Freitag, 17. Februar 2017

Spuren im Schnee - mein Weg, dein Weg, ein Weg? 🐾🐾

Der heurige Winter hatte schon so einiges zu bieten. Genügend lange Kälte, dass sogar  der See gut zugefroren war und es gab auch immer wieder Schnee.

Nachdem der Schnee das Land bedeckt hatte, startete ich mit meinen Stöcken zu einem längeren Fußmarsch über die Felder. Nach vielen Tagen mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, war es an jenem Tag das erste Mal sogar "warm" und so kam ich ganz schön ins Schwitzen, weil ich gewohnt warm angezogen war.

Es war so herrlich windstill und angenehm, dass ich mich für einen längeren Marsch entschied und ich genoss es, durch den Schnee zu stapfen.

Interessiert betrachtete ich auch die anderen Fußspuren, die im Schnee zu sehen waren. Es ist immer wieder interessant und spannend, wenn man sieht, wo die Tiere hauptsächlich ihre Wege haben, oder wo auch vermehrt Menschen gehen. An manchen Wegen waren mehrere Spuren, an anderen wieder kaum welche, bis gar keine.

So fiel mir eine Spur ins Auge, die in die gleiche Richtung führte, wie meine. Ich versuchte, natürlich nur rein zum Spaß, in den Fußstapfen dieser Person den Weg fortzusetzen. Die Schritte waren ungefähr genauso lange wie meine, dennoch hatte ich große Mühe in dieser Spur zu bleiben. Nun ja, ich hatte meine Walkingstöcke dabei und hatte natürlich einen anderen Gehrhythmus, als die Person in deren Fußstapfen ich zu gehen versuchte.

Bald gab ich es auf und suchte wieder meinen ganz eigenen, individuellen Weg. Da fühlte ich  mich am wohlsten.

Ich verglich die Situation mit dem Leben und stellte mir die Frage, ob es gut ist in die Fußstapfen eines anderen treten zu wollen.

Es ist gut von anderen zu lernen, in die gleiche Richtung zu sehen, aber ich denke, dass es wichtig ist, sich seinen ganz eigenen Weg zu suchen und ihn konsequent zu gehen. Natürlich darf man immer wieder die Spur wechseln, oder sogar abbiegen, über Hindernisse steigen, oder was immer nötig ist. Sich immer wieder neu zu orientieren und auszurichten, mit dem was ist und dabei unbeirrte den eigenen Weg, das eigene Ziel weiter zu verfolgen, denn nur dann kannst du ganz DU sein, ganz individuell.

Wenn du in den Fußstapfen eines anderen gehen willst, ist das viel mühsamer, weil du immer darauf achten musst, wo die Person vor dir den nächsten Schritt hin getan hat.

Das lenkt dich ab und hindert dich gut voran zu kommen.

Es lenkt dich davor ab, auch andere Möglichkeiten zu sehen und zu erkennen und hindert dich, dir deine ganz eigene, persönliche Meinung zu bilden. Damit hinderst du dich selbst daran, deine wahre Größe und Stärke zu erkennen und dieser Ausdruck zu verleihen.

Sei ruhig mutig, sei du selbst und finde deinen eigenen Weg.

Von 💖 zu 💖




(c) Erika Klann

Freitag, 10. Februar 2017

Wenn Kinder in die Praxis kommen 👧👦 👶


Ich liebe meine Arbeit als Energetikerin sehr und jeder Mensch, ganz egal ob jung oder alt ist mir sehr herzlich willkommen. Es ist mir eine Freude und Ehre, wenn jemand in meine Praxis kommt, mir sein Vertrauen schenkt und bereit ist, seinem Leben eine neue Wende zu geben.

Glückliche und ausgeglichene Menschen tragen letztlich zum Wohle aller bei. Ihre Schwingung und Energie kann andere Menschen durchaus positiv motivieren.
Denke daran, was passiert, wenn dir jemand ein Lächeln schenkt :-)

Wenn Kinder in meine Praxis kommen, sind das jedoch immer ganz besondere Momente. Das erste Mal kommen die meisten Kinder, weil ihre Eltern das beschließen und ihnen etwas Gutes tun möchten.
Einmal hat MICH ein Kind selbst ausgesucht hat, d.h. es hat meinen Flyer entdeckt und ihrer Mutter gesagt, dass das etwas für sie wäre.

Das war ein besonderes Erlebnis, vor allem, weil die heutigen Kinder oft so klar sind.
Haben sich Kinder über Generationen in Formen passen lassen, so sind die Kinder der heutigen Zeit ganz anders. Aus meiner Wahrnehmung sind sie viel spüriger.

So ist es immer spannend, bevor ein Kind zum ersten Mal  kommt, weil man nie weiß, wie es kommt. Ist es ängstlich, neugierig, gespannt, ruhig, oder aufgeregt.  Besonders herausfordernd wird es, wenn ein Geschwisterchen auch noch dabei ist.

Ich erinnere mich an ein Brüderpaar, das im Spiegel meiner  Deckenlampe ihren Spaß hatte, während einer der beiden auf der Therapieliege lag. Mit der Zeit wurden jedoch beide ruhig und am Ende hatte der Kleine auf der Liege ganz rote Bäckchen.
Die Mutter war ganz erstaunt, wie ruhig ihr Kinder geworden waren.

Während manche Kinder sich ängstlich an ihre Mutter drücken, erzählen andere ganz frei von ihrem Problem.

Da war das Kind, das voller Angst vor dem Schuleintritt und anderen Dingen war und als es das nächste Mal wieder kam, fragte ich nach: "Und wie geht es dir mit deiner Angst?"
Antwort: "Alles weg, die Angst habe ich abgehakt."

Kinder sind oft viel klarer und unvoreingenommener, als wir Erwachsene. Sie wissen meistens ganz genau, was sie quält.

Dieser Tage war wieder ein Baby in der Praxis. So süß und rein. Frei von Ängsten. Die süße Maus lag auf der Therapieliege und schlief, während ich sie mittels Cranio Sacral behandelte. Bei ihr konnte man ganz genau sehen, wie sie auf die einzelnen Griffe reagierte. Einmal öffnete sie kurz die Augen, um danach wieder vertrauensvoll weiter zu schlafen.

Interessant ist, dass oft ältere Kinder ängstlicher sind, als kleine. So traute sich ein 11jähriges Kind nicht auf die Liege zu legen, oder sonstige Übungen mitzumachen. In solchen Fällen arbeite ich an der Mutter. In diesem speziellen Fall war die Mutter selbst extrem angespannt und konnte sich kein bisschen entspannen.

Wenn man annehmen kann, dass die Kinder oft unser Inneres spiegeln, dann liegt die Lösung auf der Hand. Eine entspannte Mutter bringt Entspannung in die Familie. Eine gestresste Mutter verbreitet Stress. Weil alles Leben Energie ist.

Egal welche Herausforderungen uns das Leben bringt, es ist immer wichtig sich Zeit für sich zu nehmen. Anzuhalten und zur Ruhe kommen.

Darum ist Cranio Sacral so eine tolle Behandlungsmethode bei Stress und Unruhe, sowohl für Mutter und Kind. Reseten, Zeit nehmen für sich, runter kommen. Eine ausgeglichene Mutter ist auch für ihr(e) Kind(er) Ausgleich, eine Mutter, die sich täglich am Rand des Machbaren bewegt, wird das auf Dauer nicht durchhalten und irgendwann wird der Körper Alarm schlagen.

Ob Cranio Sacral Behandlungen oder andere Möglichkeiten zur Entspannung du wählst, wichtig ist du tust DIR Gutes!

Ja, wenn Kinder 😍 in die Praxis kommen, ist das immer etwas ganz Besonderes, denn sie sind ein wichtiger Teil unserer Zukunft.


Von 💗 zu 💗







(c) Erika Klann

Freitag, 3. Februar 2017

...und es gibt auch diese Tage... 🌁🌁


Es war an einem Samstag. In der Nacht zuvor hatte ich einen merkwürdigen Traum, der mich aus dem Schlaf riss. Diese merkwürdige Stimmung blieb bis zum Morgen und so erwachte ich etwas gedämpft. Draußen war es kalt und nebelig. Mein Frühstück aß ich mehr im Reflex als zum Genuss. Nachdem ich spät aufgestanden war, war es auch schon fast Mittag bis ich mein Frühstück beendet hatte. Ich entschied mich für ein Bad, bevor ich einkaufen gehen wollte. Aber die Sache mit dem Bad lief nicht wunschgemäß, denn mein Warmwasserspeicher spielte mir einen Streich und so war das Badewasser fast kalt.....es wurde schon fast wieder dunkel, bis ich endlich zum Einkaufen gehen bereit war. Im Supermarkt war die Auswahl schon reduziert und schon bald machte ich mich wieder auf den Heimweg - jedoch, nicht ohne mir einen Strauß Tulpen zu schenken.

Ich brauchte etwas für meine Seele, denn an diesem Tag war ich gar nicht lustig. Gewisse Lebensumstände machten mir heute ganz besonders zu schaffen und wie das nun mal so ist, sobald sich das Gedankenkarussell zu drehen beginnt, wird es schneller und schneller und schneller - es dreht sich und dreht sich und dreht sich. Man droht beinahe in seinen eigenen Gedankensumpf zu versinken. Sich dann aus Frust irgendwohin zu begeben, macht gerade an so einen Tag wenig Sinn.

Ich entschied mich ein Buch zu lesen.
Kein Sachbuch, oder spirituelles Buch, nein einfach einen Roman, der mich unterhalten sollte.
Das tat er dann auch.Wohl brachte er mich zum Nachdenken, aber das empfand ich letztlich auch wieder angenehm. Ich las und las und las. In meiner Vorstellung sah ich mich schon im Morgengrauen das Buch zuklappen, aber dazu kam es nicht, weil irgendwann nach Mitternacht wurden meine Augen müde und die Buchstaben verschwammen.

Aber etwas ganz grundlegendes hatte sich geändert. Der Tag hatte durch das Lesen das Buches eine positive Wende bekommen. Ich hatte mein Gedankenkarussell verlassen und meine Traurigkeit war ebenfalls verschwunden. Zufrieden ging ich gegen 2 Uhr schlafen. 

Am nächsten Tag war es draußen wieder nebelig, aber das war mir egal. Ich begann den Tag wieder positiv, genoss mein Frühstück und begab mich zu einem ausgiebigen Marsch durch den Wald. Der Nebel machte alles so seltsam still und dennoch, wenn ich anhielt und nur horchte, konnte ich so viele kleine Geräusche vernehmen. Ich war voller kreativer Ideen. Alles war wieder gut.

Wer kennt sie nicht, diese Tage, des Grübelns? Tage, in denen man sich beinahe ein wenig ausgeliefert fühlt. Aus meiner Sicht ist es ganz gut sich diesen auch mal hinzugeben, durch den Zustand durchzugehen. Das hießt nicht, dass man es toll findet, aber auch nicht dagegen kämpft. Anhalten und sich Gutes tun. Sich selbst gut versorgen.

Manches Mal finden wir uns in Situationen, die uns nicht gefallen, aber nicht jede Situation lässt sich auf der Stelle verändern. Was wir verändern können, sind unsere Gedanken und Einstellungen dazu.

Bei mir wurde aus einem vermeintlichen Depri-Tag doch noch ein guter Tag, denn das Buch bereitete mir große Freude, abgesehen davon tat ich mir Gutes, in dem ich gut für mich sorgte, in dem ich mir Blumen kaufte, den Raum entsprechend beduftete, mir gutes Essen und Trinken gönnte und es mir echt gemütlich machte. Ich sorgte dafür, dass ich mich in meiner Haut wohl fühlte.

Man könnte auch sagen, Verantwortung für das eigene Leben übernehmen. Denn niemand sonst, ist für dich verantwortlich, nur DU 🌞


Von 💖 zu 💖





(c) Erika Klann

Freitag, 27. Januar 2017

(m)eine besondere Liebe 💖 💙💚💛💜

Der See

In früheren Zeiten mochte ich ihn nicht besonders. Sein Wasser war mir zu trüb und zu seicht. Außerdem war ich der Meinung, dass er stank. Nun ja, er ist ein Steppensee, nicht sehr tief und sein Grund ist oft schlammig. 

Im Sommer verbrachte ich die heißen Tage viel lieber in einem Freibad und so kam es, dass ich kaum in der Gegend um den See war. Ich schenkte ihm und seinem Umfeld kaum Beachtung.

Aber dann kam die Zeit, wo es sich durch Freunde und Bekannte ergab, dass man Tage am See verbrachte. Ich war anfangs eher wenig begeistert, da ich ihn ja nicht mochte und doch erwachte etwas in mir, das sich im Laufe der Jahre zu etwas für mich ganz Besonderem entwickelte. Fast zwei Jahrzehnte zieht es mich nun zu jeder Jahreszeit zu ihm hin.

Ob es nun Frühling ist, wo ich an seinen Ufern mit dem Fahrrad fahre. Mich dabei an den Strahlen der Frühlingssonne erwärme, oder mich am Blühen der umliegenden Obstbäume erfreue. Ab und an sitze ich auf einem der umliegenden Hügel und bestaune den See mit den ersten Segelbooten nach der Winterpause und der umliegenden Landschaft von oben.

Im Sommer finde ich Abkühlung in seinem Nass. Den Blick aufs Wasser, hinaus in die Ferne genieße ich oft stundenlang. Einfach sitzen und schauen. Ich erfreue mich am Schaukeln der Segelboote mit ihren bunten Segeln, wenn  Entenfamilien  vorüber schwimmen oder einfach an den Wellen. Wellen, die manchmal ziemlich heftig sein können, aber dann, wenn es fast windstill ist, bekommt der See ein ganz eigenes "Gesicht". Das Wasser wird zu einer riesengroßen Spiegelfläche. Ich sitze und schaue,  falle vielleicht in einen sanften Schlummer oder treibe auf meiner Matratze, während die Sonne meine Haut streichelt. Gerade wenn kaum Wind geht, kann ich mich abends nur schwer los reißen, weil es irgendwie so still wird. So friedlich. Die Menschen, die noch vom Badetag dort sitzen, oder jene die einfach nur einen Abendspaziergang machen, alle blicken gebannt zur Sonne, wenn sie hinter den sanften Hügeln verschwindet.

Im Herbst, wenn die Blätter der Weinstöcke sich langsam verfärben und wenn die Menschen am See noch die letzten warmen Sonnenstrahlen einzufangen scheinen. Die Weinlese schon im vollen Gang ist, die Gastwirtschaften der umliegenden Ortschaften schon den ersten Sturm der Saison anbieten und die Radsaison am See langsam ihr Ende findet. Auch dann hat der See seinen ganz besonderen Reiz.

Aber auch im Winter, so wie jetzt, nach einer längeren Kälteperiode, wenn sein Wasser zu einer dicken Eisschicht gefroren ist. Wenn die Sonne an einem strahlenden Tag den Schnee am Eis glitzern lässt und abends ihre rote Scheibe hinter dem Nebel verschwindet. Selbst, wenn der Tag nebelig bleibt, so hat der See seinen ganz eigenen Flair. Ich stehe auf der Eisfläche, alles ist weiß und es ist, als gäbe es nur mich, mich in der Natur und mein Blick scheint wieder in der Endlosigkeit zu versinken. Ganz weit draußen am Eis kannst du, wenn du bereit dazu bist, die Ruhe spüren und es gibt nichts zu tun, als zu sein. Das Knacken des Eises unterbricht meine Gedanken für einen kurzen Moment. Und ja, sogar im Winter muss ich mich immer los reißen, möchte noch eine Runde hinaus fahren und noch nicht zurück zum Steg, möchte den Blick hinaus in die Weite noch einmal aufnehmen, wieder und wieder.

Doch weiß ich, dass unsere Trennung nicht von Dauer ist. Es liegt an mir, wann ich mich wieder seinem Zauber und dem seiner Umgebung hingebe. Selbst, wenn das Wetter einmal nicht so schön ist, für mich ist er immer schön. In all den Jahren ist er für mich eine Art Heimat geworden, auch wenn ich nicht direkt bei ihm wohne, er ist .... meine ganz besondere Liebe.

Wäre es nicht schön, wenn wir von all unseren Beziehungen, allen voran unseren Liebesbeziehungen, genauso denken und fühlen würden?

Wie viele Menschen sind ein Paar und wissen gar nicht, was sie am anderen überhaupt lieben, oder ob sie ihn/sie nach vielen Jahren überhaupt noch lieben? Man ist zusammen, weil man sich einst verliebt hat, aber was blieb davon? Gibt es noch diesen Zauber, dieses vom anderen berührt werden, und damit meine ich jetzt nicht das rein körperliche Berühren. Berührt werden und wertschätzen, was der andere dir ist. Ob nun die Sonne scheint, ob es regnet, kalt ist oder stürmt, ganz egal zu welcher Jahreszeit. Die Wärme im Herzen ist es, die zählt.

Berühre und lass dich berühren! 


Von 💖 zu 💖






(c) Erika Klann

Freitag, 20. Januar 2017

Den Ahnen auf der Spur - wer bin ich, woher komme ich? 👶👦👧👱👩👨👴👵👥

Schon vor vielen Jahren habe ich mich durch Zufall mit Ahnenforschung beschäftigt. Damals war ich in einem internationalen Konzern tätig und stieß bei einer EDV-Schulung auf einen Mitarbeiter der ebenfalls Klann hieß und am anderen Ende der Welt lebte. Ich nahm kurzerhand Kontakt auf und erfuhr von ihm, dass er Ahnenforschung betrieben hatte und seine Vorfahren aus Deutschland stammen. Dies bewog mich, mich damals ebenfalls auf die Spurensuche zu begeben. Es war sehr spannend, aber irgendwann ging es nicht mehr weiter und nachdem ich mir den Namen "nur" erheiratet hatte, die richtigen Nachfahren kein Interesse hatten und meine Kinder noch zu klein waren, stellte ich meine Nachforschungen ein.

Meine eigenen Wurzeln haben mich natürlich auch immer wieder interessiert. Väterlicherseits wusste ich ein paar Dinge, ging diesen Spuren aber niemals nach. Vor einigen Jahren fragte ich meine Tante nach Unterlagen von meinen Großeltern mütterlicherseits und sie schickte mir Kopien der Dokumente, die sich in ihrem Besitz befanden. Allerdings befand ich mich damals in einer turbulenten Lebensphase, sodass ich keine Nachforschungen anstellte.

In letzter Zeit beschäftigt mich aber wieder verstärkt meine Großmutter mütterlicherseits und irgendwie spüre ich ebenso immer wieder einen großen Zug in das Land ihrer Geburt. Meine Großmutter war Jahrgang 1908 und ist schon vor fast 30ig Jahren verstorben. Sie kam in den 1920iger Jahren mit ihrer Familie von Deutschland nach Österreich, da eine Weltwirtschaftskrise herrschte und die Arbeit knapp war. Einige Jahre später kehrte ein Teil der Familie wieder nach Deutschland zurück. Meine Großmutter und ihre Schwester blieben der Liebe wegen in Österreich. Meine Oma hatte sich in meinen späterer Opa verliebt, geheiratet und drei Kinder geboren. Soweit mein Informationsstand.

Natürlich weiß ich auch, in welcher Stadt sie geboren ist und vermutlich später bis zur Ausreise gelebt hat, aber ich will auch wissen, wer meine Urgroßeltern waren und woher sie kamen und vor allem, wo mein Urgroßvater nach seiner Rückkehr gelebt hat.

Ein paar neue Informationen habe ich schon in Erfahrung bringen können und wenn ich mir im Internet Bilder des Geburtsortes oder des späteren Wohnortes  meiner Großmutter ansehe,  dann fühle ich so ein eigenartiges Gefühl der Verbundenheit und eine Vertrautheit, die sicher nicht aus einer persönlichen Erfahrung meines jetzigen Lebens stammen kann. Ich war noch nie dort, aber wenn ich mehr Informationen gesammelt habe, dann werde ich vielleicht mit meiner Tochter hinfahren, denn auch sie verspürt nach unseren Gesprächen eine Verbundenheit zu unserer Ahnin.

Nachdem ich aber nicht nur Ahnen von  meiner Mutterseite habe, habe ich meinen Vater auch noch einmal eingehend befragt, und diesmal alles aufgeschrieben. Meine Tochter und ich haben dann einen Stammbaum meiner väterlichen Vorfahren aufgezeichnet. Ja, und ich habe auch eine Ahnin aus dem früheren Mähren, deren genaue Herkunft ich zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls erkunden möchte.

Meine Urgroßmutter mütterlicherseits hatte ungarische Wurzeln, mein Urgroßvater vermutlich tschechische, meine Oma deutsche und meine  Urgroßmutter väterlicherseits kam aus Mähren. Der Rest meiner Ahnen scheint aus (Nieder)Österreich zu stammen. Spannend, vor allem meine Verbundenheit zu so manchen Ländern und Gegenden.

Die Energie der Ahnen ist immer da, nicht zuletzt wirken traumatische Ereignisse bis zu sieben Generationen nach, sofern sie nicht geklärt wurden. Man weiß, dass Gene aufgrund von Schocks sich verändern. Alles Leben ist Energie. Also ist es wichtig, unsere Ahnen nicht nur zu ehren, sondern ihnen ebenso Raum geben, denn nur gesunde Wurzeln  können einen Baum gut halten.

So verbinden Ahnen nicht nur ihre  Familie, sondern sie verbinden im Allgemeinen. 
So erzählte ich bei einer Kaffeerunde zwei Frauen von  meiner Spurensuche und schon holte eine der beiden die Unterlagen ihrer Vorfahren hervor und eine spannende Zeitreise begann.
Die andere der beiden Frauen erzählte mir, dass sie ebenfalls Vorfahren aus Mähren hätte, worauf ich erwiderte: "Wer weiß, vielleicht sind wir ja verwandt."💕

Irgendwo sind wir alle miteinander verbunden und auf die eine oder andere Art und Weise verwandt.

Wäre das nicht ein Grund genug, unseren Mitmenschen mit viel mehr Freude und Liebe zu begegnen?
Uns bewusst werden, dass wir alle einer Quelle entspringen?

Was weißt du von deinen Ahnen? Von deinen Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, oder gar Ururgroßeltern?  Ihre Schicksalsschläge können nach wie vor Einfluss auf dein Leben nehmen. In Aufstellungen kann man diese Energien durch Verkörperung sichtbar machen. Wenn man es noch nicht erlebt hat, dann kann man sich vermutlich gar nicht vorstellen, wie stark ihr Einfluss und ihre Energien tatsächlich sind und wie sehr sie auf Heilung warten.

Friede mit deinen Ahnen bringt Friede in dir.


Von 💖zu 💖








































(c) Erika Klann

Freitag, 13. Januar 2017

Neulich im Wald 🌲🌲🌲⛄

In meiner Heimat kann man die Winter der letzten Jahre eher als schneearm bezeichnen.
Wenn es einmal einen Tag richtig wild schneit, ist oft schon am nächsten Tag der ganze Winterzauber wieder vorbei, weil die weiße Pracht dahin geschmolzen ist.

Umso mehr freute ich mich dieser Tage, als ich am Morgen die Rollläden öffnete und sich mir die Landschaft mit einer feinen, weißen Schneedecke zeigte. Alles sah so friedlich und glänzend aus. Als sich später noch die Sonne zeigte, war für mich ganz klar, dass ich in den Wald musste.

Dick eingepackt befreite ich mein Auto zunächst vom feinen Pulverschnee, um mich dann Richtung Wald aufzumachen. Bald parkte ich mein Auto und begann meinen Marsch durch den Wald, der tief verschneit vor mir lag. Manchmal wehte eine Windböe den Schnee von den Bäumen, so dass es aussah, als würde es noch immer schneien. Der Schnee knirschte unter meinen Schuhen.

Ich wanderte dahin, betrachtete voller Freude die Natur, aber ich kam nicht recht voran.
Ich ging und ging, aber es schien, als würde ich mich am Stand bewegen. Der Weg war so mühevoll, dass es mir fast wie ein Kampf erschien. 😓 Meine Freude und Motivation war gedämpft und ich begann zu überlegen, wie ich nun weitergehen sollte, damit die Runde nicht allzu groß wurde, ich aber, da ich nun schon mal da war, doch eine nette Strecke gehen könnte.

Es dauerte diesmal wirklich eine Weile, bis ich anfing mich an meinem Ausflug zu erfreuen, abgesehen davon, war mir vom Kopf bis zur Hüfte sehr warm und von der Hüfte abwärts eher kalt. Der Wind, der an gewissen Stellen meines Weges heftiger zu spüren war, als gedacht, war ziemlich rauh.

Dennoch ließ ich  mich nicht abhalten und mit der Zeit ging es immer besser und ich begann mich wieder zu freuen. Die Zeit war nun doch sehr rasch vergangen und schon befand ich mich wieder am Rückweg. Es rückte schon die Zeit der anbrechenden Dunkelheit heran. Ich kannte den Weg, der noch vor mir lag, der mir heute allerdings wenig attraktiv erschien.

Da entdeckte ich Fußspuren, die von anderswo kamen - wohl aber aus der richtigen Richtung - meiner Richtung, aber eben ein anderer Weg. Ich beschloss ihnen zu folgen. Schritt für Schritt setzte ich meinen Weg durch den Schnee voran. Diesen Weg kannte ich noch nicht und es war eher ein schmaler Pfad, der im Sommer sicher  nicht so gut sichtbar ist. Die Person, die diese Spur im Schnee hinterlassen hatte,  konnte eigentlich nur aus dem Dorf gekommen sein, wo mein Auto stand und grundsätzlich konnte nichts passieren, würde ich weiter dieser Spur folgen.

Entschlossen setzte ich meinen Weg fort und hatte auch eine ungefähre Idee wohin er mich führen könnte.

Ich ging und ging, niemand war zu sehen oder zu hören. Bald mündete dieser schmale Pfad in einen etwas breiteren Weg, wo nun auch andere Spuren erkennbar waren. Ich folgte nach wie vor "meiner" Fährte. Bald mündete dieser Weg wieder in einen anderen Weg, der sich dann wieder teilte, inzwischen sah ich auch schon die Häuser der Siedlung zwischen den Bäumen auftauchen. Noch einmal teilte sich der Weg, ich wählte und.....

 .....ich landete fast punktgenau bei meinem Auto!!! 😊

Dieser neue Weg war bei dieser Wetterlage ganz toll gewesen, viel besser als der "normale", mir schon gut bekannte Weg. Nicht nur, dass er bei dieser Witterung besser begehbar war, so war er auch windgeschützt.

Ich war froh und dankbar über meine Wahl diesmal einen anderen, neuen Weg gegangen zu sein.

Im Leben gehen wir oft immer wieder die Wege, die wir kennen. Wir denken gar nicht darüber nach, ob sie uns gefallen oder ob es auch andere Möglichkeiten gibt. Wir bleiben einfach beim "Altgewohnten" und versäumen dadurch die anderen, vielleicht sogar besseren Möglichkeiten. Meistens sind wir vom Altgewohnten so "vereinnahmt", dass wir nicht einmal überprüfen, ob eine andere Wahl vielleicht sogar besser sein könnte. Solange man dabei glücklich ist, ist eine Änderung auch nicht nötig, aber viele machen in der gleichen Spur weiter, trotz so mancher Unzufriedenheit.

Ich kannte die Richtung und wusste genau wohin ich wollte. Spontan entschied ich einen anderen Weg zu versuchen.

Wenn du dich mutig und entschlossen für andere Möglichkeiten öffnest, kannst du vielleicht scheitern, aber du kannst auch einen Sieg erlangen - was du auf jeden Fall erlangst, ist eine neue Erfahrung. Erfahrungen sind immer ein Gewinn und das Leben ein Abenteuer 😄

Von 💗 zu 💗












(c) Erika Klann

Samstag, 7. Januar 2017

Heimat - ein Ort, oder ein Gefühl? Oder gar beides?


Vor Kurzem stolperte ich über einen Gedankengang der sinngemäß so lautete:

"Heimat ist weniger ein Ort, als vielmehr ein Gefühl"

Dieser Gedanke hat mich zum Nach-Denken angeregt. Bislang drückte in meiner "Welt" das Wort Heimat immer den Ort der jeweiligen Herkunft aus. Kurz gesagt, meine Heimat ist der Ort in dem ich aufgewachsen bin und nun schon den größten Teil meines Lebens verbringe. PUNKT! Darüber hinaus hatte ich bislang nicht nachgedacht.

Wenn ich nun aber den obigen Satz in mir wirken lasse, so frage ich mich, was zeichnet nun meinen Wohnort aus, ihn als meine Heimat zu bezeichnen? Erinnerungen? Eine besondere Verbundenheit? Mein "Heimatdorf" sieht lange nicht mehr so aus, als in meinen Kindertagen und zu Menschen meines Jahrganges habe ich kaum bis gar keinen Kontakt. Jeder hat seine eigene Richtung eingeschlagen. Es gibt nicht einmal mehr die Geschäfte von damals und mein einstiges Stammlokal aus Jugendtagen hat sich auch grundlegend verändert. Vieles hat sich verändert.

Was oder wo ist nun Heimat?

Manchmal fühlen wir uns an einem Ort zuhause, an dem wir gar nicht wohnen. Oder kennst du gar das Gefühl, dich bei einer Person zuhause zu fühlen? Nicht zu wird man plötzlich wieder heimatlos. Nämlich  wenn man der Illusion, in jemand etwas zu sehen, was dieser jemand gar nicht ist.

Oft haben Menschen ihren Ursprungsort schon lange verlassen und haben sich längst woanders niedergelassen und dennoch betrachten sie ihr neues "Zuhause" nicht als Heimat, sondern sind stärker mit ihrer alten "Heimat" ver- bzw. gebunden, oft sogar voller Wehmut und voller Illusionen.

Heimat als Gefühl?

Welche Gefühle könnten sich hinter dem Wort Heimat verbergen?
Ich verbinde es mit "wohl fühlen", "geborgen sein", "verwurzelt", "verbunden" oder "ganz sein".

Meine Gedanken wandern an Orte, an denen ich nicht leb(t)e und mich dennoch beheimatet fühle und an Orte, an denen ich lebte und mich nie wirklich  "zuhause" fühlte.

Aus meiner Sicht ist Heimat dort, wo wir unser Herz nieder lassen;
Dort wo wir mit ganzen Herzen sind und vor allem finden wir Heimat IN uns selbst.

Denn solange ich/du/wir nicht weiß/weißt/wissen, wer ich/du/wir bin/bist/sind, solange ist es nicht möglich wirklich ganz und gar anzukommen.

Heimat könnte grundsätzlich überall sein, überall wo wir das "Ankommen" zulassen und uns darauf einlassen. Ganz!

Heimat ist für mich beispielsweise unter anderem ein lustiger Abend bei Spiel und Spaß mit meinen Kindern, ohne Zeit und Raum, aber auch wenn meine Familie oder Freunde Hilfe brauchen, dann fühle ich eine besondere Verbundenheit, die mir das Gefühl von Heimat gibt. Heimat ist für mich auch, wenn KlientInnen zu mir in die Praxis kommen und mir ihr Vertrauen schenken, denn auch da bin ich ganz und gar verbunden - mit mir, aber auch mit der jeweiligen Person.

Wenn ich diese Dinge (er)lebe, voll und ganz, dann bin ich bei MIR und das ist für mich DER Ausdruck von Heimat.

Wie ist das nun bei dir, wenn du meine Gedanken liest und in dir spürst?
Was oder wo ist (oder könnte) deine Heimat sein?

Wir Menschen sind viel zu oft geneigt, alles im Außen zu suchen, dabei finden wir alles, was wir brauchen, in  uns - auch HEIMAT 😊


Von 💖 zu 💖







(c) Erika Klann

Freitag, 30. Dezember 2016

🎄...zwischen den Feiertagen....🎇🎆


Vor kaum einer Woche war Weihnachten. Es erscheint mir, als läge es schon viel länger zurück. Viel mehr befinde ich mich schon in der Zielgerade ins nächste Jahr.

Wie hast du die Feiertage verbracht? Ruhig und besinnlich, allein oder in Gesellschaft?

Ich hoffe sehr, dass du schöne Tage verbracht hast.

Bei uns gab es einige Turbulenzen und nichts war wie man es sich vielleicht vorstellen würde und dennoch, war alles friedlicher und harmonischer als so viele Weihnachten zuvor.

Turbulenzen insofern, als dass der Hauptstrom im Haus meiner Eltern zur Hälfte ausgefallen war und mir dies mein Vater beim Essen erzählte. Nachdem ich in dieser Hinsicht zum Glück schon meine Erfahrung gemacht habe, konnte ich entsprechend reagieren und den Störungsnotdienst des Stromnetzbetreibers verständigen. Als bald war ein Techniker vor Ort. Alles zwischen Essen und Bescherung.  Aber so ist das Leben nun mal. Glücklicherweise konnte das Problem nach einigen Technikereinsätzen in den darauffolgenden Tagen nun zur Gänze behoben werden. Ja, das war die Herausforderung dieses Weihnachtsfestes und dennoch, wie schon erwähnt, war alles entspannter und harmonischer als jemals zuvor.

Unser Weihnachten war genauso wie ich das vergangene Jahr wahr genommen habe:

- turbulent und herausfordernd
- lösend und verbindend
- oft neu und doch vertraut
- manchmal sorgenvoll und dennoch stärkend

Unterm Strich, und darum geht es aus meiner Sicht, war es ein sehr gutes Jahr, das vieles aufgedeckt und damit neue Chancen eröffnet hat.

So gut es ist, das Vergangene zu achten und wert zu schätzen, so gut und wichtig ist es gerade jetzt, sich darauf zu besinnen, was man sich im nächsten Jahr wünscht.

Die meisten Menschen wissen eher nur was sie nicht wollen, aber stellt man ihnen die Frage:
"Was wünscht du dir?" so ist dies gar nicht mehr soo  einfach zu beantworten.

So frage ich dich heute
  • Wofür bist du dankbar?
  • Was wünscht du dir im neuen Jahr?
  • Was hat dich bisher glücklich gemacht?
  • Wo braucht es noch Veränderungen?

Wenn du erst DEINE Antworten gefunden hast, die tief aus deinem Herzen 

kommen, dann zeigt sich der Weg fast wie von selbst. Schritt für Schritt in genau der Zeit, die für dich nötig ist. Wenn du das Gefühl hast, dass du in einer Sackgasse bist oder das Gefühl hast, dich im Kreis zu drehen, dann ändere einfach deine Perspektive und betrachte die Dinge neu.

Nach einem ereignisreichen, wundervollen Jahr 2016 freue ich mich nun schon auf das Jahr 2017. Meine Visionen für dieses Jahr stehen schon in den Startlöchern. 💪💝😃🌞

Nun wünsche ich dir und mir und allen Wesen auf dieser Erde 🌎🌏🌍einen wundervollen, glücklichen Jahresausklang und einen bezaubernden Start ins Neue Jahr ! 🎆🎇🎉



Wunder geschehen, wenn DU ihnen den Raum dafür gibst !
(Für mich war eines meiner größten Wunder 2016  meine Geschichte vom Speichelstein)


Von 💖 zu 💖



























(c) Erika Klann

Freitag, 23. Dezember 2016

Das Fest kurz vor dem Fest - oder der 90igste Geburtstag

Vom Gefühl her war es gestern, dass ich den Blog über die beginnende Adventszeit geschrieben habe und schon steht das Weihnachtsfest unmittelbar bevor.

Ich hoffe, du hattest nicht all zuviel Stress und konntest diese Adventzeit genießen. Hast es doch das eine oder andere Mal geschafft, dich aus dem Trubel, der in diesen Tagen oft steckt, immer wieder raus zuhalten.

Ich ließ alles auf mich zukommen und habe nun  etwas Selbstgebackenes, einen Baum und alle wichtigen Besorgungen erledigt. Es war eine gute Zeit und nun kann Weihnachten kommen und bald schon auch das Neue Jahr.

Kurz vor Weihnachten feiern wir in meiner Familie jedes Jahr einen Geburtstag und zwar den meines Vaters. Diesmal war es auch bei ihm ein besonderer Geburtstag, nämlich der NEUNZIGSTE. 🎇🎆🎉Wir haben diesen Tag  mit ihm im kleinsten Familienkreis bei Tee und Torte "gefeiert", eine größere Feier findet erst nach den Feiertagen statt.

Mein Vater ist nun also neunzig Jahre. Er wurde 1926 geboren, in einer Zeit, wo hauptsächlich Pferdekutschen unterwegs waren, wo eine Weltwirtschaftskrise herrschte und die Menschen kaum etwas zu essen hatten. Es war äußerst schwierig eine 5köpfige Familie zu ernähren. Selbst ein paar Groschen zum Kaufen von Mehl, waren nicht immer vorhanden. Er musste viele Jahre das Bett mit seiner Schwester teilen, erst als die Älteste der drei Kinder außer Haus ging, hatte er ein Bett für sich. Eine Zeit, die man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann. Auch technisch betrachtet gab es in diesen neunzig Jahren extrem viele Veränderungen. Als Kind wurde mein Vater noch ums Petroleum für die Lampe geschickt und Kühlschränke, Fernseher oder Waschmaschinen gab es nicht, geschweige den Handys oder Computer.

Ich weiß noch gut, als mein Vater so alt war, wie ich jetzt. Damals war gerade das Lied "auf einmal wird man fünzig..." ziemlich populär. Ich war zehn und fünfzig erschien mir uralt, obwohl mein Vater mit fünfzig wieder mit dem Skifahren begann.

Damals war die Welt zwischen uns beiden noch ziemlich in Ordnung. Wenn er böse auf  mich war, musste ich lächeln und er konnte auch nicht anders, als zu lächeln und somit war die dicke Luft meist wieder vorbei.😜 Aber spätestens als ich die Pubertät erreichte, entfremdeten wir beide uns mehr und mehr. Er erklärte mir immer, wie streng er aufgezogen wurde und wann er zuhause sein musste "Zum Gebetläuten um 19 Uhr" - ich höre es heute noch. 19 Uhr, ich war ein Teenager und wollte wie alle Teenager sicher nicht um 19 Uhr zuhause sein. Er hielt mich oft sehr  kurz, nicht zuletzt wurde ich auch mal dafür gehänselt.😥

Mein Vater und ich entfremdeten uns sogar so stark, dass wir einige Jahre überhaupt nicht  mit einander sprachen.😟 Ich kann es mir heute selbst gar nicht mehr vorstellen, aber bis auf ein "Guten Tag" oder "Auf Wiedersehen" war nicht viel - über Jahre! Man kann nicht sagen, dass er mich ständig prügelte, aber wenn ihm mal die Hand "auskam", dann hat es sich ausgezahlt und Hausarreste kamen teilweise ganz willkürlich. Aber ich war immer schon eine Revolutionärin, was unser Beisammensein nicht einfacher machte.😒

Erst als ich mit meinem späteren Ehemann unsere Wohnung renovierte, begannen mein Vater und ich uns langsam wieder anzunähern und ich lernte sehr viel von ihm. Nie werde ich vergessen, als wir das erste Mal gemeinsam tapeziert haben und er mir zeigte, wie es geht. Auch später habe ich viel von ihm gelernt. Beim Reifenwechseln sind wir ein toll eingespieltes Team. 💪😃

Er war mir nach der Scheidung vom Vater meiner Kinder eine wirklich große Stütze. Die psychische Erkrankung  meiner Mutter hat uns zusammengeschweißt und bald wurde ich in dieser Hinsicht seine Stütze. Ich verdanke ihm viel, als allererstes mein Leben, aber auch viele Fertigkeiten.

Natürlich hat er als "erster Mann in meinem (er)Leben" auch mein Männerbild geprägt. Nicht unbedingt zum Vorteil, denn Gefühle zeigte er nicht - war mein erster Gedanke, als ich über diesen Blog nachdachte - aber nein, das stimmt so nicht, den Wut und Zorn zeigte er schon, nur sensibel oder liebevolle Gefühle verbarg er gut. Ich glaube, diese Generation hat das auch gar nicht gelernt. Meine Tanten, seine Schwestern, waren auch nicht viel anders. Noch heute wird mein Papa verlegen, wenn ich ihn umarme.😅 Von selbst würde er das wohl nicht tun.

Auch, wenn er es eher nicht zum Ausdruck bringt, so weiß ich heute, ohne große Worte, dass ich ihm sehr wichtig bin und er froh ist, dass ich da bin, wenn es nötig ist.💜

Ich bin unendlich stolz auf ihn, weil er nie aufgibt, weil er noch immer rund 12 Kilometer mit dem Fahrrad fährt, er noch immer das eine oder andere Mal als Sportschütze den 1. Platz schafft, er sich auch für alternative Heilmethoden öffnet, und sich und meine Mutter versorgt.
Wir waren nicht reich, aber er hat dafür gesorgt, dass wir das hatten, was wir brauchten. Meinen Halbbruder aus erster Ehe hat er alle 2 Wochen zu uns geholt, dabei haben wir meist etwas unternommen und abends haben wir ihn wieder knapp 30 km nachhause gebracht.
Er hat uns sogar im Winter einen großen Schneehaufen gemacht, damit wir mit den Skiern oder der Rodel runterrutschen konnten. Wenns auch nur ein paar Meter waren, aber für uns war es ein Riesenspaß.

Er tat und tut immer alles, was ihm möglich ist und so betrachtet, wird er für mich immer ein großes Vorbild sein.

Morgen am heiligen Abend wird er mich wieder ungeduldig anrufen und fragen: "wann können wir denn kommen?" Nun ja, er hat ja um diese Zeit nichts weiter zu tun und wie wir alle wissen "Das Warten auf das Christkind kann sich ganz schön in die Länge ziehen...." 😉😉

Heuer zum Fest der Liebe, will ich mich in Demut und Dankbarkeit üben:
  • Demut vor seinen neunzig Jahren und  all seinem Erlebten und Geschafften. 
  • Dankbarkeit für unsere gemeinsamen fünfzig Jahre, von denen trotz so vielen Differenzen und Querellen in der Vergangenheit, dennoch unterm Strich das Gute überwiegt.


Ich ziehe meinen Hut und wünsche ihm noch viele gute Jahre.

Wenn du mit deinen Eltern schwierige Zeiten erlebt hast, so denke doch mal daran, welche Fähigkeiten und Ressourcen du durch sie entwickelt hast. Selbst der grausamste Elternteil kann uns die Chance geben, etwas ganz Außergewöhnliches in uns zu entwickeln und wenn es nur ist, etwas anders, bewusster zu machen. Sein Herz zu öffnen und seinen Kindern Liebe spüren zu lassen.

Mach dich gerade jetzt auf  deine persönliche Schatzsuche, um vielleicht im neuen Jahr viel leichter beginnen zu können. Leichter und unbelasteter, weg von Zorn und Hass, hin zum Verzeihen und zur Liebe. 💓

Von 💖 zu 💖






(c) Erika Klann

Freitag, 16. Dezember 2016

Vom richtigen Maß


In unserer westlichen Welt gibt es ein Überangebot an fast allem. Es ist alles in ausreichendem Maß vorhanden. Durch das Internet wurde die Welt  "kleiner" und das Angebot größer.

Alles was du dazu brauchst, ist ein sich immer ausreichend füllendes Bankkonto oder jemanden, der dich sponsert. Erst, wenn keines von beiden vorhanden ist, erkennst du so den wahren Wert der Dinge. Du lernst Prioritäten zu setzen und eine neue Art der Wertschätzung.

Gleichzeitig verlieren wir mancherorts die Übersicht über die Dinge, die uns tatsächlich glücklich machen und uns näher zu unserem innersten Wesen bringen. Ja, wir lassen uns oft sogar von Äußerlichkeiten leiten und unser Leben bestimmen.

So frage ich, einfach mal so in die Welt hinaus...Was ist das richtige Maß?

Ist es besser viele Bücher einfach zu verschlingen, ohne über die eine oder andere Aussage darin nachzudenken oder nur ein paar ausgewählte Bücher ganz  bewusst zu lesen und daraus etwas für sich mitzunehmen?

Ist es gut, von einer Veranstaltung zur nächsten zu wandern, oder sich gezielt ein paar Dinge herauszupicken, die das Herz zum singen bringen?

Eine Reise nach der Nächsten, einfach um weg zu sein, oder kann eine ganz besondere Reise mit besonderen Eindrücken mehr in dir bewegen, als hastig besuchte Orte? Einfach um da gewesen zu sein?

Bringt es mehr Genuss, beispielsweise täglich Schoki/Torten/Kuchen/Wein/Kaffee etc. unbewusst und im Übermaß in sich hineinzustopfen, oder sorgt ein bewusst mit Freude und allen Sinnen gegessenes Stück Torte für mehr Glück?

Bringt es dir mehr Glücklichkeit, dich ständig zum "Shoppen" aufzumachen, mit dem Gefühl "zu wenig zu haben" oder bringt dir ein zufälliger Einkauf  einer besonderen Sache mehr dauerhafte Freude, weil du dir etwas Besonderes gegönnt  hast?

Oder, wie sieht es in partnerschaftlicher Hinsicht mit dem richtigen Maß aus? Ist es gut deinen Partner bei jeder Gelegenheit zu belauern und voller Eifersucht zu leben, oder macht es dich glücklicher, wenn du dir bewusst bist, dass er mit dir zusammen ist, weil er dich liebt und du für ihn so gut bist, wie du bist?

Ist ein Zuviel gut? Ist ein Zuwenig gut?

Als ich über diese Dinge nachdachte, zog ich den Vorhang meiner Dusche beiseite und ....Ohhhh  Schreck.... ich hatte mein Duschtuch in die Wäsche gegeben, aber noch kein Neues ins Bad gebracht. Der Weg zu meinem Schrank, in dem sich viele Duschtücher befinden, erschien mir in diesem Moment eher weit, jedoch, welch ein Glück, grad nur 3 Schritte entfernt ein "normales" Handtuch.
In diesem Moment, war dieses Handtuch mein ganzes Glück, selbst wenn es klein war, aber ich konnte meinen Körper damit abtrocknen, ohne, dass ich klitschnass das Bad verlassen musste. Ich war einfach nur froh und dankbar.

Das richtige Maß ist immer dort zu finden, wo wir richtige nachhaltige Freude, Glück und Genuss finden.

Ein Zuviel stresst uns auf Dauer und gleichzeitig lauert dahinter die Gefahr einer Sucht. Eine Sucht wieder macht uns unfrei, weil wir zumeist von dieser Sucht gesteuert sind. Allerdings  kannst du für dich bei Suchtverhalten herausfinden, welches Manko du in deinem Leben durch diese "Sucht" kompensierst und es lösen - natürlich nur, wenn DU  dazu bereit bist.

Als Kapitän deines Lebens hast du es in der Hand, wo DU das richtige Maß findest!

Von 💗 zu 💗



























(c) Erika Klann