glück zu sehen!
Nämlich ganz aus seinem Inneren heraus.

Bist du bereit? Erlaubst du es dir, bedingungslos glücklich zu sein?
Wenn nicht, was ist dein Gewinn daraus? Glaubst du, dass dies der bessere Weg ist?
Sich aufzuopfern, bis du zusammen brichst?

So wie du mit Nichts auf diese Erde kommst, gehst du mit Nichts, außer mit dem, was du deiner Seele Gutes getan hast, denn das war es auch, warum du gekommen bist.


Von 💗 zu 💗









(c) Erika Klann